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    Niederwerrn

    Rat steht hinter dem Projekt Neue Mitte

    Sorge vor versiegenden Fördergeldern: Im Niederwerrner Rathaus ging es um zwei Großprojekte, die "Neue Mitte" mit Museum (links) und die Sanierung der Schule (dahinter).
    Sorge vor versiegenden Fördergeldern: Im Niederwerrner Rathaus ging es um zwei Großprojekte, die "Neue Mitte" mit Museum (links) und die Sanierung der Schule (dahinter). Foto: Uwe Eichler

    Auch der Niederwerrner Gemeinderat trifft sich derzeit nur im "kleinen Kreis" aufgrund der Sicherheitsauflagen in der Coronakrise: in Form eines Finanzausschusses im Ferienausschuss-Modus.

    Mit erneuerter Sprechanlage ging es im Sitzungssaal um die Neue Mitte, ein Bauprojekt, das eine Brücke zwischen Altort und den Siedlungen schaffen soll. Auf der Freifläche an Altdorfpfad und Gemeindebibliothek soll ein Bürgerzentrum mit Café entstehen, daneben ein Wohnhaus (Höhengasse 8) zum Kolonialwarenmuseum umgebaut werden. Die Kosten liegt bei rund 3,8 Millionen Euro, wobei mit 60 Prozent Städtebau-Förderung gerechnet wird,  unter Herausnahme des Cafés, das als "gewerblich betriebene Fläche" gilt. Im Jahr 2019 wurden bereits 400 000 Euro eingestellt, im aktuellen Haushalt liegen 1,4 Millionen Euro, der Rest soll im Rahmen des "Dreijahresplans" folgen. Ein eigenes Projekt ist die "Energiescheune" zur Strom- und Wärme-Versorgung des Areals.  

    Bedenken wegen der Konjunktur

    Am Ratstisch wurden nun Bedenken laut, ob des erwarteten Konjunktureinbruchs. Der scheidende CSU-Gemeinderat Willi Gößmann sah "offene Fragen" und plädierte für eine Verschiebung der Abstimmung, um ein oder zwei Monate. Erst brauche es Klarheit über die Kosten des "Gesamtpakets". Gößmann hegte Zweifel, inwieweit es vom Staat noch 60 Prozent Zuschuss geben werde.

    Das Staatsministerium habe klargemacht, dass alle bisherigen Fördertöpfe erhalten bleiben, sagte Bürgermeisterin Bettina Bärmann. Dies sei auch im Sinn einer Ankurbelung der Wirtschaft: "Man will die Firmen wieder zu Lohn und Brot bringen." Alle Fraktionen wären sich einig gewesen, bei dem Projekt "zu Potte zu kommen." Es wäre fatal, nun zurückzustellen. Roland Fick verstand seitens der Freien Wähler Gößmanns Sorgen. Man habe allerdings schon anderthalb Jahre mit der Vorplanung zugebracht, dazu fünf oder sechs Jahre mit dem Grundstückserwerb: "Der Bürger wartet darauf." "Wir stehen hinter dem Projekt", präzisierte Gößmann, gefolgt von einem "Aber": Die Kommunen würden künftig kleinere Brötchen backen müssen. Man solle nicht jetzt, "in dieser Unsicherheit", entscheiden.

    Rat kennt die Zahlen genau

    Fick verwies darauf, dass der jetzige Gemeinderat die Zahlen genau kenne. Auch Michael Holzmann (CWVO) will den Nachfolgern lieber die Schulsanierung als Thema vererben. "Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not" – nach diesem Motto könne man nun Wirtschaftsförderung betreiben. Wolf-Dietrich Lang (SPD) sah es ähnlich. Er möchte die Umsetzung nicht an Fördergeldern festmachen. Die Gemeinde brauche und wolle die Belebung der Ortsmitte.

    "Fördergelder sollten nicht des Förderns wegen angenommen werden", fand auch Florian Negwer (FW), das Projekt werde von der Bevölkerung wohlwollend aufgenommen. Es sei kein "Luxusprojekt" fand Bärmann, sondern noch relativ günstig. Mit zwei Gegenstimmen wurde die Baumaßnahme gebilligt. Das Museumsprojekt wurde einstimmig abgesegnet.

    Nicht anfreunden konnte sich Bärmann mit dem Vorschlag von Martin Pensel, die nächste Gemeinderatssitzung per Online-Video zu streamen. Sowohl die Bürgermeisterin als auch Verwaltungschefin Andrea Steinlein wiesen auf rechtliche Handicaps hin. Sicher ist, dass die Bürger trotz "Ausgangssperre" weiterhin an öffentlichen Sitzungen teilnehmen dürfen. Auch die Arbeiten am "Haus des Kindes Oberwerrn" laufen nach Plan weiter.

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