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    Sennfeld

    Semco produziert in Sennfeld pro Tag 3000 Quadratmeter Flachglas

    Die Sennfelder Niederlassung der Semco-Gruppe wächst und investiert weiter. 19,5 Millionen Euro Umsatz hat man 2019 gemacht. Wovon der Spezialist besonders profitiert.
    Semco investiert seit Jahren in die Niederlassung in Sennfeld. So auch in ein weiteres vollautomatisches Bohr- und Fräszentrum. Dieses wurde im Oktober 2018 in Betrieb genommen.
    Semco investiert seit Jahren in die Niederlassung in Sennfeld. So auch in ein weiteres vollautomatisches Bohr- und Fräszentrum. Dieses wurde im Oktober 2018 in Betrieb genommen. Foto: Karl-Heinz Körblein

    Die Sennfelder Niederlassung der Semco-Gruppe ist auch im vergangenen Jahr kräftig gewachsen und will den Erfolgskurs auch heuer fortsetzen. Der Spezialist für Flachglas profitiert nach wie vor davon, dass in der modernen Architektur zunehmend Glas verbaut wird. In der Niederlassung am westlichen Ortsrand von Sennfeld stieg der Umsatz im vergangenen Jahr von 19 Millionen auf 19,5 Millionen Euro, für dieses Jahr peilt der kaufmännische Leiter Joachim Verne 20 Millionen Euro an.

    Tagtäglich werden 3000 Quadratmeter Flachglas verarbeitet, das sind rund 40 Tonnen, die von zwei Spezialfahrzeugen angeliefert werden. Die selbe Menge verarbeitetes Glas verlässt täglich den Betrieb auf dem Weg zum Kunden. Dabei ist die Niederlassung auf Isolierglas (unter anderem Fenster, Fassaden) und Sicherheitsglas (Duschen, Türen, Möbel, Innenausbau) spezialisiert, mit gleich großen Anteilen. Der Einzug umfasst ein Gebiet von 100 Kilometern im Umkreis zwischen Nürnberg, Fulda und Aschaffenburg. Weitere Niederlassungen der Semco-Gruppe gibt es in Süddeutschland noch in Aschaffenburg und Gießen.

    Individuelle Fertigung

    Die Anforderung an die Produkte ist groß, sagt Verne. Semco liefert nämlich nicht von der Stange, sondern individuell für jedes Projekt, so wie es die Architekten nach dem Geschmack ihrer Bauherren geplant haben. Das bedeute oft Losgröße 1. "Das ist unsere Stärke." Das unterscheide das Angebot von dem der Baumärkte, die oft aus Fernost importierten.

    Geliefert werde innerhalb von vier bis fünf Tagen. An den weiterverarbeiten Handwerksbetrieb oder direkt an die Baustelle. "Das ist neben der Qualität unsere Stärke."

    Um die Qualität sicherzustellen, sind kontinuierliche Investitionen notwendig. Sie lagen in den letzten zehn Jahren bei gut zwölf Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es allein 2,5 Millionen Euro. Damit wurden unter anderem ein Anbau, eine neue Schneideanlage und ein Lager- und Kommissionierungssystem angeschafft. Für das laufende Jahr ist eine Investitionssumme von einer Million Euro geplant, sie fließt in ein neues Bohr- und Fräszentrum sowie in eine Anlage zur Kantenbearbeitung.

    Fachkräfte fehlen

    Wie viele Mittelständler plagt auch Semco das Fehlen von Fachkräften. "Darum legen wird größten Wert auf Ausbildung", sagt Verne. Die Ausbildungsquote liegt bei rund zehn Prozent. "Das ist unsere einzige Chance." Um die körperlichen Anstrengungen zu reduzieren, investiere Semco seit Jahren in Krananlagen in allen Produktionsbereichen. Seit Jahren konstant ist die Beschäftigtenzahl. 90 Mitarbeiter sind im gewerblichen, 40 im kaufmännischen Bereich tätig.

    Die Gruppe mit Sitz in Westerstede im Nordwesten von Niedersachsen beschäftigt an 18 Standorten 1450 Menschen. Sie ist im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent auf 244,5 Millionen Euro Umsatz gewachsen. Das ist umso bemerkenswerter, da sich der Glasmarkt zunehmend konsolidiert. "In den letzten zehn Jahren haben 70 Wettbewerber den Markt verlassen", stellt der geschäftsführende Gesellschafter der Gruppe, Hermann Schüller, fest. Für 2020 plant er einen Anstieg der Isolierglasproduktion um knapp acht Prozent und der Fertigung von Sicherheitsglas um rund neun Prozent.

    Der Sennfelder Betrieb gehört seit 1999 zu Semco. In der Region ist er noch vielen als Einkaufsgenossenschaft für Schreiner, als EVG bekannt.

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