• aktualisiert:

    Oberspiesheim

    Renovierter Mariä-Schmerz-Bildstock feierlich eingeweiht

    Den Segen erhielt der renovierte Altarbildstock von Pfarrer Thomas Amrehn. Das steinerne Zeugnis fränkischer Volksfrömmigkeit steht seit 1861 in Oberspiesheim. Foto: Leo Stöckinger

    Eine Messfeier mit Pfarrer Thomas Amrehn fand hinter der Schnellstraßenüberführung in Oberspiesheim statt. Grund dafür war die Einweihung des renovierten Mariä-Schmerz-Bildstockes am Weg in Richtung Sulzheim mit dem Flurnamen "Am Oberriedweg". Der Geistliche rief dazu auf, an diesem Ort im täglichen Tun inne zu halten und aufzublicken, um über den Glauben und das Leben nachzudenken.

    Der Oberspiesheimer Gemeinderat Kurt Greß dankte den Privatpersonen und den örtlichen Vereinen für ihre großzügigen Spenden, die dazu beitrugen, dass der Bildstock restauriert werden konnte. Besonders nannte er Rudolf Ebert, der sich schon lange für den Erhalt des Altarbildstockes eingesetzt hat, und er führt die Pflege des Vorplatzes durch.

    Kurt Greß erläuterte den zahlreichen Gottesdienstbesuchern, dass im Jahre 1861 die Eheleute Georg Adam und Regina Nöth den Bildstock errichten ließen. Der Altarbildstock wurde am alten Grettstädter Weg errichtet, an dem stand ursprünglich ein Materle, dessen Alter nicht mehr feststellbar war. Bei der Flurbereinigung 1950 wurde die Pieta-Figur erneuert. 1975 fand der inzwischen wieder schadhaft gewordene Bildstock einen neuen Platz an der Schnellstraßenüberführung. Dies wurde nötig, da der Altarbildstock nach der Flurbereinigung mitten auf einem Acker stand. Die Figur der schmerzhaften Mutter Gottes ist bald darauf herausgebrochen und gestohlen worden. Daraufhin stellte ein ungenannter Wohltäter die Mittel für eine neue Pieta-Figur zur Verfügung.

    1995 ließ die Familie Engert den Bildstock, der schon wieder Schäden aufwies, teilweise restaurieren. Laut einem Gutachten beschloss die Gemeinde Kolitzheim 2018 eine erneute Restaurierung. Die Kosten in Höhe von 7200 Euro brachten die Oberspiesheimer, das Amt für Denkmalpflege und die Gemeinde Kolitzheim auf.

    Der Bildstock aus Sandstein ist etwa zwei Meter hoch, und ein kubischer Sockel mit starker Platte trägt eine von zwei Rundsäulen und im hinteren Bereich eine von einer Bildplatte getragene Bedachung. Im rückwärtigen Bereich zeigt ein Hochrelief eine Pieta auf einem Podest mit der Innschrift "Schmerzhafte Mutter bitt für uns". Die Inschrift auf der Vorderseite des Sockels lautet: "Dir Mutter will ich mich ergeben. O sei mein Trost in meiner Noth. Maria schütze mich im Leben und steh mir bei in meinem Todt".

    Der zweite Bürgermeister Martin Mack aus Unterspiesheim dankte Pfarrer Thomas Amrehn für die feierliche Segnung und den Initiatoren aus Oberspiesheim: "Ich bin stolz, dass in Oberspiesheim Bürger da sind, die solche Kulturgüter wertschätzen und sich engagieren, solche zu erhalten."

    Im Anschluss luden die Gemeindevertreter die Besucher bei herrlichem Wetter zu einem Weißwurst-Frühstück vor Ort ein.

    Am kirchlichen Fest Maria Schmerz feierten zahlreiche Gläubige zusammen mit Pfarrer Thomas Amrehn einen Gottesdienst vor dem renovierten Mariä-Schmerz-Bildstock in Oberspiesheim. Foto: Leo Stöckinger

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!