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    EBRACH

    Schwerlastverkehr hat es derzeit bei Ebrach schwer

    In Ebrach haben die Arbeiten zur Instandsetzung der buchstäblich aus den Fugen geratenen Kirchenmauer entlang von Michaelskapelle und Kräutergarten an der Bundesstraße 22 in Ebrach begonnen. Wegen der Sperrung des Teilstücks zwischen dem Bamberger Tor und der Einmündung in die Bauernhofstraße im Anschluss an die Metzgerei Mayer ist es nicht mehr möglich, direkt durch den Ort zu fahren.

    Vor allem der Schwerlastverkehr hat es somit in den nächsten Monaten schwer. Fahrzeuge über 2,8 Tonnen werden großräumig über Füttersee und Aschbach umgeleitet. Pkw und Motorräder werden innerörtlich um die Baustelle herumgeführt, indem sie die zwischen der Neudorfer Straße und dem Hotel Klosterbräu nördlich um die B 22 herumführende Lagerhausstraße als Ausweichstrecke benutzen können. Die komplette Sperrung der Ortsdurchfahrt im Baustellenbereich wird voraussichtlich bis Mitte September andauern, so das Staatliche Bauamt in Bamberg.

    Das weit über 100 Jahre alte Stützbauwerk entlang der Bundesstraße ist nicht mehr standsicher und muss daher erneuert werden. Damit die Mauer künftig in vollem Umfang den auf sie einwirkenden Kräften und Lasten standhält, wird hinter der historischen Stützwand im Bereich des Gehsteigs eine Tragkonstruktion mittels zwölf Meter tiefer Bohrpfähle ins Erdreich getrieben.

    Die vorhandene Natursteinwand wird dabei in Bereichen ausreichender Standfestigkeit erhalten. In den anderen Bereichen wird sie mit vorhandenem Material neu aufgebaut. Die Brüstung wird aufgrund mangelnder Höhe durch ein Geländer ergänzt.

    Ebenso werden im Zuge der Instandsetzung der Klostermauer die Auffüllungen teilweise entfernt und es wird schließlich der Fahrbahnbelag erneuert. Die Kosten für die gesamte Maßnahme sind nach neuestem Sand mit 600 000 Euro veranschlagt. Ebenfalls im Auftrag des Staatlichen Bauamtes Bamberg wird in der Zeit, in der die Klostermauer saniert und neu abgefangen wird, parallel dazu bis Ende August auch das Dach der an die Abteikirche angebauten Michaelskapelle neu gedeckt.

    Bevor jetzt die Baggerarbeiten im Kräutergarten angelaufen sind, war die Bamberger Straße bereits zwei Jahre lang aus Sicherheitsgründen zwischen dem Rathaus und der Metzgerei Mayer wegen der Einsturzgefahr der Mauer halbseitig gesperrt.

    Was die Kosten anbelangt, so geht das Staatliche Bauamt Bamberg im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland als Eigentümerin der Bundesstraße in finanzielle Vorleistung, um die Maßnahme überhaupt zu ermöglichen. Nach wie vor ungeklärt ist nämlich aufgrund der schwierigen Rechtsverhältnisse, nach welchem Schlüssel die Kosten letztendlich aufgeteilt werden. Die Klostermauer befindet sich zu zwei Dritteln im Besitz der katholischen Kirchenstiftung, und zu einem Drittel, entlang des Kräutergartens, im Besitz der Marktgemeinde. Dazu kommt als dritte Partei der Bund als Baulastträger für die Bundesstraße 22. Teilweise sitzen auf engstem Raum alle drei genannten Grundstücksbesitzer mit im Boot. Sollte es zu keiner Einigung kommen, werden wohl die Gerichte entschieden müssen.

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