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    Schweinfurt

    Stadt bedauert Rückzug von Roth-Bier

    Volksfest-Eröffnung vor zwei Jahren. Schweinfurter Roth-Bier wird es heuer im Festzelt nicht mehr geben, was die Stadt bedauere, aber leider nicht ändern könne, heißt es. Foto: Oliver Schikora

    Im Jahre 1909 wurde das erste Schweinfurter Volksfest auf dem Bleichwasen gefeiert. Es wurde – nur durch die Kriegsjahre unterbrochen – fortan jährlich gefeiert, und immer wurde natürlich Schweinfurter Bier ausgeschenkt. Daran herrschte kein Mangel, vier Brauereien gab es früher im Stadtgebiet.

    Seit 2015 gibt es – nachdem das Schweinfurter Brauhauses Insolvenz hatte anmelden müssen – nur noch eine Brauerei: die Roth-Bier GmbH in der Oberen Straße. Sie hat die Lücke, die der Brauhaus-Wegfall im Zweijahresturnus gerissen hat, gefüllt und trotz großer logistischer Herausforderungen ab dann jährlich das Festzeltbier geliefert. Heuer wird dort nun – wie berichtet – erstmals in der Schweinfurter Volksfesthistorie kein Schweinfurter Bier mehr ausgeschenkt. Diese Woche teilte das Unternehmen mit, nach einem Verlust in fünfstelliger Größenordnung im vergangenen Jahr könne es das Festzelt nicht mehr beliefern.  

    "Nicht glücklich darüber"

    Die Stadt Schweinfurt und der Festwirt wissen seit dem Herbst letzten Jahres davon, konnten sich vorbereiten und nach einer neuen Brauerei suchen. Die Stadt wurde fündig – aber relativ weit weg, in Oberfranken. Kulmbacher Bier wird im großen Zelt heuer die Maßkrüge füllen. Was sagt die Stadt Schweinfurt dazu?  

    "Wir sind nicht glücklich darüber, dass im Festzelt kein Schweinfurter Bier mehr ausgeschenkt wird", sagt Ordnungsreferent Jan von Lackum, "aber verhindern konnten wir es auch nicht." Der Schritt sei seitens der Roth-Brauerei sicher nicht unüberlegt getan worden. Er könne verstehen, dass diese mit dem Festzelt-Ausschank keine Verluste einfahren wolle. Die Ausschankzahl sei beim Volksfest "leider deutlich, deutlich unterdurchschnittlich". Immerhin gebe es Roth-Bier noch bei Suleks Fischbraterei und beim Schwenkgrill Drexel.

    "Wir haben einen guten Festwirt"

    Die Brauereiinhaber Edgar, Alexander und Mario Borst hatten zu Wochenbeginn in ihrer Mitteilung zum Rückzug aus dem Volksfest-Festzelt geschrieben, erfolgreich sei die Liaison mit dem neuen Festwirt nie gewesen. Die entsprechenden vertraglichen Vorgaben zu erfüllen, fehlten einem Familienunternehmen mit der Größe ihrer Brauerei die Instrumente, so Geschäftsführer Edgar Borst.

    Der Ordnungsreferent äußert sich zu Vertragskonditionen zwischen Wirt und Brauerei nicht. Der Festwirt biete bei seinen Gerichten und Getränken allerdings hervorragende Qualität. Jan von Lackum: "Wir haben einen guten Festwirt." Einen logistischen Grund für den Rückzug hatte die Brauerei aber auch noch genannt: Sehr viele Feste, die sie in dieser Zeit beliefert: das Hambacher Straßenfest, das Oberndorfer Walpurgisgericht. Von Lackum erwähnt auch jede Menge Stadtteil-Kirchweihen.   

    Rückkehr unter anderen Voraussetzungen?

    Der Hauptgrund scheinen die Dichte der Feste im Kalender aber nicht zu sein. Schließlich schreiben die drei Roth-Geschäftsführer in ihrer Mitteilung unmissverständlich: "Ein Engagement der letzten Schweinfurter Brauerei auf dem Volksfest schließt die Unternehmensleitung unter anderen Voraussetzungen und zu gegebener Zeit nicht grundsätzlich aus." 

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