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    Schweinfurt

    Schweinfurter Familienbetrieb Krönlein verkauft

    Krönlein: Für Mitarbeiter und Kunden soll sich nichts ändern durch den Verkauf.  Foto: Stefan Pfister

    Ulrich Herrmann, geschäftsführender Gesellschafter der Krönlein-Gruppe, ist anzumerken, dass das ein emotionaler Moment ist. Im Juni wurde 161 Jahre Familienbetrieb Krönleingefeiert. "Krönlein ist eine Institution in Schweinfurt", sagt er. Zum 1. August geht die Firmengruppe, bestehend aus Julius Friedr. Krönlein Stahlhandel und Julius-Friedr. Bau-und Wohnbedarf, an die Lotter-Gruppe (Ludwigsburg), vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes. "Das hat uns sehr bewegt", sagt  Herrmann. Schließlich ist jetzt die fünfte Generation am Krönlein-Ruder.

    2018 machte Krönlein über 100 Millionen Umsatz 

    Am Donnerstag wurden die Mitarbeiter über die Veränderung informiert.  Für Ulrich Herrmann und Ralf von Briel, Mitglied der Geschäftsleitung von Lotter KG, steht eines im Mittelpunkt: Für Mitarbeiter  und Kunden ändert sich nichts. Auch der Name Krönlein bleibt, sagen beide im Gespräch mit dieser Redaktion. Krönlein hat rund 180 Mitarbeiter, 2018 belief sich der Umsatz auf über 100 Millionen Euro. 

    Die Schweinfurter Firma Krönlein gehört ab 1. August zur Lotter-Unternehmensgruppe. Im Bild (von links) die Lotter-Geschäftsführer Helmut Ernst und Ralf von Briel mit Ulrich Herrmann, geschäftsführender Gesellschafter der Krönlein-Unternehmensgruppe.  Foto: Christoph Herrmann

    Die Familie, die nicht mehr Krönlein heißt, bleibt weiter in Verantwortung. Ulrich Herrmann wird mitSven Bobe die Geschäfte leiten. Herrmann ist seit 32 Jahren in der Geschäftsleitung. "Das macht nach wie vor große Freude", sagt er. Die Eigentümerfamilien werden stille Gesellschafter bleiben.      

    Ziel: Weiter wachsen

    Was ist das Ziel des Verkaufs, des Zusammengehens? Weiter wachsen, sich prominenter auf dem Markt positionieren, leistungsfähiger werden. "Wir haben eine ähnliche Ausrichtung. Da können Synergien entstehen", sagt Ulrich Herrmann.  Die Idee sei 2018 entstanden, 2019 habe man sich intensiv damit befasst. Zur Lotter-Gruppe bestehen gute Kontakte, sagt Ulrich Herrmann. Und Ralf von Briel sieht in der  Krönlein-Gruppe einen wohlgeordneten Betrieb, mit einem guten Namen in der Region. "Wir haben großes Vertrauen in die Geschäftsleitung und die handelnden Personen vor Ort." 

    Der Firmengründer Julius Friedrich Krönlein mit Magdalena Krönlein Foto: Krönlein

    Mit der Integration von Krönlein in den Firmenverbund erhöhe sich die Leistungsfähigkeit der Lotter-Gruppe in allen relevanten Sortimentsgruppen,  so die Geschäftsführer Helmut Ernst und Ralf von Briel in einer Pressemitteilung.  Im Betonstahlbereich  schaffe der Verbund der Biegereien die Möglichkeit, Baustellen in ganz Süd-und Mitteldeutschland und Betonfertigteilwerke in ganz Deutschland zu beliefern. In Schweinfurt wolle man außerdem die Logistik-und  Digitalkompetenz  der Lotter-Unternehmensgruppe einbringen.     

    Lotter-Gruppe: 40 Standorte, 1600 Mitarbeiter

    Die Lotter-Gruppe geht auf das Jahr 1840 zurück. Heute beschäftigt die Gruppe laut Mitteilung an über 40 Standorten in Deutschland 1600 Mitarbeiter.  Schwerpunkte sind der Handel mit Bewehrungs-und Walzstahl, mit Produkten der Haustechnik, mit Bodenbelag, Stahltüren, Toren und Flüssiggas.  Lotter hat eine Niederlassung in Würzburg.

    Krönlein bedient laut Mitteilung Handwerksbetriebe, Fenster-und Türenhersteller sowie Industrie-und Dienstleitungsunternehmen mit Eisenwaren, Werkzeugen, Sicherheitstechnik, Beschlägen und Bauelementen. Neben der Zentrale in Schweinfurt gibt es eine Niederlassung in Kitzingen. Krönlein Stahlhandel (Geschäftsbereiche Betonstahl, Walzstahl, Aluminium und Edelstahl) hat noch eine Niederlassung in Fulda.

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