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    SCHWEINFURT

    Samstagsglosse Zeug gibt's: Stadt und Land noch Hand in Hand?

    Zeug gibt‘s: Kein Herz für Hunde
    _ Foto: Thomas End) aussehen werden, sollte die Baumschutzverordnung tatsächlich abgeschafft werden.

    Stadt und Land – Hand in Hand. So lautet die Harmonie-Formel, auf die sich die kreisfreie Stadt Schweinfurt und der Landkreis Schweinfurt vor vielen Jahren geeinigt haben, nachdem das langjährige Führungsduo Gudrun Grieser (Stadt-OB) und Harald Leitherer (Landrat), beide CSU, die kommunale Kampfarena geräumt hatten. Wobei: Der Herr Leitherer war, genau genommen, von den Wählern aus der Arena abgeräumt worden. Beide waren sich als Parteifreunde in inniger Abneigung verbunden und wurstelten gerne gegen- und nebeneinander, jede/r eifersüchtig auf den eigenen Vorteil bedacht. Ihre Nachfolger Sebastian Remelé (CSU) und Florian Töpper (SPD) kommen dagegen blendend miteinander aus, vielleicht gerade weil sie sich nicht in ein und derselben Partei profilieren müssen.

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    Nun könnte das harmonische Händchenhalten gestört werden, nicht etwa weil die Herren OB und Landrat sich verstritten hätten, sondern weil die Stadtrats-CSU ihrem Oberbürgermeister Remelé in die Parade fährt, und zwar in Sachen neue Zufahrt zum geplanten Neubau des Berufschulzentrums des Landkreises, das sich auf Stadtgebiet befindet. Die Zufahrt soll nach dem Willen des Kreises nicht mehr nur über die Geschwister-Scholl-Straße, sondern auch vom Süden her, von der Geldersheimer Straße aus erfolgen. Schweinfurter CSU-Stadträte befürchten erhöhten Parksuchverkehr im Stadtteil Bergl.

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    Damit erwischte die CSU ihren Herrn Oberbürgermeister und seine Verwaltung irgendwie auf dem falschen Fuß. Solche Unbotmäßigkeit war wohl nicht vorgesehen im Drehbuch. Der Herr Remelé erklärte, er sehe kein Verkehrsproblem im Bergl wegen der neuen Zufahrt und wisse nicht, wie es ohne diese um das Bauvorhaben des Landkreises stehe. Die Bauverwaltung sah „keine relevante Mehrbelastung“ durch die Anbindung des neuen Berufsschulzentrums vom Bergl her, die Mehrheit des Bauausschusses aber schon und lehnte die neue Zufahrt ab. Heißt das ab jetzt „Stadt und Land – nicht mehr Hand in Hand“?

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    Ach was! So was von Pillepalle, um mit den Worten der Kanzlerin zu sprechen, kann doch die Harmonie zwischen CSU-OB und SPD-Landrat nicht stören. Der Herr Töpper hat schon gesagt, trotz dieser unvorhergesehenen Entwicklung sei er sich mit dem Herrn Remelé einig, da werde „schnellstmöglich eine Lösung gefunden“. Das ist durchaus vorstellbar, geht beiden doch das Alphatier-Gehabe ihrer Vorgänger Grieser und Leitherer weitestgehend ab, und an einer doofen Zufahrt wird die Liebe zwischen Stadt und Land wohl keinen dauerhaften Schaden nehmen.

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    Mittlerweile hat die Schule wieder begonnen, und auch für Schweinfurter Schüler/innen bedeutet dies, dass sie freitags wieder auf die Straße zu gehen haben, „for future“ natürlich. Das Klima ist längst nicht gerettet, da kann man freitags nicht einfach nach Hause gehen. Vom Schillerplatz zog die Klima-Demo zum Marktplatz, vom Rückert-Denkmal herab wurden Reden geschwungen und auf Kommando in die Luft gehüpft. Denn, so skandierte die Schülerin am Mikro, „wer nicht hüpft, der ist für Kohle“. Dafür wollte keiner sein, weshalb die meisten hüften – bis auf Edo Günther (Bund Naturschutz). Der ist eher Rentner als Schüler und da, so war er zu verstehen, könnte die Hüpferei der Hüfte schaden.

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