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    SCHALLFELD

    Projektchor holt in Südafrika Silbermedaille

    Die glückliche und strahlende Irene Krätzig aus Schallfeld in einer Chorgruppe von Sängerinnen und Sängern aus Zimbabwe. Foto: Krätzig

    Vom Sommer in den Winter reiste die Schallfelder Chorleiterin Irene Krätzig mit dem Hildburghausener Sängerkreis nach Südafrika. Dort hatte es nachts Minustemperaturen und tagsüber um die 20 Grad Celsius.

    Alle zwei Jahre gibt es die World-Choir-Games, das sind die Weltfestspiele der Chöre, in diesem Jahr im Land am Kap der guten Hoffnung. 62 Länder aus fünf Kontinenten beteiligten sich an der 10. Welt-Chor-Olympiade. Krätzig war bereits vor zwei Jahren im russischen Sotschi dabei. Wegen des fantastischen Erlebnisses stand für sie damals schon Fest, dass sie beim nächsten Weltchortreffen wieder dabei sein wird. „Der lockere, freundliche und offene Umgang der Menschen im südlichen Afrika war beeindruckend“, so die Schallfelder Frauenchorleiterin.

    Neun deutsche Chöre nahmen an dem Sängerwettbewerb vom 4. bis 8. Juli in Pretoria teil. Die Kreis-Chorleiterin des Sängerkreises Hildburghausen, Yvonne Unger, hatte ihren Projektchor so trainiert, dass am Ende in der Stufe 2 ein Silberdiplom mit Urkunde platziert wurde. Das entspricht einer Silbermedaille bei der Olympiade. Die Beurteilung erfolgt nach Punkten und in verschiedenen Kategorien.

    „Das ist doch ein stolzes Ergebnis“, stellt Irene Krätzig fest, die seit März wöchentlich 200 Kilometer aus Schallfeld zu den Proben des Sängerkreises Hildburghausen fuhr, um Lieder wie „O Täler weit o Höhen“ oder „Hallo welch' gutes Echo“ optimal zu Gehör zu bringen. Das Ergebnis hat gezeigt, dass sich die zahlreichen Proben und der Aufwand gelohnt haben.

    Jedes Land hatte seine musikalischen Visitenkarten im Gepäck und beim Hiltburghausener Sängerkreis waren es Deutsche Volkslieder, die mit Vergnügen gesungen werden. Bei über 300 Chören die richtige Entscheidung zu treffen, ist ein schwieriges Unterfangen. Jeder versucht einen bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen. Bei einem der Wettsingen traten ein Chor aus China, zwei aus Südafrika und der Projektchor aus Hildburghausen auf die Bühne. „Die Stimmung im Saal und auf dem Podium war überwältigend“, erinnert sich Krätzig, „die Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und die gleichen Interessen grenzenlos.“

    Da tanzten alle mit, schwangen Hände und Arme und auf der Bühne sangen die Gruppen ungehemmt. Sogar die eher zurückhaltenden Chinesen ließen sich von der Begeisterung mitreißen. Krätzig stellte fest „Von der Stimmung her der absolute Höhepunkt der Chorreise, die Afrikaner sind so locker“.

    Vor und nach dem Sängerwettbewerb bereisten viele aus der Gruppe das abwechslungsreiche Land. Der Tafelberg in Kapstadt, eine Safari im Krüger-Nationalpark und der Besuch am südlichsten Punkt Afrikas, dem Kap der guten Hoffnung, durften nicht fehlen.

    Die Apartheid zwischen Schwarzen und Weißen hat Krätzig kaum festgestellt, aber den Unterschied zwischen reich und arm – und das in einem krassen Verhältnis. Die Arbeitslosigkeit beträgt regional bis zu 60 Prozent. Das nächste Weltsängertreffen mit Chorolympiade wird in zwei Jahren in Europa, nämlich im belgischen Flandern sein.

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