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    Kreis Schweinfurt

    Schülerkarten werden deutlich billiger

    Schüler und Auszubildende aus dem Landkreis Schweinfurt fahren ab dem neuen Schuljahr günstiger mit dem Bus: Der Landkreis subventioniert den Fahrpreis für Monatskarten mit 40 Prozent. Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

    Schülermonatskarten für die öffentlichen Busse, die auch Studenten und Auszubildende erhalten, werden deutlich billiger. Der Landkreis subventioniert ab September die ohnehin vergünstigten Tickets für Linien, die den Landkreis Schweinfurt bedienen (inklusive der Stadtbuslinien in den Zonen 2 und 3), zusätzlich mit 40 Prozent. Das hat der Kreisausschuss entschieden und will damit die Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel erhöhen.

    Weniger als die Hälfte des Normalpreises

    Künftig soll zum Beispiel eine Schülermonatskarte für die Strecke Schweinfurt-Gerolzhofen 57,06 Euro kosten statt bisher 95,10 Euro. Der Normaltarif liegt bei 120,10 Euro, somit kostet die verbilligte Schüler-Variante künftig weniger als die Hälfte. Der Zuschnitt der Karte, wie etwa der Personenkreis, der sie bekommen kann, bleibe aber unverändert, sagte Michael Graber vom Regionalmanagement des Landratsamtes. Wie er und Landrat Florian Töpper (SPD) betonten, betrete man mit dieser Subventionierung Neuland. Weitere Ermäßigungen sollen zum Beispiel für Senioren folgen, deuteten sie auf Nachfragen aus den Kreistagsfraktionen an.

    Zu den Zielgruppen der deutlich verbilligten Karte zählen hauptsächlich Schüler, die nicht unter die Kostenfreiheit des Schulweges fallen, weil sie zum Beispiel nicht die nächstgelegene Schule besuchen oder die Schule weniger als drei Kilometer von der Wohnung entfernt ist. Zudem soll die Karte für Auszubildende, Schüler ab der 11. Klasse und Kinder attraktiv werden, die abwechselnd bei getrennt lebenden Eltern wohnen. Der neue Preis könnte etwa dazu führen, dass es für Schüler günstiger ist, eine Monats- statt zweier Wochenkarten zu kaufen. Letztlich, so Graber, gehe es darum, junge Menschen frühzeitig an den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) heranzuführen, damit sie ihn dauerhaft nutzen. Marketingaktionen sollen für Bekanntheit sorgen.

    Nicht alle Berufsschüler profitieren

    In den Fokus der Diskussion im Kreisausschuss gerieten Berufsschüler, die nur einmal in der Woche oder in zeitlichen Blöcken die Schule besuchen. Deswegen forderten Edeltraud Baumgartl (CSU), Hubert Zink (Freie Wähler) und Hartmut Bräuer (SPD), dass auch Tageskarten für Schüler subventioniert werden sollen. Graber sagte, dass man bewusst keine Gelegenheitsfahrer finanziell entlasten wolle. Er berief sich auf die Aussagen eines Gutachters zum Nahverkehr, dass bei dieser Form der Subvention die Kunden den Spareffekt zwar mitnehmen würden, daraus aber keine dauerhafte Bindung zum ÖPNV entstehe. Baumgartl zog diese These in Zweifel. Zumindest werde man den Vorschlag prüfen, sagte Töpper zu.

    Zur Besonnenheit bei der Ausgestaltung des Ticket-Systems mahnten Graber und Töpper im Hinblick auf den anvisierten Beitritt zum mainfränkischen Verkehrsverbund. Es müsse in die künftige Tarifstruktur passen. Deswegen wolle man keine Karten einführen, die man nach dem Beitritt wieder abschaffen müsse.

    Die Subventionierung lässt sich der Landkreis geschätzte 141 000 Euro im Jahr kosten. Zieht man die Förderung des Freistaats ab, bleiben 52 000 Euro, die der Landkreis selbst aufbringen muss. Das Geld wird an die Busunternehmer gezahlt, um die verringerten Einnahmen auszugleichen.

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