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    Schonungen

    Schonungen profitiert von EU-Mitteln

    Das Wohn- und Geschäftshaus am Hegholz in Schonungen. Foto: Stefan Rottmann

    Es war das mit Abstand größte Bauprojekt in Schonungen der Nachkriegsgeschichte: Bürgermeister Stefan Rottmann erinnert sich noch genau an die Anfänge der Altlastsanierung und die Städtebauliche Neuordnung. Kurz nach seinem Amtsantritt rollten im Sommer 2012 die Bagger und es begann einer der komplexesten und langwierigsten Großbaustellen Unterfrankens, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Dank großzügiger Fördermittel von der Europäischen Union und vom Freistaat Bayern konnte das Areal der einstigen Farbenfabrik Sattler zu einem modernen, hochwertigen Wohnquartier weiterentwickelt werden. Die Gemeinde hat es verstanden, verschiedene Zuschusstöpfe anzuzapfen. So flossen alleine aus Brüssel über 2,2 Millionen Euro nach Schonungen. Auch der Bayerische Rundfunk interessierte sich unlängst für das EU-Projekt und begleiteten den Bürgermeister für ein Filmprojekt.

    Gerade die Städtebauliche Entwicklung sorgte für eine spürbare Aufwertung des etwa zehn Hektar großen Areals. Neue Fuß- und Radwege, Quartiersplätze, Brücken, Parkplatz- und Grünflächen, optimierte Straßenführungen, E-Ladestationen und nicht zuletzt die Verlegung des Baches mit Ufer- und Mauergestaltung sorgen jetzt für einen positiven Gesamteindruck. Darüber hinaus wurden auch weitestgehend Ver- und Entsorgungsleitungen im Untergrund erneuert.

    „Es war uns ein wichtiges Anliegen, nach erfolgter Altlastsanierung und der städtebaulichen Umgestaltung auch die neugewonnen Grundstücksareale einer Weiterentwicklung zuzuführen, um die anhaltende Baustellenphase nicht unnötig in die Länge zu ziehen.“, erinnert sich Rottmann heute, schließlich befinden sich Anwohner und Gemeinde gleichermaßen bis heute durchgehend im Baustellenmodus.

    Deswegen hat sich die Gemeinde in einem dritten und letzten Bauabschnitt dafür entschieden, einen Ideenwettbewerb auszurufen, um das einstige Richtergelände, die Sattlerwiese und das Bachstraßenareal sinnvoll nachzunutzen. Mithilfe von Bürgerbeteiligung wurde ein umfangreicher Kriterienkatalog erarbeitet. Die gemeinsame Bewerbung des Bauträgers Glöckle und dem Betreiber Arbeiterwohlfahrt (AWO) kam den Vorstellungen der Gemeinde und den Bürgern am nächsten. Das Konzept sieht die Errichtung eines Pflegezentrums mit Cafeteria, 26 barrierefreie Wohnungen, Räume für Tagespflege und Sozialstation, Parkanlagen, Geronto- und Erlebnisgarten sowie weitere private Stellplätze vor.

    Die Arbeiten befinden sich nun endgültig auf der Zielgerade, nur die Neugestaltung des Bachstraßenareals und des Dürrgeländes stehen jetzt noch aus. Der Bauantrag für ein weiteres großes Bauprojekt wurde zwischenzeitlich auch für dieses Gelände gestellt. Schon Mitte Juli wird das Senioren- und Pflegezentrum seiner Bestimmung übergeben. 

    Der Gemeinderat hat sich nach einem längeren Meinungsfindungsprozess für eine Anwohnerparkzone im Bereich „Schonungens neuer Mitte“ ausgesprochen. Besucher und Gäste könnten mit Parkscheibe während eines Zeitraums von zwei Stunden innerhalb einer definierten Anwohnerzone parken. Vor einer möglichen Umsetzung will die Gemeinde die Überlegungen einem breiten Publikum vorstellen und die Bürger zu Wort kommen lassen. Es handelt sich dabei um einen ersten Entwurf, der dann schließlich auch mit Verkehrsbehörden und Polizei beraten werden muss.  Aus diesem Grunde lädt die Gemeinde am Mittwoch, 5. Juni, um 18 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in den Sitzungssaal des Rathauses Schonungen (2. Obergeschoss) ein.

    Obwohl die Gemeinde gerade in den letzten Jahren Enormes geleistet und erreicht habe, sei man noch lange nicht am Ziel, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Ein Quartierskonzept befindet sich in der Entstehung: Konkret geht es darum, wie die Pflegeeinrichtungen in das Ortsgeschehen integriert und wechselseitig Veranstaltungen und Aktivitäten stattfinden.

    Auf lange Sicht ist es zudem beabsichtigt, den benachbarten gemeindlichen Bauhof nach Marktsteinach zu verlegen. Unterhalb der Grünschnittdeponie hat die Gemeinde im vergangenen Jahr ein Areal von etwa 10 000 Quadratmetern erworben, das für den Neubau des Bauhofs und des Forstbetriebs zur Verfügung steht. Das Feuerwehrhaus in Schonungen soll nach erfolgter Sanierung zu einem Einsatzzentrum (Feuerwehr, Rotes Kreuz, DLRG) umfunktioniert werden. Die bisherige Gerätehalle des Bauhofs könnte so beispielsweise für eine Parkscheune zur Verfügung stehen.

    Bearbeitet von Peter Kallenbach

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