• aktualisiert:

    Schweinfurt

    SPD: Spitalstraße wieder für Radfahrer öffnen

    Bis Sommer 2014 durften Radfahrer durch die Spitalstraße radeln – seither müssen sie absteigen. Die Stadtratsmehrheit wollte das. Wird sie für Radler wieder geöffnet, wenigstens bis zur Fertigstellung  der parallel laufenden Zehntstraße mit neuem Radweg? Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

    Stadtrat Thomas End stellt  im Namen der SPD-Stadtratsfraktion den Antrag ans Rathaus, die Spitalstraße für Radfahrer ganztägig wieder zu öffnen, und zwar zumindest so lange, bis der Bau des neuen Radwegs in westlicher Richtung in der Zehntstraße abgeschlossen ist. Die SPD unterstützt damit die Anregungen von Martin Dettmar, Vorsitzender des ADFC Schweinfurt, die dieser aus Anlass eines schweren Verkehrsunfalls einer Mutter mit Fahrradanhänger jüngst in der Zehntstraße an die Stadt gerichtet hat. Wie berichtet, war die Frau in der Zehntstraße gegen die Einbahnrichtung unterwegs, von einem Autofahrer übersehen worden und unter das Fahrzeug gekommen. Passanten hoben das Auto an und befreiten sie. Nur durch Glück hatte sie dabei keine schwerwiegenden Verletzungen davon getragen.

    Viele Radler fahren gegen die Einbahnrichtung 

    "Was hat die junge Mutter motiviert, die Zehntstraße in westlicher Richtung zu befahren?" – und damit gegen die Einbahnrichtung, fragt Detter in seinem Brief an die Stadt. Er könne nur mutmaßen, aber einen wesentlichen Anteil daran habe wohl, dass seit der Sperrung der Spitalstraße in der Fußgängerzone für Radfahrer "keine Alternative zu Querung der Innenstadt von Ost nach West eingerichtet wurde". Zählungen hätten ergeben, dass regelwidrig viele Radfahrer die Zehntstraße in verkehrter Richtung als Alternative zur gesperrten Fußgängerzone nutzten. Das Unfallrisiko sei dabei sehr hoch.

    Die Zehntstraße mit Postamt und gegenüberliegendem Parkplatz.  Foto: Oliver Schikora

    Die Forderung des ADFC Schweinfurt als Sofortmaßnahme ist die ganztägige Wieder-Öffnung der Spitalstraße für den Radverkehr, bis die Baumaßnahme mit neuem Radwegs fertig ist. Im Sommer 2014 hatte der Stadtrat die Spitalstraße für Radler zu den meisten Zeiten gesperrt

    Dass viele Radler die Einbahnstraßen in verkehrter Richtung als "Geisterradler" nutzten, liege in erster Linie am unattraktiven Angebot der vorhandenen Infrastruktur, so dass die Bequemlichkeit sie zum Fehlverhalten verleite. Als Beispiel nennt der ADFC-Vorsitzende die Gunnar-Wester-Straße/Hauptbahnhofstraße in westlicher Richtung. Auch mangele es an der Aufklärung, welches Risiko damit verbunden ist. Häufig seien diese Geisterradler "sehr leichtsinnig und unaufmerksam unterwegs". Der ADFC Schweinfurt fordert als Sofortmaßnahme mehr Öffentlichkeitsarbeit über das Risiko des Geisterradelns durch die Stadt Schweinfurt sowie verstärkte Kontrollen an Brennpunkten wie der Maxbrücke und in der Zehntstraße.

    Werktags von 11 bis 18 Uhr müssen Radfahrer in der Spitalstraße absteigen und schieben. Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

    ADFC: Andere Ausfahrt und Fahrtrichtung umkehren

    Damit nach Einrichtung des neuen Radfahrstreifens in der Zehntstraße ab Ende dieses Jahres das Unfallrisiko für die Radfahrer möglichst vermieden wird, fordert der hiesige ADFC den Umbau der Ausfahrt des Parkplatzes Lange Zehntstraße in die Kirchgasse, keinesfalls in die Zehntstraße, sowie die Umkehrung der Einbahnstraße Graben von der südlichen Richtung in nördliche Richtung, damit sich ein Unfall wie jener der jungen Mutter mit Fahrradanhänger nicht wiederholt. Die SPD-Fraktion unterstützt diese ADFC-Forderungen "und erhebt sie zum Antrag an den Stadtrat", so End.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (8)

      Kommentar Verfassen

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!