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    Schweinfurt

    Schweinfurter Hauptbahnhof: Nur auf Umwegen zu erreichen

    Einen Steinwurf entfernt liegt vor dem AOK-Brunnen der Hauptbahnhof. Direkt zu erreichen ist er weder für Fußgänger noch für Radfahrer. Foto: Gerd Landgraf

    Vor dem Gebäude der AOK sind sich die Fußgänger und Radfahrer schnell einig. Eine Zumutung sei die Baustelle direkt vor dem Hauptbahnhof. Der Tacho des Fahrrads zeigt 360 Meter  Entfernung von der Überquerungshilfe an der Hauptbahnhofsstraße 14 (Höhe Schaeffler) bis zur Baustellenampel knapp vor der Einmündung der Wirsingstraße. Dazwischen ist die Straßenseite vorschriftsmäßig nicht zu wechseln. Ein Rentner sagt, er sei doch nicht blöd, und macht es wie die drei Schüler – er quert die Fahrbahn und die Baustelle auf dem kürzesten Weg    

    Christof Klingler, Leiter des zuständigen Tiefbauamts der Stadt, räumt auf Nachfrage der Redaktion ein, dass das Wechseln der Straßenseite "nicht kommod und ein bisschen ärgerlich" sei und "einige Unannehmlichkeiten" beschere. Allerdings seien die meisten der täglich 1200 Fußgänger und rund 600 Radler ab dem Hauptbahnhof in Richtung Bergl unterwegs und die zweit größte Gruppe auf dem Weg ins Stadtzentrum. Beide müssen die Straßenseite nicht wechseln. Der Umweg ab der früheren Ampel auf Höhe des Taxistands sei jedoch auch keine 360 Meter weit, sondern nur gut 100 Meter bis zur Baustellenampel an der Wirsingstraße und 217 Meter bis zum ehemaligen Gebäude der FAG-Betriebskrankenkasse, so Klingler.   

    Kein Damm und kein Steg

    70 Zentimeter tiefer als die noch genutzte rechte Fahrbahn (stadtauswärts) liegt der geschotterte Unterrund für die neue Straßendecke. Eine provisorische Überquerung sei also teuer, da ein Steg zu bauen oder ein Damm zu errichten wäre, führt der Amtsleiter weiter aus. Außerdem sei für ein solches Provisorium eine zusätzliche Bauampel zu installieren. Und: "Das alles kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit." Ziel der Stadt sei es dagegen, flott voranzukommen und möglichst bald die Lösung für die nächsten Jahrzehnte zu vollenden.

    Eng geht es im gesamten Baustellenbereich zu. Foto: Gerd Landgraf

    Anfang Oktober soll die neue Ampel 35 Meter weg vom Taxistand und in Richtung Bergl versetzt den Fußgängern und den Radfahrern zur Verfügung stehen. Von der Neuerung werden vor allem die Radler profitieren, die dann keine engen Kurven (bislang am Taxistand) mehr ziehen müssen, sondern bequem die Wirsingstraße und damit die Franz-Josef-Strauß-Brücke wie auch die Gustav-Heusinger-Straße und die Bahnunterführung zur Werktraße in Oberndorf erreichen werden.

    Restarbeiten erst im kommenden Jahr

    Die Nordseite der Hauptbahnhofstraße soll bis Ende Oktober erneuert sein. Ein Ende der Arbeiten in der Gustay-Heusinger-Straße ist auf das Ende der Sommerferien terminiert. Ab Oktober und bis in den Dezember hinein wird dann zusätzlich die Westseite der Stresemannstraße samt der Einmündung in die Wirsingstraße fertiggestellt. Auch bei diesen Bauabschnitten rechnet Klingler nicht mit großen Beeinträchtigungen für den motorisierten Verkehr. Die täglich etwa 20 000 Autofahrer seien schon bislang mit den Regelungen im Bereich der Baustelle gut zurechtgekommen.  

    "Die Ostseite der Stresemannstraße mit der dort geplanten neuen Ampelanlage werden wir heuer nicht mehr schaffen", kündigt Christof Klingler an. Drei nicht absehbare Probleme macht der Amtsleiter für die Verzögerung verantwortlich. Unter einem Teil der Teerdecken wurde belastetes Material gefunden, das entsorgt werden musste. Bis zu drei ehemalige Fahrbahndecken zeigten sich im Untergrund. Auch diese waren zu beseitigen. Wegen mangelnder Festigkeit war auf einem Teilstück der Boden auszutauschen. 

    Mit den ursprünglich nicht eingeplanten Arbeiten werden sich die Baukosten leicht über die veranschlagten 1,5 Millionen Euro erhöhen. 

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