• aktualisiert:

    GERNACH

    „Seelsorger und Sozialarbeiter“

    Einen lebendigen Eindruck von seiner seelsorgerlichen Arbeit in seiner Pfarrei Nkile mit den Filialen Ninda, Ngumbo und Wika gab Pfarrer Silverius Mwingira, der Pfarrer Thomas Amrehn in seinem Urlaub vertritt. Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung hatten dazu in die Räume von KOMM-IN eingeladen.

    Sieben Kilometer beträgt die Entfernung von Nkile zu den Filialen, die Wege sind nicht geteert und nicht geschottert, die tiefen Rinnen, die das Wasser in der Regenzeit gräbt, sind nur mit einem Geländewagen zu bewältigen. Der von Pfarrer Silverius ist schon 27 Jahre alt, in den Regenzeiten tropft es vom Autodach ins Innere.

    Die Pfarrei Nkile gehört zum Partnerbistum der Diözese Würzburg, im Süden von Tansania am Malawi-See gelegen. Der Staat Tansania wurde 1964 gegründet, die vorher selbstständigen Staaten Tanganjika und Sansibar schlossen sich unter dem Namen „Tansania“ zu einem Staat zusammen. 120 Stämme mit je eigenen Sprachen sind unter dem Dach Tansanias beheimatet, die Staatssprache ist Kisuaheli. Knapp die Hälfte der 50 Millionen Einwohner sind Christen, etwa genau so viel wie Muslime.

    Pfarrer Silverius versteht sich als „Seelsorger und Sozialarbeiter“. In seiner Präsentation gibt er einen lebendigen Einblick in die Vielzahl von Projekten, die er in seiner Pfarrei schon realisiert hat. So hat er den Bau einer sieben Kilometer Trinkwasserleitung durchgesetzt. Magen- und Darmerkrankungen sind seither deutlich weniger geworden. Verwirklicht werden konnte dieses Projekt – wie alle andere – nur mit finanzieller Unterstützung von Privatleuten, Pfarreien und der Diözese Würzburg. Pfarrer Silverius schildert, dass alle mithelfen mussten: nur Krankheit oder Alter galten als Entschuldigungsgrund.

    Eindrucksvoll auch die gemeinschaftliche Produktion von Schotter und Ziegelsteinen ohne Einsatz von Maschinen. Bis zu 500 Personen, die auch aus den Nachbargemeinden kommen, um zu helfen, sind gleichzeitig auf den Baustellen beschäftigt.

    Weitere Projekte sind die Einrichtung von zwei Wassertanks, die insgesamt 12 000 Liter Wasser speichern können – damit wird der Gang zu entfernten Wasserstellen überflüssig. Die Renovierung der Kirchen in den Filialen und in Ngumbo sind schon vollendet, in Wika soll die Renovierung demnächst beginnen.

    Der Priester kann aber auch über eine Vielfalt von sozialen Aktivitäten und ein vielseitiges Gemeindeleben berichten: So gibt es für jedes Projekt eine Gruppe von Verantwortlichen, die für die Pflege und nötige Reparaturen geradesteht. Es gibt einen Chor und einen Bibelkreis. Mehr als 100 Jugendliche treffen sich zum sonntäglichen Gottesdienst nur für sie und zum anschließenden Fußball- oder Volleyball-Spiel. Eine Nähschule gibt Frauen und Männern die Möglichkeit, durch die Anfertigung von Kleidern zumindest kleine Einkünfte zu erzielen.

    Die Menschen leben vom Fischfang und vom Maniok-Anbau. Daher war der Bau eines Leuchtturms am Malawi-See wichtig. Das neue Gemeinschaftshaus bietet einfache Übernachtungsmöglichkeiten, eine Solaranlage sorgt für Strom, sodass Kühltruhen betrieben werden können.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!