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    Schweinfurt

    Schweinfurt bekräftigt europäische Freundschaften

    Besiegelten weitere Jahre der freundschaftlichen Städtepartnerschaft miteinander: Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé (rechts) sowie Alain Venot, Bürgermeister des französischen Châteaudun (links) und sein finnischer Amtskollege Jorma Rasinmäki. Foto: Stadt Schweinfurt

    Seit Jahrzehnten pflegt Schweinfurt Freundschaften in Europa – 55 Jahre mit dem französischen Châteaudun, 47 Jahre mit dem schottischen Motherwell, 40 Jahre mit dem finnischen Seinäjoki. Es sind viele Freundschaften entstanden, privat wie auch auf Verwaltungsebene. Vor kurzem wurden die Partnerschaftsverträge zwischen Schweinfurt und Châteaudun sowie Seinäjoki bei einem Festakt feierlich um fünf Jahre verlängert.

    Das Wochenende war für die Gäste aus Finnland und Frankreich mit den Bürgermeistern Jorma Rasinmäki und Alain Venot voll gepackt, nicht nur mit dem festlichen Empfang in der Rathausdiele mit zahlreichen geladenen Gästen, sondern auch mit einem Blick hinter die Kulissen in Schweinfurt, um zu sehen, was sich in der Stadt alles tut – neben der Innenstadt ging's zu den Konversionsflächen und dem Neubau der Fachhochschule, ins Maintal, zu einem Konzert beim Schweinfurter Nachsommer im ZF Kesselhaus und natürlich zum Mittelalterfest der Bürgervereine an der Stadtmauer. 

    Den Austausch zwischen Schweinfurt und seinen Partnerstädten halten vor allem die Freundschaftsvereine am Leben, weswegen Oberbürgermeister Sebastian Remelé beim Festakt erfreut den Vorsitzenden des Bezirksvereins der deutsch-finnischen Gesellschaft, Gerd Müller, die Vorsitzende des Vereins "Amis du Châteaudun", Meta Vogel, und die stellvertretende Vorsitzende des Vereins "Freunde von North Lanarkshire" für Motherwell, Maren Wieland, begrüßte.

    Seit gut einem Jahr werben neue Schilder an den Straßen in die Stadt für die Schweinfurter Partnerstädte. Bei der Aufstellung waren damals dabei (v.l.) Baureferent Ralf Brettin, Kurt Vogel (Freundeskreis Châteaudun), OB Sebastian Remelé, Udo Walther (Freunde von North Lanarkshire), Ute Schumann (Freundeskreis Châteaudun) und Gerd Müller (Bezirksverein Schweinfurt der deutsch-finnischen Gesellschaft). Foto: Oliver Schikora

    Rund um das Partnerschaftsjubiläum war auch von Seiten der europäischen Freunde Einiges geboten. Beim Mittelalterfest traten zwei Gruppen aus Châteaudun auf, in der Halle Altes Rathaus wurde eine Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen von Künstlern aus Frankreich und Schweinfurt eröffnet.

    Remelé betonte, er freue sich, "dass gerade der Jugendaustausch mit unserer Partnerstadt Seinäjoki seit einigen Jahren wieder floriert." Regelmäßig kommen junge Finnen in die Wälzlagerstadt und fahren junge Schweinfurter ins Land der tausend Seen. Seine persönliche Verbundenheit mit diesem Austausch sei groß, so der OB, drei seiner vier Kinder hätten daran teilgenommen "und schwärmten stets von der Herzlichkeit und dem vielseitigen Programm." Remelé verwies auch auf die guten Verbindungen zwischen der evangelischen Kirche und Seinäjoki sowie den Kontakten zwischen den beiden Hochschulen für angewandte Wissenschaften. 

    Sebastian Remelé betont Bedeutung der Partnerschaften für Schweinfurt

    Grundsätzlich betonte der OB den großen Wert dieser Partnerschaften, auch wenn sie im Falle von Motherwell und Châteaudun ursprünglich aus dem Gedanken der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind und heute, nach über 70 Jahren in Frieden zwischen den europäischen Völkern, andere Beweggründe eine Rolle spielen. Sind solche Partnerschaften zeitgemäß? Aus Remelés Sicht muss man das mit einem klaren, lauten "Ja" beantworten.

    Reisen in exotische Länder seien normal, aber "begegnen wir da wirklich Einheimischen, tauschen uns mit ihnen aus?", fragte der OB. Wenn man in den Partnerstädten Schweinfurts herzlich empfangen werde, private Kontakte pflege, das Alltagsleben in Familien und Gesellschaft erlebe, abseits der Touristenpfade, "dann gelingt der vielbeschworene Einblick in fremde Länder und Kulturen und wir kehren ein bisschen weiser, erfahrener und vielleicht bescheidener nach Hause zurück", so Remelé.

    Gerade in Zeiten des Brexit und des Populismus sei es umso wichtiger, dass man sich dessen bewusst sei, "dass Frieden, Freiheit und Wohlstand nicht mehr national, sondern nur noch europäisch sichergestellt und verteidigt werden können."

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