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    Üchtelhausen

    Ratsbegehren zur Kirchbergschule spaltet die Gemüter

    Stüchter Kunst soll nicht vergessen werden: Bei der Bürgerversammlung erhielt Rathauschefin Birgit Göbhardt einen Bildband von Heinrich Neugebauer. Der Hobby-Heimatforscher hat 21 Denkmäler in und um Üchtelhausen besucht, vor allem Bildstöcke. Die Erstauflage ist bereits vergriffen, nun soll nachgedruckt werden. Foto: Uwe Eichler

    Die Bürgerversammlung im Pfarrheim, mit 92 Besuchern, drehte sich vor allem die Zukunft der "Künstlerkommune" Kirchbergschule. "Hesselbacher Gemeinderäte" hätten per Ratsbegehren eine Bürgerbefragung gefordert, monierte Norbert Nicklaus: Könne der Gemeinderat nicht selber entscheiden?

    Es herrsche Kirchturmdenken: Was in Üchtelhausen passiere, würde grundsätzlich abgelehnt: "Wenn es zu einem Abriss oder Verkauf kommt, würde sehr viel ehrenamtliches Engagement zunichte gemacht werden", so Nicklaus.

    Der Erhalt der Kirchbergschule sei im Gemeindlichen Entwicklungskonzept grundsätzlich festgelegt, sagte Birgit Göbhardt. "Das Ratsbegehren hat auch mich getroffen", so die Bürgermeisterin. Nun wolle man noch einmal das Gespräch mit einem Interessenten suchen. Würde der Investor zusagen, könne man die Kirchbergschule halten. Erwartet werden 80 Prozent Förderung.

    Nicklaus fragte nach den 100 000 Euro, die früher im Haushalt eingestellt gewesen seien. Derzeit habe man keinen Auftrag und entsprechend auch kein Budget, so Göbhardt. Das Geld würde sonst anderswo fehlen. Immerhin habe sie in ihrer Amtszeit das jährliche Defizit verringern können: Von 20 000 Euro auf jetzt 6000 bis 8000 Euro – dank Vermietung und Spenden.

    Keinen Keil treiben

    Vizebürgermeister Thomas Pfister vermisste als Hesselbacher Gemeinderat die Relevanz des Themas für die Gesamtgemeinde. In den Bürgerversammlungen werde es das erste Mal erwähnt. Das Ratsbegehren sei aus dem Gemeinderat gekommen, nicht von den "Hesselbacher" Räten.

    Angestrebt werde auch nicht der Abriss des Schulgebäudes: "Es wird sinnvoll genutzt". Man müsse sich allerdings fragen, ob man Gemeindegeld hineinstecken wolle: "Wir haben 2,7 Millionen Euro Schulden" Der "Stein" auf dem Kirchberg habe bewegt werden müssen. Nun tue sich was: "Wenn der Bürger es mitträgt, gehen wir es an." Die Kirchbergschule solle kein "Keil" für die Großgemeinde werden.

    Das Ratsbegehren sei nichtsdestotrotz falsch, meinte Göbhardt. Wenn eine Gemeinde bei jeder Entscheidung die Bürger befragen wolle, gehöre sie "der Katz". Bei der aktuellen Haushaltslage und neun Ortsteilen brauche man einfach "einen langen Atem" für die Gemeindeentwicklung.

    "Die Kirchbergschule soll ein Haus der Begegnung werden, nicht nur für die Üchtelhäuser", sagte Stefan Mai vom Fördeverein. Es gehe um Kunst und Kultur. Erst müssten Zahlen ermittelt werden, bevor man die Finanzen in den Vordergrund stelle. Es gäbe 80 Prozent Förderung, den Rest bekäme der Verein zusammen.

    Pflegeheim ins Gasthaus Schmitt?

    Franz Neugebauer (der auch behindertengerechte Parkplätze vermisst) könnte sich am Kirchberg ein Pflegeheim vorstellen. Die Gemeinde verweist auf die Berglage. Die Parkplätze sollen gemäß den Vorgaben des Programms "Bayern barrierefrei 2023" kommen.

    Wenn die Kirchbergschule kein Thema für die übrigen Bürger sei, warum sollten diese dann befragt werden, fragte Frank Weißenberger. Der Gemeinderat würde damit erst einen Keil eintreiben. Er sei für gelebte Demokratie in der Großgemeinde, erwiderte Thomas Pfister.

    Die Engländer machten mit dem "Brexit" vor, was bei solchen Befragungen herauskäme, konterte Udo Lutz. "Zur Zeit will der Bürger alles, nur nicht vor der eigenen Haustür": Diesen Eindruck hat die Bürgermeisterin, mit Blick auf die Themen Windkraft oder Dittelbrunner Vollsortimenter. Man solle stolz sein auf die Kirchbergschule, fand Sigi Müller. Das Pflegeheim können man im ehemaligen Gasthaus Schmitt unterbringen. Das sei Privateigentum, meinte Göbhardt, man laufe dort derzeit ins Leere.

    Parkverbot und Funkmast

    Hilmar Leuner sah einen gefährlichen Engpaß im Bereich Ahornstraße/Pfarräcker. Es brauche ein Parkverbot. Elisabeth Pfrang fragte nach dem Mobilfunkmast. Der soll laut Geschäftsleiter Harald Mantel sowohl von Vodafone als auch von Telekom genutzt werden. Standort ist der bereits früher angedachte Bereich zwischen Ex-Caritasheim und Friedenstraße, am Stromkasten.

    In die Breitbandförderung sei Üchtelhausen nicht gekommen, meinte Mantel auf Nachfrage von Stefan Schleyer. Die Telekom plane da eigenwirtschaftlich, an sich sei man "gar nicht so schlecht" versorgt.

    Wuchernde Hecken

    Auch in Üchtelhausen gab es eine Debatte über das neue Gemeindeblatt, etwa bezüglich der Vorlaufzeit für Artikel (Redaktionsschluss ist jetzt früher, am Montag). Jonas Lassonczyk sah wuchernde Zaunhecken als Risiko für die Verkehrssicherheit, Uwe Köhler den Wasserdruck als Problem beim Neubaugebiet. Moniert wurden Straßenrisse (die Gemeinde tut, was sie kann) und Ausfälle der Straßenbeleuchtung (zuständig ist das Bayernwerk). Im Bereich Kindergarten und Friedhof sollen neue Parkplätze angelegt werden.

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