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    Sulzheim

    Schwab: Personal für Simons Betreuung nicht ausgebildet

    Von Bürgermeister Jürgen Schwab erreicht die Redaktion jetzt eine Stellungnahme zum Artikel "Simon bekommt (noch) keine Mittagsbetreuung". Bürgermeister Schwab wurde von der Redaktion vor Veröffentlichung des besagten Artikels mehrmals zum Vorgang um Simon Leibold befragt und hätte schon zu diesem Zeitpunkt ausreichend Gelegenheit gehabt, unten Ausgeführtes zu schildern. Das tat er aber nicht. Statt dessen nutzte er am Donnerstag die Gelegenheit, am Ende der Feuerwehrübung in Sulzheim vor den angetretenen Feuerwehrmitgliedern sich kritisch über die Main-Post zu äußern.

    Jetzt kommt eine schriftliche Stellungnahme. Zur Aussage, dass die Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung der Aufnahme Simons zugestimmt hätten: Die beiden Mitarbeiterinnen haben laut Bürgermeister Jürgen Schwab zu Caroline Leibold gesagt, dass sie Simon natürlich aufnehmen können, die Anmeldung jedoch über die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Gerolzhofen läuft. "Bei diesem Gespräch und auch bei der Anmeldung beziehungsweise Vormerkung in der VG wurde von den Eltern mit keinem Wort eine Beeinträchtigung, eine Behinderung oder eine ähnliche Einschränkung erwähnt oder angegeben", sagt nun der Bürgermeister. Es sei vielmehr der Eindruck vermittelt worden, dass Simon keine besondere Behandlung benötige und auch keine Krankheit habe. Die vorhandenen Einschränkungen seien der Gemeindeverwaltung nur durch private Informationen bekannt geworden.

    Die Gemeindeverwaltung habe dann mehrfach versucht, die „Ablehnung“ fundiert zu begründen. Familie Leibold sei über die fehlenden räumlichen und personellen Möglichkeiten informiert worden. Eine Email vom 29. Juli, in der Thorsten Leibold sich bei Bürgermeister Schwab bedankte, dass er sich freue, dem „…aktuellem Gemeindebrief Nr.3 vom 19.07.2019 zu entnehmen, dass Sie nun doch den 23. Mittagsbetreuungsplatz für unseren Sohn frei gemacht haben. Ich bitte Sie jedoch uns die Platzbetätigung auch nochmals schriftlich zukommen zu lassen, da ich, wie bereits in unserem ersten Schreiben erwähnt, Planungssicherheit benötige“ sei ebenfalls begründend und mit einer bedauernden Absage beantwortet worden.

    Jürgen Schwab den angegeben Zahlen im Amtsblatt: Im Schuljahr 18/19 wurden 22 Kinder betreut, für das Jahr 19/20 waren zu dem Zeitpunkt 23 Kinder geplant, aber nicht fix. Die Angabe im Amtsblatt bezog sich zum einen auf den Sachstand Juni 2019, zum anderen auf das beschränkte Platzangebot und die so organisierte Betreuung. Des Weiteren sei es falsch, dass zwei getrennte, fixe Gruppen à zwölf Kinder in der Mittagsbetreuung vorhanden sind oder sein müssen.

    Eine Gruppe müsse mindestens zwölf Kinder umfassen, wobei die Anzahl auch unter bestimmten Voraussetzungen unterschritten werden dürfte. Die Mittagsbetreuung Sulzheim bestehe aus einer Gruppe. Nach dem gemeinsamen Mittagessen werden die Hausaufgaben erledigt. Wer fertig ist oder keine Hausaufgaben zu erledigen hat, geht unter Aufsicht der zweiten Betreuungskraft im Obergeschoss zum Spielen. Das sei Thorsten Leibold auch genau so mitgeteilt worden. Sollte ein Kind einen regelmäßigen, erhöhten Betreuungsaufwand benötigen, wäre nach Ansicht der Gemeindeverwaltung die Aufsichtspflicht der anderen Kinder nicht mehr gewährleistet. Das Personal sei für eine Betreuung, wie sie Simon benötigt, auch nicht ausgebildet. Die Einrichtungen im Rathaus seien derzeit leider nicht für Personen mit Einschränkungen oder Behinderungen geeignet.

    Am 16. September habe es ein Treffen mit Familie Leibold, 2.Bürgermeister Albrecht Dazer und der Mittagsbetreuung statt. Dabei habe Familie Leipold ihre Sichtweise dargelegt und es sei von Seiten der Gemeindeverwaltung auch versucht worden, die offensichtlich falsch interpretierten Belegungszahlen zu erläutern.

    Während des Schulunterrichts werde das Kind durch eine vom Bezirk Unterfranken finanzierte Betreuungskraft begleitet. Für die Mittagsbetreuung stünde diese jedoch nicht zur Verfügung. So sei vereinbart worden, dass Simon für das nächste Schuljahr 2020/2021, so wie jedes andere Kind auch, für die Mittagsbetreuung angemeldet werden kann. Die Eltern haben sich mündlich dazu bereit erklärt, das Kind abzuholen, sobald es seiner Krankheit entsprechend eine Betreuung benötigt.

    Abschließend führt Bürgermeister Jürgen Schwab aus, dass sich die Gemeindeverwaltung Sulzheim zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage sieht, das Kind seinen Bedürfnissen entsprechend zu betreuen, ohne die gesetzlichen Auflagen zur Betreuung der anderen Kinder zu verletzen. Beides könne nicht im Sinne aller Eltern, der Kinder und der Verantwortlichen sein, meint er.

    Bearbeitet von Norbert Finster

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