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    SCHWEINFURT

    „Schweinfurt ist bunt“ plant Aktionen: Herz gegen Hetze

    Das Bündnis „Schweinfurt ist bunt“ will sich mit neuen Plänen gegen rechte Hetze wehren. Bei der Vorstellung der nächste... Foto: Nicolas Bettinger

    Nach den Geschehnissen von Chemnitz und vor den Landtagswahlen will das Bündnis „Schweinfurt ist bunt“, welches aus verschiedenen Parteien, Verbänden und Mitgliedern besteht, ein Zeichen gegen fremdenfeindliche Stimmung setzten.

    Dazu stellen die Vorsitzenden nun die neusten Pläne vor. Mehrere Veranstaltungen sind bereits für September und Oktober geplant. „Gerade vor den Wahlen müssen wir für die demokratischen Grundsätze einstehen“, sagt Bündnissprecher und Vorsitzender Frank Firsching.

    „Die ganze Hetzte soll nur Ängste schüren“, kritisiert die stellvertretende Vorsitzende Marietta Eder die Sprache, die AfD-Politiker verwenden. Darum lädt sie am kommenden Samstag, 8. September um 13.30 Uhr zur Veranstaltung „Herz statt Hetze“ auf dem Martin-Luther-Platz ein. Dort sollen Teilnehmer Blumen mitbringen und damit ein Herz als Zeichen gegen Gewalt auslegen.

    „Herz statt Hetze“

    Anlass der Veranstaltung sei laut Eder die ebenfalls am 8. September um 14 Uhr stattfindende Demonstration auf dem Schweinfurter Marktplatz unter dem Motto: Kandel ist überall, die von AfD-Kandidaten beworben wird. Die Veranstalter fordern laut ihrer Internetseite „die Wiederherstellung von Schutz und Sicherheit in Deutschland.“ Für Eder von „Schweinfurt ist bunt“ ist dies erschreckend, gerade deshalb sei eine Gegenveranstaltung wichtig.

    Gegen jede Form von Extremismus

    Eine weitere Aktion von „Schweinfurt ist bunt“ ist für den 15. September ab 11 Uhr geplant. Unter dem Motte „Vielfalt verbindet Schweinfurt“ lädt das Bündnis Interessierte zum Vorplatz am Zeughaus ein. Mitglied Edo Günther vom Bund Naturschutz weist auf ein vielfältiges Programm hin. Neben informativen Inhalten und Reden soll es auch kulturelle Beiträge geben. Für Günther persönlich sei das Engagement gegen den „rechten Ruck“ deshalb so wichtig, da viele rechte Gruppierungen Klimaprobleme leugnen würden.

    Keine Rassisten im Pfarrzentrum

    Unter dem Namen „Inside AfD“ veranstaltet das Bündnis dann am 21. September eine Lesung mit Franziska Schreiber. Die 27-Jährige Autorin ist 2017 aus der AfD ausgetreten und liest nun Passagen aus ihrem Buch vor, in denen sie sich mit den Gefahren der Partei und deren Anhängern beschäftigen soll. Die stellvertretende Vorsitzende von „Schweinfurt ist bunt“, Marietta Eder freut sich über die Zusage der ehemaligen AfD-Politikerin und stellt klar: „Rassisten haben an dem Tag keine Chance, ins Pfarrzentrum St. Kilian zu kommen“.

    Eine weitere Veranstaltung ist für Oktober in Planung. Dort soll es wieder Redebeiträge und kulturelle Darbietungen geben. „Wir freuen uns, dass der Musiker Matze Rossi bereits zugesagt hat“, sagt Eder. Weitere Einzelheiten sollen demnächst bekannt gegeben werden. Dem Bündnis sei es grundsätzlich bei allen neu geplanten Veranstaltungen wichtig, sich für gesellschaftliche Werte und gegen Hass und Intoleranz einzusetzen. Dies sei gerade auch in Schweinfurt wichtig.

    „Wir sollten nicht hyperventilieren“

    „Es ist neu, dass Menschen offen und ganz ohne Scheu rechtsradikale Parolen aussprechen“, sagt Kathi Petersen, SDP–Landtagsabgeordnete und ebenfalls Mitglied des Schweinfurter Bündnisses Kathi Petersen. Dies wäre nicht immer so gewesen. Bündnissprecher Frank Firsching rät trotzdem zur nötigen Ruhe. „Wir sollten nicht hyperventilieren, in Schweinfurt waren wir immer mehr Menschen als diejenigen, die für fremdenfeindliche Stimmung sorgen.“

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