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    Bergrheinfeld

    Sogar die Eichen leiden unter der Trockenheit

    Bereits an den Eichen im Kaltenhäuser Holz sind heuer erste Dürreschäden aufgetreten.
    Bereits an den Eichen im Kaltenhäuser Holz sind heuer erste Dürreschäden aufgetreten. Foto: Horst Fröhling

    Den Forstbetriebsplan für das Jahr 2020 und die Bilanz für 2019 erläuterte Forstamtmann Bernhard Müller im Gemeinderat. Dieser Sommer sei erneut ein Trockenjahr gewesen, von dem trotz anderer Prognosen sogar die Eichen betroffen seien, stellte Müller fest. Seit 1990 gebe es keinen Wasserüberschuss mehr.

    Zum Eschentriebsterben im Naturschutzgebiet Garstadt sagte Müller, dass rund 80 Prozent der Eschen vom Pilzbefall betroffen seien. Es sei im Vergleich zum letzten Jahr eine deutliche Verschlechterung eingetreten. Ursache sei ein japanischer Pilz. Etwa ein bis drei Prozent der Eschen seien resistent. Mit der unteren Naturschutzbehörde werde Vorbeugung betrieben, zwei Beobachtungsstellen seien eingerichtet. Vorerst gehe der Umbau mit Stieleiche und Flatterulme weiter. Er habe den Eindruck, dass die Trockenheit das Eschentriebsterben bremst.

    Bei den Eichen müsse wegen der Schwammspinner-Gefährdung abgewogen werden, ob tatsächlich gespritzt werden muss. Das Ahorn sei von der Rußrindenkrankheit bedroht. Fällungen sollten hier nur bei feuchter Witterung durchgeführt werden. Der Gefahrenbereich müsse abgesperrt, das Holz dürfe nicht als Brennholz verwendet werden.

    Für das kommende Jahr seien 250 Festmeter Holzernte geplant. Die Verjüngung des Waldes schreite voran. Neu gepflanzt würden 1500 Buchenwildlingen im Kaltenhäuser Holz. An den Pflanzaktionen im Naturschutzgebiet hätten auch zwei Grundschulklassen teilgenommen.  

    Als Einnahmen für die Holzernte seien 16 000 Euro eingeplant. Dazu kämen 13 500 Euro an Fördermittel. Als Saldo bliebe für 2020 ein Betrag von 11 300 Euro Verlust. Voll eingerechnet seien hier aber die Kosten für Arbeiten durch den Gemeindebauhof, rund 1000 Stunden. Der Arbeitsschwerpunkt sei weiterhin der Waldumbau. Der Laubwald habe einen geringen Zuwachs, hoher Investitionsbedarf bestehe durch Einzäunung und Eichennachzucht.

    Es seien kostenintensive Investitionen in Zäune, Zaununterhalt, Pflanzungen und Ausgrasen nötig. Etwa 19 Hektar seinen eingezäunt, was rund 15 Prozent der Gesamtfläche sei. Vorgesehen sei ein Zaunneubau von rund 600 Metern im Kaltenhäuser Holz. Optional seien bei Eichenmast weitere 1300 Meter für eine Fläche von vier Hektar vorgesehen. Ohne Einzäunung kämen die Bäume nicht nach oben, so Müller.

    In seinem Ausblick erklärte der Forstamtmann, dass man an den Symptomen etwas tun könne. Dazu zähle beispielsweise der Umbau vom Buchen- zum Eichenwald mit 30 bis 50 Prozent Eichenanteil. Verstärkt sollten seltene heimische Baumarten wie Elsbeere, Speierling oder Kirsche gepflanzt werden, den Mischwald so gestalten, ohne groß in die Biodiversität einzugreifen. Alternativ könnten nichtheimische Baumarten wie Silberlinde oder Libanonzeder ausprobiert werden. Ohne Umbau werde es langfristig zu Problemen mit den Waldbeständen kommen.

    "Wir sind froh, dass unser Wald erhalten bleibt", so Bürgermeister Ulrich Werner. Um ihn zu erhalten, müsse häufig gepflanzt werden. Das Gremium befürwortete einstimmig den Forstbetriebsplan für das kommende Jahr.

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