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    Schweinfurt

    Qualifizierung: Ist "Pro Praxis" noch zeitgemäß?

    Auslaufende Fördermaßnahmen des Jobcenters der Stadt Schweinfurt für Schüler, Ältere und Familien sollen 2020 verlängert und deshalb erneut ausgeschrieben werden. Foto: Oliver Schikora

    Im Jahr 2006 wurde das Projekt "Pro Praxis" eingeführt – eine Maßnahme zur Förderung der Berufsfindung und Ausbildungsreife von Mittelschülern, die damals noch Hauptschüler hießen. Durchgeführt wird es von der GbF, für die Zeit ab August 2020 muss es neu ausgeschrieben werden, wie jüngst Jobcenter-Leiter Roland Kotsch dem Sozialausschuss berichtet hat.  

    Große Motivationsdefizite

    "Ist das Projekt ,Pro Praxis' noch zeitgemäß?" stand über der Ist-Beschreibung, und in dieser reihte sich ein Problem ans andere: Die derzeitige Zielgruppe, Mittelschüler mit Migrationshintergrund, zeigten starke Motivationsprobleme, große Leistungsdefizite und soziale Problemlagen. Bei den Schülern bestehe eine große Unlust, Praktika durchzuführen, besonders im Abgangsjahr. Die Berufswünsche seien oft unrealistisch, das Sozialverhalten oft problematisch und angebotene Elterngespräche bei "Pro-Praxis"-Mitarbeitern würden "zunehmend nicht angenommen".     

    Laut dem aktuellen Jobcenter-Bericht sei die Jugendsozialarbeit an Schulen mit nur einer halben Stelle pro Mittelschule personell "viel zu gering" ausgestattet. Die Betreuung von "Pro Praxis" solle auf den M-Zug ausgeweitet werden. "Case-Manager" des Jobcenters – zehn werden derzeit dazu ausgebildet – könnten unterstützend in den betreffenden Familien (Bedarfsgemeinschaften) mitwirken.

    Erhöhter Förderaufwand

    Auch das Projekt "KAJE" (Kooperative Ausbildung für Jugendliche und junge Erwachsene), das bisher ebenfalls die GbF durchführt,  soll über August 2020 hinaus fortgeführt werden. Die veränderte Zusammensetzung der Teilnehmer – nunmehr überwiegend junge Erwachsene mit Fluchthintergrund – erfordere einen erhöhten Aufwand bei der Betreuung, Förderung und Integration. Das Konzept solle um ein Fachsprachentraining erweitert werden, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss.    

    Weitergeführt werden soll ab dem Frühjahr 2020 auch die "50plus", mit der Ältere für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden, sowie die Coaching-Projekte für Bedarfsgemeinschaften  für Flüchtlinge und Migranten sowie "CURA", was für "Coaching für Familien zur Bekämpfung urbaner Arbeitslosigkeit" steht. Diese stehe für eine ganzheitliche Betreuung von Familien beziehungsweise Bedarfsgemeinschaften und solle "einer negativen Generationenbildung entgegenwirken".

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