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    Reichmannshausen

    Selten: Ein Tau-Kreuz in Mainfranken als christliches Monument

    Tod und Auferstehung Christi in der Darstellung vereint: Das Kreuz an der Humprechtshäuser Straße/Einmündung Forststraße. Foto: Wilhelm Meyer/Bernhard Stühler

    In dieser Woche, die als Karwoche bezeichnet wird, denken Christen an Jesu Tod. Vielfach begegnet uns diese Kernaussage christlichen Glaubens in den Feld- und Wegkreuzen sowie den Marteln. Diese steinernen Zeugen der Frömmigkeit unserer Vorfahren finden wir in großer Vielfalt auch im Landkreis Schweinfurt.

    Im Jahr 2017 errichteten Wilhelm Meyer und seine Ehefrau Angelika sowie deren Bruder Pfarrer Bernhard Stühler in Reichmannshausen ein neues Wegkreuz anstelle eines baufällig gewordenen Holzkreuzes. Dieses Holzkreuz hatten die Eltern, beziehungsweise Schwiegereltern Maria und Vinzenz Stühler nach dem Zweiten Weltkrieg aus Dankbarkeit gestiftet, da Vinzenz Stühler wieder nach seinem Militäreinsatz – wenn auch schwer verwundet – aus dem Krieg zurückgekehrt war.

    Die Familie wollte mit dem neuen Wegkreuz etwas schaffen, was sofort die Blicke der Vorbeikommenden auf sich zieht. Es sollte vom Sterben und Leiden Christi künden, aber auch die Auferstehung als Heilsgeschehen für jeden Menschen sichtbar machen.

    In vielen Gesprächen und in Zusammenarbeit mit der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung, der Gemeindeverwaltung und dem Denkmalamt fiel die Entscheidung für ein Kreuz in T-Form, das auch als Antoniuskreuz oder Ägyptisches Kreuz bezeichnet wird. Wilhelm Meyer, pensionierter Maschinenbauingenieur, entwarf dazu die Pläne. Danach wurde dieses Denkmal in vier Blöcken gestaltet und in Corten-Stahl ausgeführt. Diese ungewöhnliche Kombination aus nichtrostendem  Chrom-Nickel-Stahl und dem "rostenden Corten-Stahl” spiegelt indirekt auch den Kontrast von Tod und Auferstehung wider.

    Das Kreuz als Zeichen des Sieges über den Tod und der Christuskorpus weisen auf die Auferstehung hin. Deshalb umläuft ein silberfarbener Metallstreifen die vier Teile des gespaltenen Kreuzes. "Nicht der Gekreuzigte am Kreuz soll den Betrachter bewegen, sondern der Auferstandene", so Wilhelm Meyer. Auf dieser Basis schuf der Künstler Ludwig Bauer aus Aschach, Unterfranken, nach den Vorgaben der Familie die Christusfigur nahezu schwebend mit dem Oberkörper über dem Balken. Christus blickt zum Himmel und zeigt damit an, dass er den Willen des Vaters erfüllt und die Menschen erlöst hat.

    Christus blickt zum Himmel und zeigt damit an, dass er den Willen des Vaters erfüllt und die Menschen erlöst hat. Foto: Bernhard Stühler

    "Dieses Kreuz gehört zur Dorfgeschichte, zur Familiengeschichte und zur Geschichte der Menschen des 20. Jahrhunderts", stellte Pfarrer Bernhard Stühler bei der Segnungsfeier am 24. September 2017 heraus. Ursprünglich wurde das Kreuz errichtet aus Dankbarkeit aus Errettung aus den Gefahren des Krieges. Die Neugestaltung greift diesen Gedanken auf und will in moderner Zeit ein Hinweis sein, den christlichen Glauben, der durch das Kreuz symbolisiert wird, lebendig zu halten.

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