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    SCHWEINFURT

    Schweinfurt ist bunt – Für Würde, Freiheit und Vielfalt

    Massive Polizeipräsenz: In der Hohen Brückengasse parkten die meisten Einsatzfahrzeuge der Kräfte, die sowohl die Veranstaltung von „Schweinfurt ist bunt“, als auch die AfD-Kundgebung sicherten.
    Massive Polizeipräsenz: In der Hohen Brückengasse parkten die meisten Einsatzfahrzeuge der Kräfte, die sowohl die Veranstaltung von „Schweinfurt ist bunt“, als auch die AfD-Kundgebung sicherten. Foto: Helmut Glauch

    „Schweinfurt lebt Würde, Freiheit und Vielfalt“. Mit diesen Worten, gleichzeitig das Motto des Nachmittags, eröffnete DGB-Regionsgeschäftsführer und Bündnis-Sprecher Frank Firsching am Samstagnachmittag eine Kundgebung des Bündnisses „Schweinfurt ist bunt“ auf dem Zeughausplatz.

    Einige hundert Menschen waren gekommen um neben Firsching auch Dekan Oliver Bruckmann, den Vorstand der Diakonie Jochen Keßler-Rosa, den DGB-Kreisvorsitzenden Martin Schmidl, Pastoralereferentin Patrizia Sormani, Nico Lommatzsch (Kulturtafel) und Richard Lindner vom Bund Naturschutz zu hören. Auch Landrat Florian Töpper nahm – im Publikum – an der Veranstaltung teil.

    FC 05 jetzt auch Teil von „Schweinfurt ist bunt“.

    Matze Rossi umrahmte die Kundgebung musikalisch, teilweise gesanglich unterstützt von seiner Tochter Nora. 78 Bündnispartner machen „Schweinfurt ist bunt“ aus, an diesem Nachmittag kamen unter anderem mit dem FC Schweinfurt 05 und der Kulturtafel weitere dazu. Einig ist man sich in der Einschätzung, rechtsnationalen Tendenzen entschieden entgegen zu treten. Spätestens seit den Vorkommnissen von Chemnitz, so Frank Firsching, müsse jedem klar sein, wie eng die Verbindung zwischen AfD und Rechtsextremismus sei.

    Ängste schüren und Ausgrenzung

    Auch Dekan Oliver Bruckmann wählte klare Worte, bezeichnete die AfD unter anderem als rechtspopulistische und antisemitische Partei, die mit ihren Wahlkampf-Slogans Ängste schüre, die entweder von der Kriminalitätsstatistik widerlegt würden, oder einfach nur rassistisch und ausgrenzend seien. Der beste Weg, rechte Tendenzen einzudämmen,sei das Notwendige für die Menschen zu tun, die sich benachteiligt und übersehen fühlen. Den Menschen die Angst vor der Zukunft nehmen, das sei Aufgabe der Politik. „Lasst uns in den demokratischen Parteien, in den Wohlfahrtsverbänden und Weltanschauungsgemeinschaften gemeinsam dafür eintreten, dass diese Menschen nicht auf der Strecke bleiben“.

    Kirche für eine offene Gesellschaft und Menschenwürde

    Martin Schmidl bekräftigte, dass der Antifaschismus sozusagen in der DNA des DGB verwurzelt sei. Menschen, die sich auf der Flucht befinden, müsse geholfen werden.

    Patrizia Sormani, Pastoralreferentin mit Migrationshintergrund, betonte dass die katholische Kirche für eine die Menschenwürde beachtende Gesellschaft stehe. Als sie 1981 nach Deutschland kam, habe sie ein offnes Land vorgefunden, in dem Toleranz und Demokratie gelebt wurden. Diese Werte gelte es zu erhalten. „Das multikulturelle Deutschland ist ein Fakt, alle Leben das“.

    Meinungsfreiheit und kulturelle Freiheit sind ein wichtiges Gut

    Nico Lommatzsch forderte dazu auf alles zu tun, damit die Rechten mit ihren Bestrebungen kulturelle Vielfalt, die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit zu beschneiden, keinen Erfolg haben. „Fallt nicht auf die Wölfe im Schafspelz herein“, so Lommatzsch. Eine Einrichtung wie die Kulturtafel versuche Teilhabe für möglichst viele Menschen zu ermöglichen. „Alle, die dabei sind gehören zu dieser Gesellschaft“.

    Auch Jochen Keßler-Rosa forderte dazu auf, nicht nachzulassen,für die Mitmenschlichkeit zu streiten. „Das Kriterium ist, ob jemand Hilfe braucht oder nicht. Der Schöpfer der Menschen, weiß nichts von Menschen, die mehr oder weniger wert sind“. Am rechten Rand der Politik werde gefährlich mit dem Feuer gespielt.

    Richard Lindner ging auf das umweltpolitische Programm der AfD ein, dass so manchen Fehler enthalte – unter anderem die Verleumdung des menschengemachten Klimawandels. Er hatte einen überdimensionalen Wahlzettel mitgebracht, auf der der AfD symbolisch die „rote Karte“ gezeigt wird.

    Trillerpfeifen und „Nazis raus“ Rufe

    Die AfD selbst hatte etwa zeitgleich auf den Georg-Wichtermann-Platz zur Kundgebung eingeladen. Gut zwei Dutzend Sympathisanten hatten sich auf dem von der Polizei abgesperrten Platz eingefunden. Rund 150 Gegendemonstranten, so ein Polizeisprecher, waren gekommen. Mit „Nazis-raus“-Rufen und Trillerpfeifen hielten sie gegen die AfD-Kundgebung. Die Polizei zeigte massive Präsenz, beide Veranstaltungen verliefen, abgesehen von verbalen Attacken, friedlich.

    Einige hundert Menschen hatten sich auf dem Zeughausplatz versammelt um für Würde, Freiheit und Vielfalt in Schweinfurt zu demonstrieren.
    Einige hundert Menschen hatten sich auf dem Zeughausplatz versammelt um für Würde, Freiheit und Vielfalt in Schweinfurt zu demonstrieren. Foto: Helmut Glauch
    Matze Rossi und Tochter Nora sorgten auf der Bühne für die passende musikalische Einstimmung.
    Matze Rossi und Tochter Nora sorgten auf der Bühne für die passende musikalische Einstimmung. Foto: Helmut Glauch
    Dekan Oliver Bruckmann bezeichnete auf Plakaten der AfD verbreitete Slogans als „ausgrenzend und rassistisch“.
    Dekan Oliver Bruckmann bezeichnete auf Plakaten der AfD verbreitete Slogans als „ausgrenzend und rassistisch“. Foto: Helmut Glauch
    Schweinfurt ist bunt: Rassismus fängt oft schon in der Schule an. Diese Teilnehmer der Veranstaltung forderten deshalb schon in Schule rassistischen Tendenzen couragiert entgegen zu treten.
    Schweinfurt ist bunt: Rassismus fängt oft schon in der Schule an. Diese Teilnehmer der Veranstaltung forderten deshalb schon in Schule rassistischen Tendenzen couragiert entgegen zu treten. Foto: Helmut Glauch
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