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    Schweinfurt

    Schweinfurt Spitze: Stadtbus mit den kürzesten Wegen

    Das Angebot steuert die Nachfrage, sagen die Schweinfurter Stadtwerke, die in Deutschland die kürzesten Wege zur nächsten Haltestelle bieten. Leer bleiben die Sitzplätze nur am ganz frühen Morgen und in der Nacht. Foto: Gerd Landgraf

    Für die Schweinfurter sind die Wege zu Bus und Bahn kürzer als selbst für Berliner, Hamburger oder auch Münchner. "Mit diesem Angebot an Haltestellen und Bahnhöfen ragt Schweinfurt heraus" und belegt bundesweit den besten Platz, so Dirk Fliege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, die das in dieser Woche präsentierte Ranking erstellt hat. Über das hervorragende Abschneiden freuten sich am Mittwoch die Verantwortlichen bei den Stadtwerken und im Schweinfurter Rathaus. Die Redaktion sprach mit Harald Mendrock und Sebastian Weißmantel vom Verkehrsbetrieb der Stadtwerke.

    Natürlich sind auch im Liniennetz der Stadtwerke die Entfernungen zwischen den Haltestellen unterschiedlich, doch nie länger als 500 Meter, zumeist nur 350 Meter. 37 der 40 Busse sind an den Werktagen im Einsatz. In der Spitze vor dem Schulbeginn sind zusätzlich bis zu elf Busse privater Unternehmen auf dem Liniennetz unterwegs. Kurz nach 4 Uhr beginnt der Tag in der Bushalle an der Franz-Schubert-Straße. Gegen 24 Uhr steht dann der letzte der 13 Gelenkbusse und 27 Zweiachser wieder in der Halle.

    100 Mitarbeiter hat der Verkehrsbetrieb, darunter 79 Busfahrer, aber auch Disponenten, Schreibkräfte und Mechaniker. Während der Morgenspitze sitzt auch das Werkstattpersonal (neun Stellen, darunter zwei Meister) hinter den Lenkrädern. Die Fahrer sind im ganzen Stadtgebiet unterwegs, nicht nur auf einer Strecke (Ausnahme Campus-Bus). Auf den 35 Linien steigen in zwölf Monaten 7,5 Millionen Fahrgäste ein. Während die Zweiachser auf eine Jahresleistung von 60 000 Kilometer kommen, summieren sich für die Gelenkbusse 35 000 Kilometer.

    Angefahren werden 238 Haltestelle (davon 85 überdacht). Endstation ist in der Regel der zentrale Busbahnhof am Roßmarkt. Zu Ausnahmen kommt es vor allem im Werkverkehr. Die Busflotte wurde in den letzten Jahren stetig modernisiert. 2018 wurden vier neue Mercedes angeschafft, 2019 kommen vier weitere.

    Gute Noten hat der Stadtbus in der Vergangenheit mehrfach für sein Bemühen um den Komfort für Gäste mit Behinderung erhalten. Alle Busse gelten als barrierefrei. Die Niederflurbusse sind mit Klapprampen ausgestattet. 

    Im Sommer 2017 wurde das eTicket eingeführt, das das Busfahren einfacher, flexibler und komfortabler gemacht hat. Bislang wurden 17 000 eTickets ausgegeben. Am Mittwoch, 22. Mai, ging die neue Version des interaktiven Liniennetzplans an den Start. Dabei wurden die bekannten Funktionen wie das Live-Tracking der Fahrzeuge in ein modernes Design verpackt.  

    Zur Studie der Allianz pro Schiene meinten am Mittwoch Harald Mendrock und Sebastian Weißmantel: "Die absolute Spitzenposition war uns nicht bewusst. Natürlich freuen sich die Stadtwerke. Schweinfurt profitiert hier vom dichten Linien- und Haltestellennetz, besonders in Relation zur Stadtgröße. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Stadt seit langer Zeit auf ein attraktives und dichtes ÖPNV-Netz Wert gelegt hat." Dieses Engagement zeige das Rathaus auch mit der Einrichtung der Busspuren und mit der Vorberechtigung für Busse an den Ampelanlagen. Trotz der vielen Haltestellen sei deshalb die Fahrzeit mit dem Bus gegenüber der mit dem Auto oft die kürzere, so Harald Mendrock, der die Preise für den Stadtbus als "unschlagbar günstig" (1,60 Euro für die Einzelfahrt) einstuft.  

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