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    Sömmersdorf

    Sömmersdorf beschwört den Gemeinschaftsgeist

    Das Landratsamt prüft aufgrund einer Anwohnerbeschwerde das Nutzungskonzept für die Freilichtbühne in Sömmersdorf. Foto: Anand Anders

    Der Protest von Anwohnern der Sömmersdorfer Passionsspielbühne (wir berichteten) hat das Dorf mobilisiert. Zu der Infoveranstaltung des Passionsspielvereins am Montagabend waren rund 160 Bürger in die Robert-Seemann-Halle gekommen. Demonstrativ zeigten sie, dass der Gemeinschaftsgeist "nicht bröckelt, sondern mehr als je zuvor ist". Vorsitzender Robert König schwor die Versammlung auf dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ein, "denn wir haben eine Vorbildfunktion in ganz Deutschland".

    Dass der Ausbau der Freilichtbühne zu einem Kulturzentrum kein Alleingang des Vereinsvorstandes war, sondern vor zehn Jahren mit gemeindlicher Unterstützung in die Wege geleitet und immer öffentlich propagiert worden sei, das machte 3. Vorsitzender Norbert Mergenthal in seinem Rückblick deutlich. Und dass man sich bei allen Baumaßnahmen an die gesetzlichen Auflagen gehalten hat, das bestätigt das Landratsamt in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dieser Redaktion. So gibt es Vorgaben, wie viele Veranstaltungen jährlich auf der Bühne stattfinden dürfen, "und diese halten wir ein".

    Bei Traditionsveranstaltungen wie den Passionsspielen sind es 18, bei sogenannten seltenen Ereignissen wie Theateraufführungen oder Konzerten 16. Außerhalb der Passion will der Verein sogar freiwillig auf nur sechs Veranstaltungen reduzieren. So sind für 2019 ein Veranstaltungswochenende im Juni mit zwei Musicalshows und einem Konzert sowie ein zweites im September mit Mundartheater und Workshops geplant. 2020 wird es dann wieder eine Eigenproduktion mit acht Aufführungsterminen geben, 2021 eventuell ein eigenproduziertes Kindertheaterstück, 2022 ein externes Gastspiel und 2023 die nächste Passion. 

    Schallpegelmessung ergab keine Überschreitungen

    Auf Wunsch der Anwohner war bei den letztjährigen Passionsspielen auch eine Schallpegelmessung erfolgt. Diese ergab laut Landratsamt, dass die Immissionsrichtwerte eingehalten werden. "Wir bewegen uns zwischen 60 und 80 Dezibel", informierte 2. Vorsitzender Johannes Gessner, wobei die Spitzen nicht von der Bühne, sondern aus dem Zuschauerraum kommen. "Der Schlussapplaus ist mit Abstand das Lauteste." Erlaubt sind bei den Passionsspielen bis Mitternacht 70 Dezibel. Bei anderen Aufführungen gilt dieser Höchstwert nur bis 20 Uhr.

    Klaus Markert als Vertreter der betroffenen Anwohner machte deutlich, dass er nicht gegen die Passionsspiele, sondern gegen die "geplanten Massenveranstaltungen" ist. Die Belastungen durch den Lärm würden krank machen. Nicht nur das: Er sieht sich auch "psychischem Terror" und "Mobbing" ausgesetzt, weil er seine Kritik öffentlich gemacht hat. "Das ist nicht fair, was da abläuft."

    Bürgermeister Arthur Arnold versuchte sich als Schlichter und Vermittler: "Wir sollten das jetzt abhaken und nach vorne blicken." Was 2019 geplant sei, "das müsste doch zu schaffen sein". Und die junge Schauspielerin Johanna Kastner reichte den Anwohnern versöhnend die Hand: "Kommt einfach dazu, ihr werdet herzlich aufgenommen und viel Spaß haben."

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