• aktualisiert:

    RÖTHLEIN

    Seit 40 Jahren Teil der Liturgie

    40 Jahre jung: Der Röthleiner Kirchenchor, der jetzt im Rahmen des Jakobi-Kirchenpatroziniums sein Jubiläum feierte. Foto: Daniela Schneider

    Seit 40 Jahren gestalten die Sängerinnen und Sänger des Röthleiner Kirchenchors mit ihren Stimmen den Gottesdienst und sind dabei nicht schmückendes Klangbeiwerk, sondern Teil der Liturgie. Das demonstrierte das Ensemble dann auch eindrucksvoll mit der „Missa Parochialis“, die es gemeinsam mit dem Kirchenchor der Stadtpfarrei Gerolzhofen und Bläsern, sowie Vokalsolist Karlheinz Sauer zum traditionellen Festgottesdienst zum Jakobi-Kirchenpatrozinium aufführte. Damit wurde gleichzeitig auch das eigene Jubiläum gebührend gefeiert.

    Den Festgottesdienst zelebrierte Pfarrer Geofrey Tumusiim aus Uganda, momentan wieder als Urlaubsvertretung für Pfarrer Stefan Eisert in der Großgemeinde tätig. Er plädierte in seiner Festpredigt dafür, „Körper, Seele und Herz“ eine Ruhepause zu gönnen, um so aufmerksamer für Dinge wie Kinderlachen, Sonnenstrahlen und – passend zum Jubiläum – Gesang zu werden.

    Die Entstehung des Kirchenchores geht bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück, Anfang der 1970er Jahre allerdings beendete ein tragischer Unglücksfall des damaligen Chorleiters die Kirchenchor-Aktivitäten zunächst. Auf Initiative des früheren Röthleiner Pfarrers Lothar Kirchner wurde der Kirchenchor dann 1978 aus dem „Dornröschenschlaf“ geweckt. Unterstützt wurde die Bestrebungen vom Organisten Hubertus Bachmann, der bis 1994 den Chor mit seinen einst 28 Mitgliedern leitete. Der einstige Chorleiter Bachmann war beim Jubiläum ebenso anwesend wie seine Nachfolgerin Silvia Albert, die den Chor 17 Jahre zu weiteren Höhen führte.

    Seit Oktober 2011 leitet mit Silvia Sauer eine ausgebildete Kirchenmusikerin den Röthleiner Kirchenchor. Ihr sei es wichtig, erläuterte sie im Rahmen des Jubiläumsauftrittes, die ganze Bandbreite der Kirchenmusik, den „breiten Schatz der Musik“, also von klassischen Motetten bis hin zu modernen, geistlichen Liedern zu nutzen; aber auch Gospel und Volkslieder gehören zum Repertoire der mittlerweile auf 17 Sängerinnen und Sänger geschrumpften Chorsängerriege. Auch der „Stimmenschwund“ in Kirchenchören gehört zum Wandel der Zeit, dem die Chorleiterin mit Gemeinschaftsprojekten mit anderen Chören wie dem aus Gerolzhofen erfolgreich entgegenwirkt.

    Zum festen Bestandteil dieser nunmehr 40-jährigen Chorgeschichte gehören auch immer wieder die unterstützenden Orgelklänge des heutigen Bürgermeisters Albrecht Hofmann, der sich als Festredner ebenso wie Kirchenpfleger Alfred Simon für die „kulturelle Bereicherung“ des Ensembles nicht nur in der eigenen Kirche, sondern auch bei anderen Kirchenkonzerten bedankte. Sieben der ehemals 28 Gründungsmitglieder singen übrigens auch heute noch im Chor und erinnern sich gerne an alte Zeiten, etwa den traditionellen Ausflug, bei dem es für jedes Chormitglied von Pfarrer Lothar Kirchner fünf Mark für das stimmliche Engagement unterm Jahr gab. Den Ausflug gibt es heute nicht mehr, dafür finden alljährlich Adventsfeier, Grillabend und Federweißenabend statt. Interessierte Sängerinnen und Sänger sind übrigens immer wieder gerne zur wöchentlichen Schnupperchorprobe mittwochs um 19.30 Uhr ins Pfarrheim eingeladen.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!