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    Werneck

    Raupen-Massen werden weniger

    Schwammspinner-Raupen sitzen an einer Mauer in einem privaten Anwesen am Forstweg Schraudenbach.  Foto: Konrad Bonengel

    Die Schwammspinner-Plage am Forstweg in Schraudenbach neben den Bayerischen Staatsforsten ruft auch die Gemeinde Werneck auf den Plan. Sie versucht, die leidgeplagten Anwohner zu unterstützen.

    In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl die Räte zur aktuellen Situation informiert. Die Bürger hatten im Rathaus Hilfe gesucht, weil die Invasion der Raupen über ihre Gärten und Häuser hergefallen war. Daraufhin hatte der Gemeindebauhof mit einer Abflamm-Aktion auf öffentlichen Flächen versucht, einen Teil der Raupen zu beseitigen.

    Um die Betroffenen sachlich aufklären zu können, war über Vermittlung des Schweinfurter Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) eine Expertin aus der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Freising (LWF) nach Schraudenbach gekommen. Dr. Gabriela Lobinger aus dem Sachgebiet Waldschutz habe in ihrem Beisein sowie im Beisein von Geschäftsleiter Konrad Bonengel den Anliegern erläutert, wie weit die Entwicklung der Schwammspinner-Raupen sei und was jetzt dagegen unternommen werden könne.

    Noch etwa acht bis zehn Tage würden nach Lobingers Einschätzung die Tierchen fressen, bevor sie sich verpuppen. Die kleineren Raupen würden aufgrund eines Virus vorher verenden.

    Einen weiteren Vor-Ort-Termin nahm die Bürgermeisterin am Donnerstag gemeinsam mit Michael Grimm, dem stellvertretenden Arnsteiner Forstbetriebsleiter des zuständigen Waldbesitzers – die Bayerischen Staatsforsten – wahr. Dabei stellten alle Beteiligten einen spürbaren Rückgang der Raupen fest. Der Forstbetrieb hatte angeboten, falls nötig und angeordnet, eine Zaunsperre mit Plane zu bauen, um die Krabbeltiere von den Häusern abzuhalten, beziehungsweise sie dort abzusaugen.

    Wie Baumgartl informierte, wurden die Anlieger zu diesem Vorschlag befragt. Elmar Gehrsitz, einer der Hauptbetroffenen, habe erklärt, dass dies beim offensichtlichen Rückgang der Raupen keinen Sinn mehr mache. Aber er bat darum, Unterstützung zu erhalten, wenn er die Nistkästen säubert. Er betreut seit 30 Jahren die 210 Vogelnistkästen, in denen sich schon im vergangenen Jahr zahlreiche Schwammspinner-Raupen niedergelassen hatten. Der Forstbetrieb sagte ihm für die Reinigung zwei Kräfte zu.

    Jetzt geht es darum, so viele Raupen wie möglich in den Gärten und Häusern abzusaugen, abzukehren, abzubürsten und abzuspritzen. Wichtig sei, wie Baumgartl Lobinger zitierte, die Ei-Gelege so weit wie möglich zu verhindern, damit nächstes Jahr nicht das gleiche Problem herrsche.

    Die Anwohner forderten, dafür rechtzeitig Vorsorge zu treffen, so Baumgartl. Sie werde sich auf jeden Fall an die Landespolitik wenden, versprach sie.

    Man werde für nächstes Jahr die Situation genau beobachten, sagte Grimm den Anwohnern zu. Im Februar 2020 werde eine Versammlung dazu anberaumt. Aber auch wenn dann mit dem Häutungsbeschleuniger Mimic gespritzt werden sollte, müsse man 50 Meter Abstand zur Wohnbebauung halten. Mann könne aber davon ausgehen, dass die Raupen in den Wald hinein kriechen würden. Andernfalls müsse das Gesundheitsamt reagieren.

    Den betroffenen Anliegern dankte Baumgartl für ihre Geduld. "Ich gebe zu, das geht an die Psyche", bekannte sie. Sie sagte auch zu, dass die Anwohner, falls nötig, zur Beseitigung der Raupen aus den Sparren der Dächer auch die Drehleiter der Wernecker Feuerwehr in Anspruch nehmen könnten.

    Ziemlich kahl gefressen von den Schwammspinner-Raupen ist das Waldstück der Bayerischen Staatsforsten am Forstweg bei Schraudenbach. Foto: Silvia Eidel

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