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    Oberwerrn

    Spielplatz Schleifweg: Eltern wollen das Spielhaus wieder

    Daumen runter für den umgestalteten Spielplatz am Schleifweg in Oberwerrn, findet nicht nur Tagesmutter Karin Fasel (Bil... Foto: Helmut Glauch

    Karin Fasel ist verärgert. Als Tagesmutter betreut sie täglich bis zu fünf Kinder, und die wollen auch mal raus und sich ein wenig austoben. Erste Anlaufstelle dafür war bislang der Spielplatz am Oberwerrner Schleifweg. Ein zwar in die Jahre gekommenes, aber zweckdienliches zweigeschossiges Spielhaus und eine begrünte Fläche ließen Raum für Kreativität. "Die Kinder haben Kochen gespielt, konnten ihrer Fantasie freien Lauf lassen, und vor allem war es ungefährlich für Kleinkinder."

    Kletterturm ungeeignet für ganz kleine Kinder

    Im vergangenen Jahr wurde der Spielplatz neu hergerichtet und seither, das finden eine ganze Reihe von Oberwerrner Eltern, ist der Spielplatz kein richtiger Spielplatz mehr. Das Spielhaus ist weg, stattdessen wurde ein Kletterturm aufgestellt. "Das ist gar nichts für kleinere Kinder", so ein Vater.  Die Sprossen der Trittleiter seien viel zu weit auseinander, das Kletterseil zu grobmaschig geknüpft. Vor allem die neue Rutsche ist den Eltern und Großeltern, die früher gerne mit ihren Kindern und Enkeln zu diesem Spielplatz gegangen sind, ein Dorn im Auge. Ein Dutzend von ihnen hat sich spontan am Donnerstagvormittag auf dem Spielplatz versammelt, um ihr Unverständnis über diese Art der Spielplatzerneuerung zum Ausdruck zu bringen.       

    Eltern wollen keinen Holzhackschnitzelbelag als Spielplatzboden  

    Die Rutsche sei für Kinder bis zu zwei Jahren, auf Spielplätzen häufige Gäste, ungeeignet. Der Auslauf ist zu hoch, die Kleinen plumpsen regelmäßig unsanft auf den Hosenboden. Das größte Ärgernis ist dann, worauf sie plumpsen - auf einen Holzhackschnitzelbelag, mit dem man nach dem Dafürhalten der Eltern Waldwege präparieren kann, aber keine Spielplätze.  Ein Belag, auf dem man nicht barfuß laufen könne, was noch nicht das Schlimmste wäre. Nein, die Eltern fürchten ganz konkret, dass sich ihre Kinder, wenn sie zum Beispiel hinfallen, Verletzungen zuziehen könnten. Die Kanten der Holzstücke könnten nicht nur an den Händen, sondern auch im Gesicht schlimme Verletzungen zur Folge haben, so die einhellige Meinung der anwesenden Eltern.  

    "Ich gehe da mit meinen Enkeln nicht mehr her", so ein Großvater. Zum ungeeigneten Spielgerät und Belag komme, dass der ganze Spielplatz durch die Neugestaltung seinen Charme verloren habe und steril wirke. Eine Einschätzung, in der sich die Generationen offensichtlich einig sind, auch zwei Jungs finden den Spielplatz nur noch "öde". 

    Bürgermeisterin Bärmann: Gestaltung entspricht den gesetzlichen Vorgaben

    Den Einwand, dass der Holzhackschnitzelbelag  gefährlich sei, lässt Niederwerrns Bürgermeisterin Bettina Bärmann nicht gelten. Auf Nachfrage teilt sie mit, dass der Untergrund in vollem Umfang den gesetzlichen Vorgaben entspreche und auch durch Sachverständige auf seine Tauglichkeit geprüft sei. Und weil man auf Nummer sicher gehen wollte, habe man im Oktober den Belag noch einmal komplett ausgetauscht, um wirklich sicherzustellen, dass sich keine zu großen Holzstücke darunter befinden. Schließlich hafte im Falle eines Unfalles die Gemeinde.

    Im Kindergarten Niederwerrn werde das gleiche Häckselgut als Spielplatzboden verwendet, und man habe dort keine negativen Erfahrungen damit gemacht. Bärmann räumt ein, dass man sich erst an diese Art des Belages gewöhnen müsse. Die Fachleute seien sich aber einig, dass nichts passieren könne. Das Häckselgut liege als Spielplatzbelag im Trend und habe noch weitere Vorteile gegenüber dem bisher häufig verwendeten Rindenmulch. Die einen Sturz dämmende, also abfedernde Wirkung sei besser. Kinder hätten zudem keinen Sand mehr in den Schuhen, und der Belag sei langlebiger.  Man habe sich die Neugestaltung  des Spielplatzes nicht leicht gemacht, im Gemeinderat intensiv darüber gesprochen, sich extern beraten lassen und Rücksprache mit Kindergärten gehalten. 

    Das neue Spielgerät ist für Kinder ab vier Jahren geeignet

    Das alte Spielhaus, weit über 20 Jahre alt, habe weichen müssen, sagt Bärmann. Und ja, der neue Spielturm sei nicht für ganz kleine Kinder geeignet, sondern sollte nur von Kindern ab vier Jahren benutzt werden. Das erklärt den Abstand zwischen den Leiterstufen und die Auslaufhöhe der Rutsche. Für die ganz Kleinen sei vorerst nur die benachbarte Nestschaukel das Spielgerät der Wahl auf dem Spielplatz am Schleifweg.  Bürgermeisterin Bärmann kann sich allerdings gut vorstellen, dass man da im Dialog mit den Eltern noch nachbessert und einen Platz für ein weiteres Spielgerät findet, an dem auch die Kinder unter vier Jahren ihre Freude haben.  

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