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    BERGRHEINFELD

    Rangeln und raufen, um faires Miteinander zu üben

    Wer was in der Murmel hat, hält zusammen: Beim Kooperationsspiel ging es darum, gemeinsam eine ruhige Kugel zu schieben. Foto: Uwe Eichler

    „Jeder hat mitgemacht, das ist eine tolle Sache“, freute sich Schulleiterin Jutta Günzler zum Abschluss der Projektwoche „Soziales Lernen“, in der Turnhalle der Julius Echter-Grundschule.

    „Aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander umgehen“, hieß es beim Begrüßungslied. In den Workshops ging es um die Förderung eine Eigenschaft, die eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber trotzdem rar zu werden droht: um soziale Kompetenz und ein freundliches Miteinander in allen Lebensbereichen, auch in Vorbereitung aufs Berufsleben. Um kooperatives Lernen statt „Jeder gegen Jeden“ und Kampf um den alleinigen Erfolg, in Zeiten von GNTM (Germanys Next Top-Model), DSDS (Deutschland sucht den Superstar) oder Ego-Shootern. Dazu gab es einen Elternabend, mit den Pädagogen Boris Weisheit und Dirk Bayer als Referenten, bei den die Sozialziele der Schule vorgestellt wurden. Bei der Eröffnungsveranstaltung der Projektwoche war auch Bürgermeister Ulrich Werner dabei.

    Gefragt ist einfach mehr Sonne für alle im Leben: Gleich zu Beginn der Abschlusspräsentation ließ Stephanie Kissius, Klassenlehrerin der 1b und Projektbetreuerin, eine großen Sonnenkreis ausfüllen, mit bunten Bildern. Es folgten viele kleine Sonnen von den Lehrern, die auch ein bisschen Licht ins Dunkel bringen durften.

    Dann stellten die einzelnen Jahrgangsstufen vor, was sie so unternommen haben, an den Projekttagen: Zum Beispiel Schmetterlinge oder Zukunftsautos aus Silberdraht gebastelt. Es durfte sogar gerangelt und gerauft werden, um einen Ball auf der Matte, aber natürlich fair. Bei den Erst- und Zweitklässlern ging es außerdem um die Bildergeschichte „Freunde“ von Helme Heine: Eine Maus, ein Schweinchen und ein Hahn – Johnny Mauser, der dicke Waldemar und Franz von Hahn – meistern im Kinderbuch gemeinsam die Höhen und Tiefen des Lebens. Nicht fehlen durften Freundschaftsbänder, mal aus drei, mal aus sieben Fäden. Dazu gab es den gemeinsamen Song „Freunde sind wichtig.“ Das Schulhaus wurde geputzt, ein Garten angelegt, das Treppenhaus neu angemalt, und ein pfleglicher Umgang mit dem Geländer angemahnt. Demnächst soll das ganze Schulhaus mit Osterschmuck verschönert werden.

    Die Kinder haben einfache Spiele neu entdeckt, unter dem Motto: „It?s team time“. Bei „Scrabble“ geht es darum, auf einem Spielbrett die richtigen Worte zu finden, beim Seilhüpfen, Klatschspiel oder Twist („Hau Ruck, Donald Duck“) ums Miteinander auf dem Pausenhof. Beim Transport von Hula Hoop-Reifen im Kreis oder einer Murmel, auf einer zerlegbaren Holzbahn, war schnelles Teamwork angesagt.

    Es durfte gemeinsam philosophiert und, von den höheren Klassen, sogar „Kampfsport“ betrieben werden, um Regeln, Absprachen und Selbstdisziplin zu lernen. Einen Vormittag lang waren Kinder unterschiedlichster Herkunft in einem großen Kreis versammelt, in der Bercher Schulturnhalle. Zum großen Finale wurde nochmal gesungen: Zusammen sind alle stark.

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