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    Schweinfurt

    Schweinfurt muss auf das Neubaugebiet Pfannäcker noch warten

    Ein Ausbau der Heeresstraße ist für das Rathaus jetzt doch ein Thema, aber nicht für den Durchgangsverkehr, sondern als Erschließungsstraße für gleich drei Neubaugebiete.
    Die Geländeform gab den Pfannäckern zwischen Gartenstadt und Heeresstraße den Namen.
    Die Geländeform gab den Pfannäckern zwischen Gartenstadt und Heeresstraße den Namen. Foto: Gerd Landgraf

    Im Jahr 2002 hatte das städtische Bauamt das Neubaugebiet "Pfannäcker" angekündigt. Der Protest aus der Gartenstadt ließ nicht auf sich warten. Insbesondere die Anwohner der Heinrich-Winkler-Straße befürchteten Grundwasser in ihren sowieso schon feuchten Kellern, denn im Grund der Pfannäcker verläuft ein Graben, der einst den Spitalsee und im weiteren Verlauf die Gräben am Spitaltor speiste. Jetzt, wo Wohnraum knapp wird, sind die Pfannäcker wieder eine Option, sagte Baureferent Ralf Brettin im Gespräch mit der Redaktion.

    An eine schnelle Erschließung sei jedoch nicht zu denken, an eine mittelfristige Planung kaum, sondern eher an eine Maßnahme in etlichen Jahren, schränkt Brettin ein, der sich sowohl ein kleines Baugebiet mit 100 Familienhäusern und Geschossbauten zwischen der Kleingartenanlage Alte Warte und dem Aussiedlerhof am Kleinflürleinsweg (entlang der bestehenden Bebauung der Gartenstadt) als auch ein Neubaugebiet bis hoch zur Heeresstraße und damit bis zur ehemaligen US-Siedlung Yorktown Village vorstellen kann. Konkretes gebe es allerdings nicht, auch keine heute noch relevanten Voruntersuchungen, so Ralf Brettin.    

    Feuchte Keller in der Gartenstadt

    2006 war die Bauverwaltung wegen des Grund- und Oberflächenwassers noch von Einfamilienhäusern ohne Unterkellerung ausgegangen. Davon hält Brettin wenig, denn ein Wohngebiet brauche eine gute Durchmischung und eine wachsende Bevölkerung ebenfalls den Geschossbau. Ob dieser möglich ist, müsse ein neues hydrologisches Gutachten zeigen.  

    Der Graben im Grund der Pfannäcker erinnert an einen ehemaligen Bach, der den Spitalsee füllte.
    Der Graben im Grund der Pfannäcker erinnert an einen ehemaligen Bach, der den Spitalsee füllte. Foto: Gerd Landgraf

    Doch auch für diese Vorarbeiten habe die Bauverwaltung aktuell weder das Personal noch die Zeit. Die Mitarbeiter würden voll in der Erschließung des neuen Stadtteils Bellevue (ehemalige US-Wohnsiedlung Askren Manor) stecken. Dort werden Leitungen verlegt und Straße ge- wie auch umgebaut, da die alte Infrastruktur für die neuen Pläne mit Eigenheimen und Mietwohnungsbau weniger als gedacht geeignet sei. Neben all den Anpassungen ist im Norden an der Niederwerrner Straße der neue Zugang zu schaffen, während bereits die Sanierung einiger alter Wohngebäude und die Errichtung erster Geschossbauten läuft. Auch sei die Nachfrage von privat an Baugrundstücken schon lebhaft. Allerdings liegt von dieser Seite noch kein Bauantrag vor.

    Bellevue und Kessler Field haben Vorrang

    Zu erstellen sind in dem Stadtteil Bellevue zudem  die Neubauten für die Körnerschule und eine Kindertagesstätte. Brettin. "Wir erschließen hier 26 Hektar", also ein Drittel der gesamten Konversionsfläche im Stadtgebiet und damit eine Fläche so groß wie die Ledward-Kaserne. 

    Anschließend steht die Erschließung des Bereichs zwischen Stadion und Yorktown Village (Kessler Field) auf der Agenda. Hier sind zahlreiche Interessen unter einen Hut zu bringen. In die Planung ist die ehemalige Bowling-Halle genauso einzubeziehen wie der geschotterte Parkplatz im Norden des Stadions, der insbesondere bei den Heimspielen des FC 05 gebraucht wird. Zu berücksichtigen ist zudem der Betrieb auf dem Gelände des Reitvereins und auf dem Grundstück der Bürgerlichen Schützengesellschaft.    

    Eine Straße ist überflüssig

    Die Erschließungsstraße (Floridastraße) zwischen der Willi-Kaidel-Straße und Yorkton Village verläuft parallel zur Heeresstraße. Nur eine davon wird gebraucht. Im Herbst soll der Bauauschuss des Stadtrats sich dazu äußern. Die Stadträte haben dann auch an die künftigen Baugebiete Pfannäcker und Mönchskutte zu denken. Die Erschließung könnte eine erneuerte Heeresstraße übernehmen, die damit wohl endgültig nicht mehr für den Durchgangsverkehr (ab Dittelbrunn bis zur B 303) zur Verfügung stünde. 

    Bislang sind für das Kessler Field Mehrfamilienhäuser und bis zu 60 Einfamilienhäuser angedacht. Diese sind so zu platzieren, dass ein Teil des Kessler Field (Arbeitstitel "Grüne Mitte") für die Landesgartenschau im Jahr 2026 und danach als Dauergrünanlage zu nutzen ist. Dabei bietet sich eine Kombination von Wohnen und Gartenschau an. Schlagwörter sind dabei die Gebäude- und nicht nur die Dach-Begrünung sowie das Niedrigenergiehaus. 

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