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    Sömmersdorf

    Sömmersdorfer Freilichtbühne: Startschuss in eine neue Zeit

    Größtes Projekt in der Vereinsgeschichte: Der Neubau der Zuschauertribüne mit der Stahldachkonstruktion wurde gerade noch rechtzeitig zu den Passionsspielen 2018 fertig. Foto: Josef Lamber

    "Es ist unwahrscheinlich viel passiert." Robert König will bei der Jahresversammlung des Passionsspielvereins aber nicht aufzählen, was er in den 13 Jahren seiner Amtszeit als Vorsitzender alles gemacht hat, er beschränkt sich auf den obligatorischen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre mit dem größten Bauprojekt in der Geschichte des Vereins, dem Neubau der Zuschauertribüne an der Freilichtbühne. Schon 2013 hatten die Planungen dafür begonnen, ursprünglich mal mit Kosten von 2,13 Millionen Euro. Am Ende waren es eine halbe Million mehr, wodurch sich der Eigenanteil des 380 Mitglieder starken Vereins von 600 000 Euro auf 1,1 Millionen Euro erhöhte. 

    "Es mussten viele Entscheidungen getroffen werden, wir haben um jeden Euro gefightet", sagt Robert  König und dankt seinem Vorstandsteam, das in diesen drei Jahren zu 80 Sitzungen zusammenkam. Ohne die vielen Besprechungen mit Baufirmen, Architekten, Gemeinden und Ämtern – und das Klinkenputzen bei den Zuschussgebern. Fördergelder kamen von Gemeinde, Landkreis, Diözese, Bezirk, dem Kulturfonds Bayern und über Leader von der EU. 

    Führungen an der Freilichtbühne – die Besucherzahlen steigen

    Daneben gab es aber noch viele andere Tätigkeiten rund um den Ort der Passion. Seit 2013 gibt es die Passionsgalerie mit ständiger Ausstellung zur Geschichte der Passion in Sömmersdorf. Im Passionsjahr 2018 kamen 741 Besucher. Auf Anfrage können Gruppenführungen gebucht werden. Ebenso wie auf den Passionswegen rund ums Dorf. Jahr für Jahr steigen hier die Besucherzahlen, 2019 waren es 82. Auf großes Interesse stoßen auch die Führungen an der Freilichtbühne. Mit Bussen kommen die Gruppen an, um das neue Werk zu besichtigen. 2018 gab es 45 Führungen mit über 1000 Personen.

    Im Zentrum des Vereins jedoch steht die Freilichtbühne mit ihren Fränkischen Passionsspielen alle fünf Jahre. "Das ist das Wichtigste im Ort", sagt Robert König. Denn man wolle den Glauben weitergeben. 2018 war das absolute Rekordjahr mit 35 000 Besuchern an den 18 Spieltagen, 450 Mitwirkenden, davon 300 Schauspieler, Bischofsbesuch bei der Premiere, Ministerbesuch bei der Dernière und ZDF-Fernsehgottesdienst vor dem großen Spektakel. 2019 dann die Premiere für den Sömmersdorfer Open-Air-Sommer mit Hans-Zimmer-Filmmusik, einem Herr-der-Ringe-Konzert und der Abba-Show. Rund 4000 Besucher kamen. Alle mithelfenden Vereine arbeiteten ehrenamtlich, so wie auch alle Schauspieler bei der Passion, so dass der Erlös in die Kasse des Passionsspielvereins fließen konnte. "Wir brauchen die Einnahmen", sagt Robert König, vor allem um die Betriebskosten für die Robert-Seemann-Halle schultern zu können. Diese ist sozusagen die Mehrzweckhalle von Sömmersdorf, in der von der Faschingssitzung bis zur Hochzeitsfeier nahezu alle örtlichen Veranstaltungen stattfinden. "Wir profitieren alle von dem Gelände und der Halle", wirbt Robert König deshalb um Verständnis für den Ausbau des Kulturzentrums. 2019 gab  es noch eine weitere Premiere mit dem Volkstheater-Festival Wurzelwerk. Sechs Theatergruppen aus ganz Deutschland spielten auf der Sömmersdorfer Bühne. 

    Jugendkulturpreis für die junge Schauspieler

    Nicht unerwähnt lässt Robert König das Engagement des Vereins in der Jugendarbeit. 2017 wurde das Märchen "Der Nussknacker und Mausekönig" aufgeführt. Dafür erhielt die junge Schauspielgruppe den Jugendkulturpreis 2017 des Landkreises Schweinfurt. Der Vorstand unterstützt auch die Weiterbildung seiner Schauspieler, finanziert Theaterausbildung und Lehrgänge.

    Robert König ist optimistisch, dass es mit der neuen Vereinsführung nahtlos weitergeht. "Das neue Konzept ist zukunftsträchtig", es sei der Startschuss in eine neue Zeit.

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