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    Dingolshausen

    René Hauck gelang sein Debüt als Prediger bravourös

    Der legendäre Ruf der Dingolshäuser Kirchweih schallte wieder bei der Predigt – dem alljährlichen Höhepunkt der Kirchweih - in Richtung der vielen Besucher. Foto: Gerald Effertz

    „Wann sei Kerm is heit ?“. Der legendäre Ruf der Dingolshäuser Kirchweih schallte wieder so einige Male bei der Predigt in Richtung Besucher. Und so antworteten diese wie immer lautstark mit „Unnara“. Die Prediger Daniel Linder (letztmalig), Tobias Zeiß und René Hauck (neu dabei) verstanden es wieder, humorvoll über Missgeschicke und Kurioses aus dem Ort zu berichten.

    In diesem Jahr startete die „Kerm“ am Donnerstag mit dem Kesselfleischessen, gefolgt vom Schnitzelessen am Freitag. Danach heizte wieder DJ Hondi ein. Am Samstag zogen die Kirchweihburschen wieder frühzeitig los um den Kirchweihbaum zu holen. Zu den Klängen der Köhlerkapelle (Leitung: Stefan Müller) wurde der 25 Meter hohe Baum am Freiraum mit reiner Muskelkraft empor gerichtet. Der Aftershowparty im Jugendraum statteten sehr viele Gäste ihren Besuch ab. Am Sonntagmittag startete dann wieder der lange Festzug in Richtung Ortsmitte.

    Dort angekommen durften die Besucher letztmalig Prediger Daniel Linder zuhören. Er stellte die Wägen und Fußgruppen vor. „Der Koch ruft hektisch seine Kollegen an, bis er die Soß in Königsberg dann finden kann“. Geschehen einem Caterer beim runden Geburtstag einer ortsbekannten Persönlichkeit. Köstlich dargestellt von der Reserve der Kirchweihburschen. Von den Tücken des Alkohols wusste der Wagen des „Mittwoch-Stammtischs“ zu berichten. „Der Hund der ist doch gar nicht dein, der kann doch nur von einem Jäger sein“, klärt die Ehefrau auf. Die FVD-Fußballdamen nahmen sich dem Thema „Bürgermeister gesucht“ an. „Kein Kandidat hat sich bis jetzt präsentiert, schau mer mal was am 27.11. passiert“ (Anm. der Redaktion: an diesem Tag findet die Nominierungsversammlung statt).

    Ein anderes Missgeschick nahmen sie derweil auch auf die Schippe. „Leider wählt Bischwind in Michelau - warum, da musst mal auf ihr neues Ortsschild schau“.  Die Eigenheimer-Vereinigung nahm sich dem Thema „neuer Funkmast“ an.  „Sieben Monat, der Mast tut steh, gehen sollte jetzt 4G, doch leider tut noch gar nix geh“.  Das Männerballett stellte köstlich eine Begebenheit nach. Dass man sich nach einer längeren Feier nicht gerade unter ein Wohnmobil legen sollte und daraufhin Probleme mit der Polizei bekommt, veranlasste die Macher dieser Nummer zu Sätzen wie: „Eingeladen im Polizeiauto war dann a Ruh, kurz darauf fallen ihm wieder die Augen zu“. Seinen verlorenen Geldbeutel bekam der Glückliche dann auch wieder.

    Auch die Angler waren wieder mit von der Partie. „Problematisch wurd es dann, als es zur Holzvergabe kam“. Der Wagen berichtete von Problemen der Holzvergabe, da es eine Zeitlang keinen Förster gab. „Während einer Sanierung geht mer Gassi nicht, sonst geht schnell heim dein Helferlein und die Ärbert mächst du ganz allein“. Ein Beitrag der Kirchweihburschen zu einer Dachsanierung mit Hindernissen. Die 1. Mannschaft des FV Dingolshausen nahm humorvoll den Moderator des Köhlerlaufs auf die Schippe. „Des mit denna viel Namen des is halt so a Sach, da tut man einfach schnell an Fehler mach“.

    Und dann nahte für Daniel Linder der Abschied, bei dem er seinem Nachfolger, René Hauck vorstellte. „Ich wünsch dir viel Glück und auch Spaß, geb da hoben richtig Gass“.

    Auch auf den Wagen ging es ums Ortsgeschehen. Den zahlreichen Zuschauern gefiel es. Foto: Gerald Effertz

    Prediger Tobias Zeiß hatte dann in seiner Predigt so einiges zu vermelden. „Seit letztem Jahr ist die Pizza im Ort, aber zum Essen fahren sie diese eigentlich fort.“ Da manchmal das Telefon nicht erreichbar ist, gehen manche auch  mal zum Pizzaessen dorthin. „Man isst die Pizza und genießt den Wein, so einfach kann das Leben sein“. Aber die Pizzaria liefert nicht nur Pizza sondern manchmal auch gleich die Besteller selbiger mit aus. „Nach 15 Minuten hat er sei Ware bekommen“ da sagt er zum Fahrer „ich werd fei scho mit hemm genommen“. Auch auf das Thema mit dem falschen Hund kam er nochmal zu sprechen: „Puh, wo kommt denn jetzt der Terrier her, so richtig kann ich mir des net erklär“. Mit viel Unterstüzung durch die Kirchweihburschen „Der künftige Bräutigam war auf dem Ausflug nicht zu gange, so ging das Verhör der Frau durch einige Burschen schon recht lange“. Den schönsten Tag des Lebens erlebte dann dieses frischgebackene Ehepaar. Oder auch nicht. Zur Hochzeit in Hessen kamen sehr viele Gäste aus Dingolshausen um mitzufeiern. Aber danach: die beiden hatten ihre Flitterwochen ohne die Insolvenz einer Fluggesellschaft gemacht: „Am Schalter in Frankfurt angekommen, werden sie vom Insolvenzschild in Empfang genommen“ so Zeiß. Die Beiden kamen durch dies zu einem Interview mit einer großen Zeitung und „die Geschichte nimmt trotz allem einen guten Verlauf, Tags drauf macht man sich nach Hurghada auf“.

    Auch im „M-Dorf“ so Prediger Zeiß helfen die Dingolshäuser Floriansjünger. „Im Kolpinghaus schlägt die Brandmeldeanlage an, da braucht mer aus Dingo jetzt echt jeden Mann“. Dort angekommen stellen sie fest: „Viele Uniformen und Hektik pur, doch wo ist derer M-Dörfler ihr Feuerwehrauto nur? Das Rätsel wurde gleich gelöst: „Man wird von den Kameraden aufgeklärt, dass des Auto seit ein paar Tagen nicht mehr fährt“. Doch wie kriegt man die Brandmeldeanlage wieder aus ? „Zum Entrigeln brauchst en Schlüssel, da kommst aber net hin, der liegt im Feuerwehrauto drin“. Doch die „Dingos“ so Zeiß, fanden den Reserveschlüssel. Zeiß kam dann noch auf den – noch nicht funktionierenden Funkmast und einen dort passierten Unfall zu sprechen: „Freilandhaltung ist zur Zeit in aller Munde, die Säuli drehn am Ortschild schon die erste Runde“.

    Bürgermeister Lothar Zachmann dankte in seiner letzten Rede allen die sich für die Kirchweih „die schönste in Franken“ einsetzen. Er selbst, auch einst als Prediger auf der Bühne stehend ist sich sich sicher dass er dies vermissen werde.

    „Neu-Prediger“ René Hauck hatte dann noch die Schlagzeilen. In diesen ging es um die Schaltung einer Stellenausschreibung, bei der der künfige Gemeindearbeiter doch bitte ein „vermeintliches Multitalent“ sein muss. Grund war eine versehentlich zusätzlich abgedruckte Suche nach einer Bürokraft. Von einer unglücklichen Renovierung beim „Kirchweihburschenführer“ wusste er auch zu erzählen. Da die Dusche nicht ablief wurde seine „kompetentes Renovierungsteam“ nochmals alarmiert. Auch die Pleiten, Pech und Pannen des Hochzeitspaares nahm er noch mal auf die Schippe.

    Es sei bis jetzt nur durchgesickert, dass eine „Bischwinder Neigschmeckte“ für das Amt des Bürgermeisters kandidiert so Hauck in Bezug auf die Bewerber um das Bürgermeisteramt. Hauck kam dann noch auf das Problem mit dem Holz und das Dingolshausen ein Kurort wird zu sprechen. Die Friedhofserweiterung „ist so schön geworden“, dass man sie glatt mit einem Kurpark verwechseln könne“ so Hauck. Man solle Dingolshausen in „Bad Dingolshausen“ umändern zumal „Weinschörli“ in den Gaststätten des Ortes auch schon „Linderung diverser Krankheiten brachten“. Der Köhlerlaufmoderator, der müde unter dem Wohnmobil Schlafende und auch das falsch montierte Ortschild in Bischwind kamen noch zur Sprache. René Hauck bekam für sein gelungenes Debüt viel Beifall. Die „Ausscheider“ erhielten zur Erinnerung ein Bild. Die Ministranten von St. Laurentius sorgten derweil in bewährter Weise für Glühwein und Kuchen. Musikalisch untermalte die „Predigt“ wieder die Köhlerkapelle.

    Bearbeitet von Gerald Effertz

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