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    GRAFENRHEINFELD

    „Rafelder Saitenklang“: Musik aus der Veeh-Harfe

    Die neue Veeh-Harfen-Gruppe „Rafelder Saitenklang” mit den beiden Leitern Jürgen Böhm (hinten rechts Tischstirnseite) un... Foto: Daniela Schneider

    Es war die sprichwörtliche „Liebe auf den ersten Blick“, als der Grafenrheinfelder Seniorenbeauftragte Mathias Kupczyk erstmalig den Klängen der Veeh-Harfe Mal begegnete. Rita Gießübel spielte Anfang 2017 in der Seniorenbegegnung und für Kupczyk war sofort klar: „Das muss ich auch lernen“ und zwar auf einer eigenen Veeh-Harfe und möglichst in einer dorfeigenen Gruppe. Das Saitenzupfinstrument ist nämlich ohne Notenkenntnis nur mit einer Notenschablone spielbar, die zwischen Saiten und Resonanzkörper geschoben wird, gezupft wird mit den Fingern, Plektrum oder Holzstäbchen.

    Konzipiert hat die kleine Harfe Ende der 1980er Jahre der Landwirt Hermann Veeh, angepasst an die Fähigkeiten seines Sohnes, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde. Der Kauf der Veeh-Harfe war also schnell beschlossene Sache, Mathias Kupczyk steckte dazu Ehefrau Gabi mit seiner Klangbegeisterung an und Dank eines glücklichen Zufalls sorgte dann die Bekanntschaft mit dem notenversierten Grafenrheinfelder Jürgen Böhm für die Verwirklichung des letzten Etappe des Kupczyk'schen Gesamtplanes: Die Gründung einer ortseigenen Grafenrheinfelder Veeh-Harfen-Gruppe.

    Leitung trotz Harfen-Neulinge

    Die Organisation des neuen Ensembles mit dem schönen Namen „Rafelder Saitenklang“ übernahm Mathias Kupczyk, die musikalische Leitung Jürgen Böhm, beide Veeh-Harfen-Neulinge, die sich aber schnell in die Klangmaterie einarbeiteten.

    Im März 2017 fand ein erstes Spiel im kleinen privaten Kreis statt, neue Anfänger, aber auch Interessenten, die schon in anderen Formationen spielen, kamen schnell dazu und mittlerweile gibt es schon eine Warteliste. Bereits im Dezember hatte die nunmehr zehnköpfige Gruppe erste Auftritte.

    Gespielt wurde zuerst von Notenblättern aus dem Handel, später dann von eigenen Blättern, für die Böhm Originalnoten mit einem Computerprogramm in die nötige Veeh-Harfen-Unterlegnoten umschrieb. Nach gut einem Jahr gehören bereits über 50 Lieder vom Volkslied über traditionelle Lieder bis hin zu klassischen Stücken zum umfangreichen Repertoire, das sich übrigens komplett aus den Wünschen der einzelnen Teilnehmer zusammensetzt. Schöner Brauch: Jürgen Böhm schreibt jedem Geburtstagskind die Notenschablone für ein Wunschlied und spielt es dann später vor, diesmal kam Mechthilde Möller in den Genuss von „Weißen Rosen aus Athen“ und befand anschließend: „Das gehört ins Repertoire“.

    Harmonische und dynamische Gruppe

    Alle vierzehn Tage treffen sich die Veeh-Harfenisten im Gadenbau, immer mit gestimmtem Instrument und den richtigen Noten im Ordner, wie der musikalische Leiter streng erläuterte, nicht umsonst gibt es vor jeder Probe per Mail die jeweiligen Infos.

    Diesmal steht das „Ave Maria“ an, ein schweres Stück mit Triolen, das natürlich nicht gleich beim ersten Mal perfekt sitzt. Der zweite Versuch hört sich schon gut an, schnell entwickelt sich in der harmonisch-dynamischen Gruppe das richtige Gefühl für Tempo und Rhythmik.

    Zum nächsten Konzert am 25. September beim „Seniorentreff ab 60“ in Bergrheinfeld wird es vermutlich noch nicht erklingen, jedoch sind weitere Auftritte geplant, darüber hinaus könnten sich die beiden Leiter auch einen Auftritt bei der diesjährigen Grafenrheinfelder Seniorenweihnacht vor großem Publikum vorstellen, dass muss allerdings die Gemeinde entscheiden.

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