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    Schallfeld

    Premiere: Wallfahrer nach Dettelbach vereint unterwegs

    Der lange Zug der Wallfahrer nach Dettelbach. Foto: Lothar Riedel

    Mit großen Erwartungen an die neue, von Pfarreileiter Stefan Mai in Absprache mit den Wallfahrtsleitern zusammengelegte Dettelbach-Wallfahrt der Pfarreiengemeinschaft "Sankt Franziskus am Steigerwald" fanden sich am Sonntag zahlreiche Pilger zusammen, um den Jahrhunderte alten Gelübden nachzukommen. 

    Die 111 Fußwallfahrt-Teilnehmer kamen aus Brünnstadt (zwei), Gerolzhofen (66), Lülsfeld (25) und Schallfeld (18). Weitere Gottesdienstbesucher reisten mit dem Auto an, so dass die Kirche mit 170 Gläubigen fast voll besetzt war.

    Das Thema der ersten gemeinsamen Fußwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft lautete: "Unterwegs in Zeiten der Wandlung". Bis zum gemeinsamen Treffpunkt in Rimbach waren die örtlichen Wallfahrtsleiter mit eigenen Gebeten aktiv. Die nachdenkenswerten Texte und Gebete, die ab Rimbach vorgetragen wurden, hatte Pastoralassistent Florian Oberle zusammengestellt. Ihn unterstützten beim Vorbeten Walter Lösch (Schallfeld) und Helga Wächter (Gerolzhofen).

    Diese Pilger nahmen bei schönstem Wetter an der ersten gemeinsamen Dettelbachwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft "Sankt Franziskus am Steigerwald" teil. Das Gruppenfoto entstand auf dem Rimbacher Sportplatz.  Foto: Lothar Riedel

    Den Inhalten war zu entnehmen, dass der Wandel nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch beim Klima, in der Gesellschaft, Landwirtschaft und in der Kirche stattfinde – unter anderem auch durch die Einflüsse digitaler Technik.

    Ab Münsterschwarzach konzentrierten sich die Gebete - entsprechend des Wallfahrtsziels - auf die Mutter Gottes. Die 18 Musiker aus drei Ortschaften hatten unter der Leitung von Kantor Karl-Heinz Sauer zahlreiche bekannte Gesänge zu spielen. Auch die Lieder im Wallfahrtsamt bliesen die tüchtigen Musiker und trugen dadurch zu einem erheblichen Erfolg bei. Ein Gebetsheft gab es nicht; zu den Liedern wurden Textabschnitte vorgesprochen und dann in Begleitung der Musikkapelle nachgesungen.

    Am frühen Morgen war es mit zehn Grad Celsius ziemlich frisch. Gegen Mittag brannte die Sonne bei 28 Grad auf die Dettelbach-Wallfahrer nieder. "Aber schöner als Regen", hörte man hier und da. Die Pilger nutzten kurze Gebetspausen, um sich untereinander kennenzulernen.

    Zentraler Treff in Rimbach

    Am Rimbacher Sportheim war zentraler Treffpunkt der vier Gruppen, die jeweils von den Wallfahrtsbildträgern angeführt wurden. Nach einer kurzen Verschnaufpause führte der Weg über den Strehlhof und Dimbach nach Münsterschwarzach zum Kloster.

    Die Bildträger der zusammen gelegten Dettelbachwallfahrt-Premiere. Foto: Lothar Riedel

    Der Schatten vor dem großen Kirchenportal wurde dankbar angenommen. Bei den Mönchen gab es eine Stärkung mit Wiener Würstchen und Getränken. Um 11.45 Uhr wallte die Gruppe weiter nach Dettelbach – parallel zur B 22 und mit zahlreich entgegenkommenden Radfahrern. An der Mainbrücke der B 22 bei Schwarzach gaben die Wallfahrer ihren Obolus für Musiker und Klosteressen ab.

    Pfarrer Uwe Hartmann empfing die Pilger mit Weihwasser am Kirchenportal. Die Wallfahrtsmesse um 13.30 Uhr zelebrierte Pfarreileiter Stefan Mai. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl zogen Bild- und Fahnenträger, Vorbeter sowie Musiker zweimal um den Gnadenaltar; beim dritten Umschreiten schlossen sich alle Gläubigen zum anschließendem Auszug aus dem Gotteshaus an.

    Junge Fahnenträger

    Das schwere Brünnstädter Wallfahrtsbild trug Egon Mauer, das Gerolzhöfer Waldemar Wiederer und Hans Hofmann im Wechsel, ebenso das Lülsfelder Reinhard Peppel und Lothar Wolf und das Schallfelder Bernhard Bedenk. Die weithin sichtbar wehenden Fahnen hatten Lars Heinrichs und Alexander Christ, die mit elf Jahren die jüngsten Teilnehmer waren, fest in den Händen. Weitere Fahnenträger waren Leni Volk, Rita Riedel, Christine Schubert, Ludwig Donaubauer und Johannes Wölfling.

    Jürgen Landauer sorgte mit dem Feuerwehrbegleitfahrzeug für den Transport der Musikinstrumente und versorgte die Pilger mit kühlen Getränken an diesem heißen Tag. Älteste Teilnehmerin war mit 78 Jahren die Vorbeterin Helga Wächter.

    Einigen bot der Tag eine Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen, abzuschalten und vom Alltag zu entspannen. Das ließe sich laut Anette Mößlein besonders gut in der Natur umsetzen. Sie war das erste Mal dabei und fand die Gemeinschaft wunderbar. Otto Schubert meinte, dass die früheren örtlichen Wallfahrten persönlicher und heimeliger waren. Ein konfessionsloser Wallfahrtsteilnehmer empfand die Texte und große Einheit in der schönen Natur inspirierend und nachdenkenswert. Beim nächsten Mal wird er wieder dabei sein.

    An die Vortragsweise der Liedgesänge ohne Wallfahrtsbüchlein müssen sich Anja Bördlein sowie weitere Sängerinnen erst noch gewöhnen. Angelika Kneuer und andere Gerolzhöfer, die bisher um fünf Uhr zur Wallfahrt gestartet waren, erlebten in der Nähe des Strehlhofs oftmals einen beeindruckenden Sonnenaufgang, der ihnen am Sonntag fehlte. Stattdessen stellten sie fest, dass die große Gesamtheit verbindet.

    Letztendlich bestand über den positiven Ablauf der ersten gemeinsamen Wallfahrt, entsprechend dem Thema "Unterwegs in Zeiten der Wandlung" unter den Gläubigen Einigkeit.

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