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    Schweinfurt

    Seenotrettung: SPD will Schweinfurt als "sicheren Hafen"

    Die Schweinfurter SPD hat den Antrag gestellt, dass die Stadt der Koalition "Seebrücke schafft sichere Häfen" beitritt. Foto: Fabian Heinz

    Das Thema Seenotrettung im Mittelmeer ist nicht erst seit der Rettungsaktion der europaweit bekannt gewordenen deutschen Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete ein heiß diskutiertes. Vor einigen Wochen hatte der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt einen Brief an den italienischen Innenminister Matteo Salvini geschrieben, in dem er ihn auffordert, die Kriminalisierung von Menschen in Seenot und ihrer Retter zu beenden. Mehrere tausend Menschen unterschrieben bereits.

    Italien verwehrt Rettungsschiffen, die in Seenot geratene Flüchtlinge an Bord haben, die Einfahrt in seine sicheren Häfen. Schuchardt betont, für ihn stehe es "außer Frage, dass wir auch als Kommune kurzfristig reagieren können und müssen, um Menschen aus einer lebensbedrohlichen Lage zu retten."

    Kathi Petersen fordert, dass Schweinfurt sich pro Seenotrettung positioniert

    Im Namen der SPD-Stadtratsfraktion Schweinfurt stellte Kathi Petersen nun den Antrag an Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU), die Stadt möge der Koalition von mittlerweile über 70 deutschen Städten und Landkreisen „Seebrücke schafft sichere Häfen“ beitreten und die Postdamer Erklärung der „Städte sicherer Häfen“ unterstützen.  Petersen erklärt: "Wir können nicht länger zuschauen, wie Menschen an den europäischen Außengrenzen in Seenot geraten und viele im Mittelmeer den Tod finden. Um unsere Bereitschaft zu zeigen, Menschen in Not aufzunehmen, wollen wir deshalb Schweinfurt zu einem „sicheren Hafen“ erklären."

    Die Wälzlagerstadt, die bereits in der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren im Ankerzentrum Erfahrungen gesammelt hat, soll sich laut Petersen gemeinsam mit Aschaffenburg, Würzburg, Erlangen, Regensburg und vielen anderen deutschen Städten dafür einsetzen, "dass die politisch Verantwortlichen in Europa endlich das Sterben im Mittelmeer und das Elend in den Flüchtlingslagern beenden."

    Bereits im Mai beteiligte sich Würzburgs OB Schuchardt an einer Demonstration in der Domstadt. Unter dem Motto "Schafft sichere Häfen" marschierten damals 400 Menschen durch die Stadt. Der Oberbürgermeister hielt dabei zu Beginn der Kundgebung am Hautbahnhof eine Rede.

    • Hier finden Sie die Potsdamer Erklärung im Wortlaut.

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