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    Schweinfurt

    Schweinfurter Faschingszug: 12.000 Narren feiern trotz Regens

    Das schlechte Wetter hielt die Faschingsfans nicht ab: Mehrere Tausend kamen zum Faschingszug in die Schweinfurter Innenstadt. Welche Gruppe den schönsten Wagen hatte.
    Die Tiki-Statue im Stüchter Urwald auf Tour beim Schweinfurter Faschingszug.
    Die Tiki-Statue im Stüchter Urwald auf Tour beim Schweinfurter Faschingszug. Foto: Josef Lamber

    "Schweinfurt helau", tönte es aus tausenden Kehlen entlang der Straßen in der Innenstadt. Es war ein trotziges Helau, denn auch wenn am Spätnachmittag zur großen Party auf dem Marktplatz plötzlich die Sonne bei strahlend blauem Himmel schien, während des Umzugs ab 13 Uhr regnete es teilweise in Strömen. Doch weder die Zugteilnehmer, noch die Besucher ließen sich die Laune vermiesen, sondern feierten unverdrossen. 

    12 000 Besucher, so schätzte Zugmarschall Erich Valtin, könnten es gewesen sein entlang der Straßen, die einen mit 52 Fußgruppen, Kapellen und Wagen gut bestückten Umzug beobachteten. Teils gut beschirmt und eingepackt, teils in mehreren Reihen dicht gedrängt unter Vorsprüngen oder Balkonen regensicher stehend. Unsicher fühlte sich dabei kaum ein Besucher, der Schock vom Rosenmontag, als im hessischen Volkmarsen ein Autofahrer in den Faschingszug fuhr und 60 Menschen verletzte, spielte in den Köpfen der Besucher wohl kaum eine Rolle.

    Mächtig Stimmung machte die Schwarze Elf in der Schweinfurter Innenstadt.
    Mächtig Stimmung machte die Schwarze Elf in der Schweinfurter Innenstadt. Foto: Martina Müller

    Das lag natürlich vor allem daran, dass Polizei und Veranstalter mit dem Sicherheitskonzept sehr zufrieden waren, das kurzfristig angepasst wurde. Es war mehr Polizei als üblich vor Ort, wie Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Edgar Weiß bestätigte. Er zog zufrieden Bilanz, das Rote Kreuz habe keine Einsätze gehabt, die Absicherung des Zugverlaufs mit mobilen Barrieren habe sehr gut funktioniert. 

    Auch als die Schwebheimer Feuerwehr zu einem schweren Verkehrsunfall auf die B 286 gerufen wurde, war das kein Thema, denn die Kollegen vom Technischen Hilfswerk übernahmen sofort und sicherten stattdessen die Strecke mit ab. "Das ist natürlich ein tolles Miteinander der Hilfskräfte", so Weiß.

    Bunt gemischt war der Faschingszug natürlich wieder bei den Motivwägen, auch die örtliche Politik durfte in Zeiten des Kommunalwahlkampfes nicht fehlen. Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) war auf dem Wagen der Antöner dabei, Grünen-OB-Kandidat Holger Laschka schmiss mit ordentlich Kamelle auf dem Wagen der Grünen umher, der als Steigerwaldbahn-Express durch die Stadt rollte unter dem Motto "Schweinfurt schreit Hurra, die Steigerwaldbahn ist da." SPD-OB-Kandidatin Marietta Eder war als Besucherin vor Ort.   

    Affenstall mit mächtig Stimmung bei der Gäßbockelf aus Üchtelhausen.
    Affenstall mit mächtig Stimmung bei der Gäßbockelf aus Üchtelhausen. Foto: Josef Lamber

    Von wegen Politik: ESKAGE-Präsident Horst Dinkel ließ es sich natürlich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, wer die eigentliche Macht in Schweinfurt in den letzten sechs Wochen inne hatte. Die Schweinfurter Narren nämlich, die schweren Herzens durch das Prinzenpaar Stephan I. und Lisa I. um 14.45 Uhr den goldenen Rathausschlüssel wieder zurückgaben.

    Die Fantasie der Wagenbauer kannte dieses Mal wieder keine Grenzen. Ob die Jugend Zimmerau, die auf ihrem Weg nach Outer Space mit einer riesigen Rakete glänzte, die Oberthereser, die sogar einen Minibagger mit Abrissbirne aufgeladen hatten auf ihrer "Baustelle" oder der Wagen voller römischer Gladiatoren des Karnevalsvereins Oberwerrn – närrische Vielfalt, die den Schweinfurter Zug immer schon ausgezeichnet hat.

    Die tierische Fußgruppe aus Heidenfeld auf dem Weg durch die Stadt.
    Die tierische Fußgruppe aus Heidenfeld auf dem Weg durch die Stadt. Foto: Josef Lamber

    Wie immer interessant anzusehen die Stüchter Wägen mit ihrem "Safari"-Motto. Auch die Fußgruppen von "Daheim in Schweinfurt" mit Bürgermeisterin Sorya Lippert sorgten mit ihrem Harry-Potter-Motto für einen Farbtupfer ebenso wie die Dance Academy, die dem Netflix-Serienhit "Haus des Geldes" folgend in roten Anzügen und Dali-Masken einen coolen Tanz-Move nach dem anderen hinlegten.

    Am besten gefiel der Jury, die über die schönsten Wagen und Fußgruppen entscheidet, der Wagen "1001 Nacht" der Disco-Disco-Unterspiesheim, die ein beeindruckendes arabisches Schloss gebaut hatte und dort nicht nur Party machte, sondern auch Nachdenkliches preisgabe: "Der Aladin hat's kapiert, guck hi, CO2-frei gibt's nur mit Magie".

    Zweitbester Wagen waren die Oberwerrner "Römer", auf Platz drei kamen die "tierischen" Heidenfelder Fußgruppen. Wieder vergeben wurde auch der Alkohol-Präventionspreis: Gemeinsam Zweite wurden die Intergrationsgruppen von Sorya Lippert und die Gruppe der DJK Schweinfurt Giants. Es gewannen als größte Gruppe, die den Faschingszug alkoholfrei genoss, die Cheerleader der Schweinfurter Ball Bearings.

    Der beste Motivwagen: Die Unterspiesheimer mit ihrem Aladin-Wagen '1001 Nacht'.
    Der beste Motivwagen: Die Unterspiesheimer mit ihrem Aladin-Wagen "1001 Nacht". Foto: Josef Lamber
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