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    Schweinfurt

    Prognose: Arbeitslosigkeit wird steigen

    Laut Agentur für Arbeit Schweinfurt stagniert die Arbeitslosigkeit derzeit in der Region. Foto: Edgar Bartl

    Im Juni liegt die Arbeitslosenquote der Region Main-Rhön unverändert bei 2,9 Prozent. Die Agentur für Arbeit Schweinfurt zählte in ihrem Bereich (Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie die Kreise Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld) mit 7131 Erwerbslosen zwei mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt das Niveau der Arbeitslosigkeit aber höher. Damals wurden 694 arbeitslose Menschen weniger gezählt, die Arbeitslosenquote lag bei 2,6 Prozent.

    Nur wenig Kurzarbeit

    „Bei einigen Betrieben ist eine durch internationale Entwicklungen und auch durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie hervorgerufene erste Verunsicherung zu spüren", sagt Agenturchef Thomas Stelzer im aktuellen Monatsbericht. Anders als im Juni üblich sei die Arbeitslosigkeit nicht gesunken, sondern gleich geblieben. Der Schweinfurter Arbeitsmarkt sei dennoch weiterhin robust, und auch die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern habe in diesem Monat wieder spürbar angezogen.

    Grafik Arbeitslose Schweinfurt Foto: MP-Grafik Heike Grigull

    Die Kurzarbeit bewegt sich "weiterhin auf sehr niedrigem Niveau". Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet hatten, stieg von 23 auf 25, die Zahl der betroffenen Personen lediglich um drei auf 483 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr hätten nur acht Betriebe 61 Beschäftigten für die Kurzarbeit angemeldet gehabt, so der Bericht.

    Über 5000 offene Stellen

    Die so genannte Unterbeschäftigung - das sind die Arbeitslosen sowie erwerbslos Gemeldete in Maßnahmen, die deshalb nicht als arbeitslos gelten - war im Juni im Vergleich zum Vormonat rückläufig. 10 206 Menschen (Quote: 4,0 Prozent) waren demnach von Unterbeschäftigung betroffen, 90 Personen oder 0,1 Prozent weniger als im Mai. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren aber 477 Personen mehr "unterbeschäftigt". Damals lag die Quote bei 3,9 Prozent.

    Mit 5058 offenen Stellen hat dieser Bestand die 5000er-Marke wieder überschritten. Der Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk durchbrach im Berichtsmonat wieder die 5.000er- Marke. Im Vormonat waren es laut Arbeitsagentur 60 Stellenangeboten weniger. Das sei ein weiterhin hohes Niveau. Vor einem Jahr wurden noch 282 Stellenangebote (5,3 Prozent) mehr registriert. Laut dem Juni-Bericht meldeten die Arbeitgeber der Region 4793 Stellen als "sofort zu besetzen". Durchschnittliche Vakanzzeit: 238 Tage. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich diese Dauer um 36 Tage verlängert. 40 Prozent der Stellen seien sechs Monate oder länger unbesetzt gewesen.

    Beschäftigung auf Rekordhoch

    Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Region war zum Jahresende 2018 auf einem Rekordhoch, heißt es in dem Bericht weiter.  Zum letzten Quartalsstichtag am 31. Dezember 2018 sei im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 4014 Personen (plus 2,3 Prozent) auf 177 657 gestiegen. Nach Wirtschaftsbereichen gab es absolut betrachtet die stärksten Beschäftigungszuwächse im verarbeitenden Gewerbe mit 1352 Personen, gefolgt von dem Bereich Lager/Logistik mit 607 Personen sowie der Gesundheitsbranche mit 544 Personen. Beschäftigungsrückgänge hatten der Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbereich um 115 Personen und die Arbeitnehmerüberlassung um 112 Personen.

    Das Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet steigende Arbeitslosenzahlen in den kommenden Monaten. Dahinter stehe die schwache Wirtschaftsentwicklung, welche die Jobchancen schmälere, etwa in der Zeitarbeit, die früh auf Konjunkturschwankungen reagiere. „Unabhängig von bundesweiten Entwicklungen wird in Schweinfurt in den Sommermonaten die Arbeitslosenquoten wohl kurzfristig ansteigen, da Jugendliche ihre Ausbildung beenden und Einstellungen bis in den Herbst zurückgestellt werden und im Juli die Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt beginnt,“ so Stelzer.

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