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    SCHWANFELD

    Rockiger Abschied für Schwanfelder Schulleiter

    Aus dem Schulgebäude klingen die ersten Takte von „Smoke on the Water“ von Deep Purple, und während sich die Aula mehr und mehr füllt, übt der Gitarrist das Solo von „Highway to Hell“ der australischen Rockband AC/DC. Andere wiederum üben den Takt von „We will rock you“, und um das Schulorchester herum geht es zu wie in einem Bienenstock.

    Um Missverständnisse zu vermeiden: wir sind in der Aula der Grundschule Schwanfeld, das von Michaela Weißenberger geleitete Orchester besteht aus den Schulkindern, und sie verabschieden ihren Schulleiter Jürgen Faltenbacher in den Ruhestand. Wobei Ruhestand für Faltenbacher in der Tat ein Unruhestand sein dürfte, allein schon wegen der halsbrecherischen Hobbys.

    Motorradfahren, Paragliden, Skifahren, Bergtouren – allesamt Freizeitbeschäftigungen, für die der in Ehren ergraute Faltenbacher nach 16 Jahren an der Grund- und Mittelschule Schwanfeld nun noch mehr Zeit haben wird. Das ist zumindest ist die Vermutung der Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel. Skizzenhaft zeichnete sie die Stationen Faltenbachers auf, bis es ihn 2002 als stellvertretenden Schulleiter an die damalige Grund- und Mittelschule nach Schwanfeld verschlagen hatte. 2014 hatte er dort den Direktorposten der Grundschule übernommen, und weil er selbst immer ein Vorbild hat sein wollen, „waren Sie auch Klassenlehrer der 4a“, so die Schulamtsdirektorin. Was ihr besonders auffiel war, wie Faltenbacher die Inklusion vorangetrieben hatte, nämlich mit Partnerklassen.

    Der sonst so wortgewandte Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzende Richard Köth gab zu, „dass es schwierig ist, die richtigen Worte zu finden nach 16 Jahren an dieser Schule“. Insgesamt sei es doch ein wenig zu früh, den Schulleiter in Ruhestand zu schicken, „Leute wie Sie bräuchten wir hier dringend. Alles, was an dieser Schule passiert ist, trägt Ihre Handschrift“. Der Elternbeirat unter dem Vorsitz von Klaudia Dahm verabschiedete den Direktor mit einem kleinen Sketch, dann waren wieder die Schüler an der Reihe.

    Nicht nur musikalisch, auch tänzerisch und mit einer kleinen Theatereinlage nahmen sie Abschied. Etwa mit dem Lied „Lachen macht Spaß“, oder dem „Tschüss! Good bye! Auf Wiedersehen!“ der Klasse 4a. Eines ihrer Abschiedsgeschenke war eine Sammlung von Ausreden, die ihnen „der Faltenbacher“ ohnehin nicht abgenommen hatte. Nun habe der Chef ja genug Zeit für seine Hobbys, befanden die Kinder, und sie kletterten auf Berge, wanderten durch die Alpen, fuhren mit einem Motorrad auf die Bühne und posierten mit zwei Figuren aus der Filmserie „Star Wars“.

    Letztlich überreichten die Lehrer ihrem bald Ex-Chef unter anderem ein Bild mit einem Baum, dessen Blüten aus den Fingerabdrücken aller Schwanfelder Grundschulkinder bestand.

    Seine Abschiedsrede hielt Faltenbacher kurz. Es habe ihn „nicht ganz freiwillig“ nach Schwanfeld verschlagen, gab er zu, und doch war sein Rückblick sehr positiv. Es habe auch unter den Lehrern kaum ein böses Wort oder ein Türschlagen gegeben, die Atmosphäre sei immer freundlich gewesen. „Und falls ihr irgendwann mal einen Vertretungslehrer braucht – wenn ich nicht gerade beim Bergsteigen oder Motorradfahren bin, komme ich gern“, verabschiedete sich Jürgen Faltenbacher in den Ruhestand.

    Seine Nachfolgerin ist Margot Köhler-Tanzberger, die bislang noch an der Grundschule Werneck beschäftigt ist.

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