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    SCHWEINFURT

    Region lehnt weitere Wechselstromleitungen ab

    Die geplanten Wechselstromleitungen P43 und P44 mit Endpunkt in Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld stoßen weiterhin auf großen Widerstand. Bei einem Gespräch mit Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, hat eine Delegation aus den Landkreisen Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge und Coburg die ablehnende Haltung gegen diese Stromtrassen nocheinmal deutlich gemacht.

    Der Termin in Berlin kam auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Anja Weisgerber (Schweinfurt), Dorothee Bär (Haßberge) und Hans Michelbach (Coburg) zu Stande. Mit dabei waren Vize-Landrätin Christine Bender (Schweinfurt), Landrat Wilhelm Schneider (Haßberge), Bürgermeister Ulrich Werner (Bergrheinfeld), Abteilungsleiter Thomas Schoenwald (Landratsamt Bad Kissingen), Vize-Landrat Christian Gunsenheimer (Coburg) sowie Bürgermeister Tobias Ehrlicher (Bad Rodach).

    Über den engen Schulterschluss zwischen den Landkreisen freut sich Anja Weisgerber laut einer Mitteilung ihres Büros sehr. Mit der energiepolitischen Vereinbarung vom 1. Juli 2015 sei der Region versprochen worden, dass Alternativen mit neuen Endpunkten entwickelt werden, mit dem Ziel, die Region Grafenrheinfeld zu entlasten. „Die Zusage von 2015 gilt bis heute“, so Weisgerber weiter.

    „Es kann nicht sein, dass unsere Region die Last des Netzausbaus überwiegend alleine schultert”, argumentiert die stellvertretende Landrätin Christine Bender. „Wir sind solidarisch bei der Energiewende, aber wir brauchen eine faire Aufteilung zwischen den Regionen“, betont Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider.

    Bereits jetzt treffen am Netzknoten Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld zahlreiche Leitungen aus allen Richtungen aufeinander. Würden alle Maßnahmen am Netzknoten Bergrheinfeld/Grafenrheinfeld verwirklicht, wäre ein Viertel der Stromlast Deutschlands im Landkreis Schweinfurt gebündelt, argumentiert Bender laut der Mitteilung.

    „Alleine in unserer Gemarkung stehen 170 Strommasten aller Spannungsebenen. Hinzu kommen ein neues Umspannwerk und der Endpunkt der Gleichstromleitung SuedLink mit mehreren großen Konverterhallen“, so Bürgermeister Ulrich Werner, dessen Gemeinde Bergrheinfeld bisher über 25 Hektar Ackerland für die neue Energiewende-Infrastruktur eingebracht hat.

    Beim Protest gegen die Wechselstromleitungen weiß Ulrich Werner die Bayerische Staatsregierung an seiner Seite. Auch diese setzt sich dafür ein, dass die Leitungen P43 und P44 mit Endpunkt in Bergrheinfeld bzw. Grafenrheinfeld nicht kommen und drängt auf die Prüfung verträglicher Netzausbauvarianten.

    Staatssekretär Bareiß versprach nichts, versicherte aber, man werde die Auffassungen der verschiedenen Seiten in den Entscheidungsprozess einfließen lassen.

    Bei dem Termin in Berlin wurden dem Staatssekretär eine Resolution sowie ein Positionspapier gegen weitere Stromtrassen übergeben. Bürgermeister Ulrich Werner sprach eine Einladung an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier aus, im Herbst nach Bergrheinfeld zu kommen, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen.

    Bearbeitet von Horst Breunig

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