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    Schweinfurt

    Schweinfurt ein wichtiger Gerichtsstandort

    Der Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg, Clemens Lückemann, verabschiedet sich von der hiesigen Justiz. Er lobt sie für ihren Einsatz unter Baustellenbedingungen.
    OLG-Präsident Clemens Lückemann (Mitte) verabschiedet sich vom Justizstandort. Links Amtsgerichtsdirektor Thomas Olbermann, rechts Geschäftsstellenleiter Josef Seider. 
    OLG-Präsident Clemens Lückemann (Mitte) verabschiedet sich vom Justizstandort. Links Amtsgerichtsdirektor Thomas Olbermann, rechts Geschäftsstellenleiter Josef Seider.  Foto: Stefan Sauer

    Lückemanns Zuständigkeit reicht über sieben Landgerichtsbezirke von Aschaffenburg im Westen bis Hof im Osten, das ist Unter- und Oberfranken. Fast in der Mitte liegt der Schweinfurter Gerichtsbezirk, ein großer und wichtiger Justizstandort, sagt der OLG-Präsident, als er am Freitag das Amtsgericht Schweinfurt besucht. Amtsgerichtsdirektor Thomas Olbermann führt ihn durch die Abteilungen. Es ist sein letzter Besuch, der 65-Jährige ist auf Abschiedstournee durch seinen Bezirk. Ende Januar 2020 tritt er in den Ruhestand. Die personelle und räumliche Ausstattung des Amtsgerichts Schweinfurt ist ihm ein besonderes Anliegen. Daher hat er sich maßgeblich für den Umbau und die Erweiterung der Justizgebäude in Schweinfurt eingesetzt.

    Erschwerte Bedingungen

    Dass die Justiz in Schweinfurt derzeit an ihrem Hauptstandort unter erschwerten Bedingungen arbeitet und Urteile fällen muss, ist dem scheidenden OLG-Präsidenten wohlbekannt: Die große, lärmige Baustelle, an der gerade Bohrlöcher für die Fundamente des Neubaus gebohrt werden; dass die Strafkammern seit einigen Wochen deswegen in einem Ausweichgebäude in der Theresienstraße verhandeln müssen; dass sich die Unannehmlichkeiten Jahre hinziehen werden, bis der Justizstandort für rund 60 Millionen Euro durch einen Neubau erweitert und sein Altbau totalsaniert sein wird.         

    Dann erst werden die seit Jahren ausgelagerten Teile des Gerichts, etwa im Iduna-Hochhaus, an der Rüfferstraße als einzigem Standort zusammengeführt werden können. Der Neubau soll Ende 2023 stehen, bis der Altbau aus dem Erstellungsjahr 1905 saniert und modernisiert ist, soll es noch einmal eineinhalb Jahre dauern. Schon 2004 war die hiesige Justiz einmal als Erweiterungs- und Modernisierungsfall vorgesehen, weiß Lückemann. Der Landtag hat damals aber keine Gelder locker gemacht. Dann wurden viele andere Projekte vorgezogen - bis Schweinfurt an der Reihe war.

    Justiz braucht würdige Gebäude

    Dafür habe auch er sich stark gemacht, sagt der scheidende OLG-Präsident im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Arbeit der Justiz sei wichtig, sie müsse in modernen, gut ausgestatteten und würdigen Gebäuden ihren Aufgaben nachkommen können. Lückemann lobt das große Engagement der Schweinfurter Justizbeschäftigten, zumal in Anbetracht des Baulärms und der Beeinträchtigungen, die mit der Erstellung der neuen Gebäude verbunden seien. Ein Handyfoto von der Baustelle macht Lückemann noch vom Gerichtsfenster aus, "zur Erinnerung", sagt er.

    Von 2002 bis 2009 war Lückemann Chef der Würzburger Staatsanwaltschaft. Mitte 2009 wurde er zum Generalstaatsanwalt in Bamberg ernannt, Seit Februar 2013 ist er Präsident des OLG Bamberg. Als höchster Repräsentant der Justiz in Ober- und Unterfranken führt er die Dienstaufsicht über sieben Landgerichte, 18 Amtsgerichte, die Landesjustizkasse Bamberg und die Bayerische Justizakademie in Pegnitz mit insgesamt rund 2500 Bediensteten. Daneben ist er auch Richter am Bayerischen Verfassungsgerichtshof. Lückemanns Nachfolger im Amt wird Lothar Schmitt (62), der Generalstaatsanwalt von Nürnberg.

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