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    GOCHSHEIM

    Sozialer Wohnungsbau schreitet voran

    Es kommt nicht oft vor, dass Antrags- und Genehmigungsbehörde ein und dieselbe Partei sind. Dieser merkwürdige Fall trat in der letzten Gemeinderatsitzung ein. Das Gremium hatte über ein Baugesuch der Gemeinde Gochsheim zu entscheiden, das der Gemeinderat vorher beschlossen hatte.

    Die Rede ist von den in Gochsheim „Die Uhlandhäuser“ genannten Mehrfamilienhäusern der Hausnummern 41, 43 und 45, in denen die Gemeinde einmal insgesamt 18 Sozialwohnungen vermietet hatte. Schon vor Jahren wurde festgestellt, dass eine Sanierung der Wohnungen unerlässlich ist. Die zunächst vorgesehene Maßnahme wurde mit Förderung der Regierung beschlossen – und begonnen. Zunächst wurde das Gebäude Nr. 45 saniert, wobei man den Grundschnitt der Wohnungen beibehielt.

    Komplett umgeplant

    Dann aber setzte sich die Erkenntnis durch, dass ein Abriss der Häuser Nr. 41 und 43 und ein Neubau wirtschaftlicher sei. Dies betonte Freie Wähler-Sprecher Edwin Hußlein jetzt noch einmal in der Sitzung. Das neue Konzept wurde vom Planer bereits vorgestellt (wir berichteten). Es beinhaltet den Neubau zweier Gebäude mit insgesamt 13 Wohneinheiten, die mit einem Laubengang verbunden sind. Dabei ändert das Hauptgebäude mit einer Länge von gut 28 Metern und einer Breite von knapp 10,50 Metern die Firstrichtung und steht nicht mehr lotrecht zur Uhlandstraße, sondern parallel.

    Das kleinere Gebäude mit drei Wohneinheiten und einer Größe von gut 8,50 mal 13 Metern behält die ursprüngliche Firstrichtung bei. Die Baueinheit ist so angeordnet, dass das Grundstück, auf dem bisher das Wohnhaus Nr. 41 stand, zunächst freigehalten wird und später überplant werden kann. Da in dem größeren, jetzt entstehenden Bau neun Wohnungen Platz finden, kann die Gemeinde nach Abschluss der Baumaßnahmen sogar eine Wohnung mehr anbieten als vorher.

    Einmütige Zustimmung zu Bauplänen und Abriss

    Um das zu realisieren, musste das Ratsgremium quasi sich selbst Befreiungen vom Bebauungsplan genehmigen. Dies betrifft die Dachneigung des größeren Gebäudes sowie die Überschreitung der Baugrenzen. Auf den Grundstücken werden zudem 29 Stellplätze angeordnet. Der Gemeinderat erteilte einstimmig sein Einvernehmen – nicht nur mit dem Bau der neuen Gebäude, auch mit dem Abriss der bestehenden Gebäude der Hausnummern 41 und 43, ohne den der Neubau nicht zu realisieren ist. Über die „Förderung des sozialen Wohnungsbaus“ in der Gemeinde freuten sich neben SPD-Frontmann Klaus Wörner auch die Sprecher der anderen beiden Fraktionen.

    Erst bauen und dann beantragen?

    Für Verwunderung sorgte der Antrag eines landwirtschaftlichen Betriebs auf Errichtung einer landwirtschaftlichen Halle. Da, wie Wörner befand, der Bau bereits besteht, bat er Bürgermeisterin Helga Fleischer, den Bauherr auf den richtigen Weg hinzuweisen: „Erst den Plan genehmigen lassen, dann bauen!“ Da es sich um ein priorisiertes Bauvorhaben handelte, erteilte das Gremium auch in diesem Fall das gemeindliche Einvernehmen.

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