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    Grafenrheinfeld

    Rat stellt sich gegen Kiesabbau: Die Zeit drängt

    "Es geht uns alles zu langsam", stellte Walter Weinig fest. Bezüglich des geplanten Sand- und Kiesabbaus der Firma Glöckle drängt tatsächlich die Zeit. Die CSU-Fraktion des Gemeinderates hat sich deshalb zusammengesetzt, ihre Ideen gesammelt und erste Forderung an die Verwaltung gestellt.

    Vom 29. April bis 31. Mai liegt das Raumordnungsverfahren der Regierung öffentlich aus, so dass Stellungnahmen abgegeben werden können.Dies sei angesichts der Bedeutung des Vorhabens ein "unzumutbar kurzes Zeitfenster", so Weinig, zumal das Ergebnis eines solchen Raumordnungsverfahrens nicht mehr anfechtbar sei.  

    Und so hat die Fraktion sich bereits mögliche Gegenmaßnahmen überlegt und ihre Fühler nach Unterstützern ausgestreckt. Das Ganze aber sei keine parteipolitische Angelegenheit, sondern betreffe den gesamten Gemeinderat und auch die Bürger müssten mit ins Boot geholt werden, betonte Christian Keller. Die Unterstützung des Gemeinderats stand zu keiner Zeit in Frage und auch, dass man ein Treffen mit den Bürgern organisieren will, war kein Streitpunkt. Parteiübergreifend ziehen die Gemeinderatsmitglieder an einem Strang und wehren sich gegen die Zerstörung ihrer Landschaft.

    CSU-Fraktion fordert Einsatz von Landrat Töpper

    In einem Radiobeitrag, erzählte Weinig habe er von einem ähnlichen Fall im Landkreis Kitzingen gehört. Dort habe die zuständige Landrätin ein Umweltverträglichkeitsgutachten und ein Planfeststellungsverfahren angeordnet. Hierzu müsste die Gemeindeverwaltung auch den hiesigen Landrat bewegen, fordert die CSU-Fraktion. Außerdem erwartet sie von der Verwaltung, zu prüfen, ob gegebenenfalls eine Aussetzung des Verfahrens möglich sei. Sie hofft auf ein "entscheidungsfähiges Konzept über die Beauftragung eigener Gutachter, fordert eine Prüfung und gegebenenfalls Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung, sowie eines Planfeststellungsverfahrens.

    Natürlich sei dies alles mit dem bereits mit dieser Thematik beauftragten Rechtsanwalt abzuklären, aber angesichts der "absoluten Dringlichkeit und herausragenden Bedeutung sollte dem Verfahren die höchste Priorität eingeräumt werden", so das Schreiben der Fraktion.

    Informationsabend in der Kulturhalle

    Schon am Tag nach der Sitzung schuf der Gemeinderat Fakten. Die Gemeinderäte laden die Bürger am 14. Mai zu einem Bürgerinformationsabend über den Sand- und Kiesausbau ein. Ab 19 Uhr geht es dann in der Kulturhalle dann im "Jetzt-red-i-Stil" darum, dass die Betroffenen zu Wort kommen. Und das sind nicht nur die Grundstücksbesitzer in diesem Bereich, eine mögliche Veränderung des Grundwasserspiegels könne auch den gesamten Altort betreffen, so Gerhard Rieger, ganz abgesehen von der landschaftlichen Veränderung, die alle miterleben würden. An diesem Abend sollen die Bürger ihre Bedenken und Vorschläge äußern und die Gemeinderäte in ihrem Kampf gegen den Sand- und Kiesabbau unterstützen. Auch Vertreter der Bürgerinitiative aus dem Landkreis Kitzingen und der beauftragte Rechtsanwalt sind zu dieser Veranstaltung geladen.

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