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    Schweinfurt

    Schöne Tradition: Weihnachtsfeier für Alleinstehende

    Die Weihnachtsfeier an Heiligabend in der Stadthalle ist seit vielen Jahren ein wichtiger Termin. Dazu gehört neben Musik und Unterhaltung tatkräftige Nächstenliebe.
    Das Bläserquartett Peter Heeg sorgt bei der Weihnachtsfeier für Alleinstehende in der Stadthalle für Stimmung.  Foto: Martina Müller

    Anderen eine kleine Freude machen, zusammen sein: So könnte man den Sinn oder den Geist von Weihnachten zusammenfassen. Seit vielen Jahren geht es an Heiligabend nachmittags in der Stadthalle bei der Weihnachtsfeier der Stadt für Alleinstehende genau darum: Anderen eine Freude machen und zusammen sein. 

    Mitsingen gehört zur Tradition bei der Weihnachstsfeier für Alleinstehende.   Foto: Martina Müller

    Viele scheinen sich auf diese  Stunden in der festlich geschmückten Stadthalle zu freuen.  Auf die Kaffeetafel, die Musik, das Showprogramm. Ruckzuck sind die Stuhlreihen gefüllt, die mitgebrachten Tassen ausgepackt. Das gehört nämlich mit zur Tradition: eigenes Geschirr mitbringen. Da kommt dann auch mal die Tasse mit Deutschlandflagge oder ein Becher mit Comicfigur zum Vorschein. Und ab und an kommt jemand mit Nikolausmütze.    

    Viele Helfer sind mit dabei  

    Viele sorgen dafür, dass der Nachmittag schön wird. Die netten Leute an der Garderobe,  die Leute, die die Geschenktüten verteilen, die Tafel-Mannschaft, die Tiefkühlpizza und Süßigkeiten verteilt: schön verpackt, zum Mitnehmen und mit einem Lächeln gratis dazu. Hinter den Kulissen wird auch fleißig gearbeitet. Arbeitersamariterbund, Arbeiterwohlfahrt, Rotes Kreuz, Caritas, Diakonisches Werk, Städtisches Sozialreferat:  Daraus rekrutieren sich die Helfer für die Kaffeetafel. Zur Tradition gehört aber auch, dass Stadträte und der Oberbürgermeister mit bedienen. Sebastian Remelé  bekommt ein nettes Kompliment von einer älteren Dame: Gut habe er das mit dem Einschenken gemacht, sagt sie. Marietta Eder, OB-Kandidatin der SPD, ist neu im Stadtrat und neu bei der Veranstaltung: Sie beeindruckt eine Besucherin, weil sie ihr eine Tasse organisiert. Freude machen kann ganz einfach sein. Stadtwerke-Chef Thomas Kästner freut sich so über Grüße an die Busfahrer.  "Ich kenn' die alle", sagt eine Frau.  Für den Stadtrat an den Kannen ist auch Ayfer Rethschulte von den Grünen. Ihr macht das sichtlich Spaß. 

    Bezaubernd: Die Dance Academy Schweinfurt mit einer Szene aus "Schwanensee".  Foto: Martina Müller

    Zur Tradition gehört auch, dass man mitnehmen kann, was auf den Plätzchentellern übrig ist. Wer weiß, dass auf ihn daheim ein üppiges Essen und eine Familie warten, kann da schon mal nachdenklich werden, wenn er jemand fragen hört: "Essen Sie das noch oder kann ich das mitnehmen?"  

    OB Sebastian Remelé bedient die Gäste.  Foto: Martina Müller

    Oberbürgermeister Sebastian Remelé geht in seiner Ansprache auf den Wert von Gemeinschaft ein und gibt sich mitfühlend. Viele hier im Saal lebten allein, seien nicht auf Rosen gebettet, blickten nicht enthusiastisch auf das kommende Jahr. Mancher mache sich wohl auch Sorgen um seine Gesundheit. "Ich wünsche Ihnen Mut, damit Sie mit kleinen und großen Problemen fertig werden", sagt der OB. Und hofft, dass sich die Menschen hier in der Stadt geborgen und beschützt fühlen. Sein Dank gilt Sponsoren und Helfern, ohne die das alles nicht möglich wäre.    

    Bläserquarett, Ballett und Chorgesang

    Für die Besinnlichkeit sorgt wie immer das Bläserquartett Peter Heeg. Wenn die Lichter ausgehen, die Kerzen schimmern und der Baum strahlt, wird's bei den Weihnachtsklassikern richtig kuschelig.  Für Stimmung sorgt auch der Chor aus FAG Kugelfischer Sängerchor und Männerchor Bergrheinfeld. Zauberhaft wird's bei der Balletteinlage der Dance Academy Schweinfurt, nachdenklich, als Lea Backhaus die Geschichte "Wo wird Jesus geboren" von Susanne Haverkamp vorliest. Darin rät Gabriel Gott, seinen Sohn doch in Wohlstand, Frieden, besten Bedingungen zur Welt kommen zu lassen. Doch Jesus kommt umgeben von Armut, Not, Hunger zur Welt. Warum? "Damit sich die Menschen, denen es nicht gut geht, ihm nahe fühlen können. Das ist das Geheimnis von Weihnachten", sagt Lea Backhaus.       

    Warten auf den Einsatz: Traditionell sind außer dem OB einige Stadträte mit im Einsatz, wie hier Marietta Eder, OB-Kandidatin der SPD.  Foto: Martina Müller

    Jesus liegt auf Stroh, ist in einfachen Verhältnissen zur Welt gekommen: "Irdischer geht es kaum", sagt Dekan Oliver Bruckmann. Der Geist von Weihnachten heißt für ihn auch eines: Miteinander eins werden. "Niemand soll allein sein, in seinen Sorgen übersehen werden." Sein Appell: "Das Gute tun, das andere zum Leben brauchen."       

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