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    SENNFELD

    „Semflder“ feiern Kirhweih

    Ehrenamtliches Engagement vieler Mitglieder des Volkstrachtenerhaltungsvereins „Die Semflder“ ermöglicht seit 70 Jahren die Durchführung der Kirchweih, die 2016 als Friedens- und Freudenfest mit der Eintragung in das bayerische und das bundesdeutsche Verzeichnis für immaterielles Kulturerbe zur Erfüllung des Unesco-Übereinkommens ausgezeichnet und gewürdigt wurde.

    Zeugwart seit 39 Jahren im Amt

    Zwei Wochen vor der Kirm suchen Bürgermeister und ein Vertreter des gemeindlichen Bauhofs zusammen mit mehreren Mitgliedern des Trachtenvereins den Planbaum und die Spitze im „Tännig“ aus. Nach dem Fällen am Freitag vor Kirchweih wird der Baum beim Aufladen gerädelt, zwischen die Fahrgestelle vorne und hinten eingespannt und mit alten Ketten verankert. Die Zwischenlagerung erfolgt auf dem Gelände der SG Franken 06.

    Am Samstag spannt dann der Zeugwart der Semflder, Walter Magerhans (bereits seit 39 Jahren), die Pferde am vorderen Fahrgestell ein, die Planburschen nehmen auf dem Stamm des Planbaumes Platz und das rückwärtige Fahrgestell lenkt der „Watta“, den zwei Mitglieder der Semflder bedienen.

    Sicherheit hat Vorrang

    Die von der Gemeinde aufbewahrten Fahrgestelle sind von Mitarbeitern des Bauhofs vorher noch gewässert worden. Um die Sicherheit zusätzlich zu gewährleisten sind erst vor wenigen Jahren – so der Vorsitzende der Semflder Helmut Büschel – für die Fahrgestelle neue Räder und neue Deichseln angeschafft worden.

    Dann beginnt der Transport von Planbaum und Spitze – mit musikalischer Umrahmung von den „Jungen Sennfeldern“ – durch die Hauptstraße zur Dreieinigkeitskirche, unterbrochen von Stopps an den Gaststätten, wo Bier spendiert und Ständerle, Tänze mit Musik, von den Planburschen und den Planmädchen, die hinter dem Planbaum herlaufen, präsentiert werden.

    Mädchen schmücken die Krone

    Am Plan warten nun verantwortungsvolle Aufgaben für die Mitglieder der Semflder. So sorgt Stefan Eichhorn zusammen mit Manfred Geyer mit einer Winde für das Herablassen des Planbaumes auf den Boden. Freiwillige helfen dann mit, ihn auf dem Plan in die richtige Position zum Aufstellen zu rollen. Da die Spitze „angeschäfft“ werden muss, um sie mit dem Stamm verbinden zu können, hat Büschel als Zimmerer Mitglied Gregor Geyer gewonnen, der, unterstützt von seiner Mannschaft, die Arbeiten mit Spezialbeilen durchführt. Eisenklammern sorgen dann für die sichere Verbindung von Spitze und Stamm.

    Mit Scheren und Leitern

    Aufmerksame Mitglieder sorgen dafür, dass die Planmädchen die Spitze mit Fähnchen geschmückt haben, sowie das Anbringen von Kranz und Fahne vor dem Start des Hochhievens mit Scheren und Leitern nicht vergessen wird. Dann ruft Büschel Freiwiilige zur Mithilfe auf. Er verweist auf den Samstagvormittag, an dem die Stangen mit Seilen zu Scheren von Mitgliedern mit jahrelanger Erfahrung gebunden wurden. Wenn der Planbaum dann steht, obliegt es Mitglied Herbert Rieß, dass der Planbaum in der dafür vorgesehenen Öffnung in der Mitte des Planes fest verkeilt wird. Wenn dann etwa gegen 17.30 Uhr der Planbaum steht, muss bis 19.30 Uhr der Planschmuck fertig sein.

    Fichten aus dem Abersfelder Forst

    Die Fichten rund um den Plan und für die Gaststätten stammen aus dem Forst in Abersfeld. Die Wedel für 170 Meter gebundene Girlande stammen aus dem Sennfelder Gemeindewald. Bei der Gelegenheit regt Büschel an, ob Bürger im Wege stehende Bäume in ihren Gärten für die Nutzung von Wedeln in den nächsten Jahren zur Verfügung stellen könnten. Hinzukommen die Lichterketten. Denn um 19.30 beginnt bereits die Vorstellung der Planpaare.

    Planpaare stehen bereit

    Neben der Vorbereitung und Durchführung für die Aufstellung des Planbaumes, beginnt bereits Ende April die Abfrage, wer sich als Planmädchen und Planbursche zur Verfügung stellen will. Ende Juni beginnen dann die etwa zehn Tanzproben unter der Leitung von Gerda Büschel, Tanzleiterin Susanne Rieß sowie ihrer Vertreterin Lisa-Maria Woytinnek.

    Dreispitz und Zylinder

    Sofern die Planpaare nicht Mitglieder der Semflder sind, können sie unter jeweils 40 männlichen und weiblichen Trachten in allen Größen auswählen. Da die Männer früher kleiner waren – so Büschel – seien vorübergehend Probleme beim Stöß am Kirchweihmontag aufgetreten, die zwischenzeitlich gelöst werden konnten. Das Schmücken von Dreispitz und Zylinder übernimmt kurz vor der Kirchweih Christa Spiegel und Beate Leubner steht zur Verfügung, wenn kurzfristig Änderungen an der Tracht vorgenommen werden müßten. Die Trachtenanprobe findet vier Wochen und das Vorstellen bei den Mitgliedern zwei Wochen vor der Kirchweih statt. An der Generalprobe für die Tänze am Dienstag vor der Kirm im Saal des Vereinslokals „Zur Krone“ können auch die Jubelplanpaare zur Auffrischung der Tänze teilnehmen. Büschel freut sich, dass bei den diesjährigen Planpaaren die Zwillinge Justin und Faye Gill sowie Sabrina und Rica Engel auftreten.

    Abschließend hebt Büschel hervor, dass für Organisation und Ablauf der Trachtenverein verantwortlich ist, sich aber die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Bauhofs perfekt bewährt hat, insbesondere mit ihrem Wissen und ihrer Arbeitskraft in der Vorbereitung der Kirm.

    Kirm 2018 in Sennfeld vom 1. bis zum 3. September und am 9. September. Samstag, 1. September, 14 Uhr Einholen des Planbaums, 15.30 Uhr Aufstellen, 19.30 Uhr Musik und Vorstellung der Planpaare. Sonntag, 2. September, 13 Uhr Gottesdienst am Plan, 14 Uhr (ebenso wie am Montag, 3. September und am Sonntag, 9. September) Aufzug und Tanz der Planpaare.

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