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    Schweinfurt

    Stadt sieht sich in Sachen Klimaschutz als Vorreiter

    Solaranlagen auf dem eigenen Dach können sich lohnen. Die Stadt hat ein Solarkaster erstellt, in dem sich alle Schweinfurter anschauen können, ob ihr Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet ist. Foto: Anweber/fotolia

    Den Energie-3-Sprung nennt Astrid Köhler, Klimaschutzbeauftragte in der Stadtverwaltung, die Themen, die sich die Stadt in ihrem Klimaschutzkonzept als große Klammern für die nächsten Jahre gesetzt hat. Zum einen soll der Energiebedarf grundsätzlich gesenkt werden, sowohl in Privathaushalten als auch in städtischen Liegenschaften sowie im Gewerbe.

    Weiterer wichtiger Baustein: Energieeffizienz steigern, vor allem durch Technik wie moderne Heizungen oder Hausdämmung. Drittes Standbein: Ausbau der erneuerbaren Energien, denn wer den Energiebedarf senkt und die benötigte Energie effizient nutzt, hat es am Ende leichter, komplett auf erneuerbare Energieproduktion umzusteigen.

    Vielfältige Aktivitäten der Stadt in Sachen Klimaschutz

    Astrid Köhler stellte kürzlich den Stadträten die städtischen Aktivitäten zum Thema Klimaschutzkonzept für das vergangene Jahr vor. Sie waren vielfältig und lagen vor allem auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, ob nun durch verschiedene Flyer, die unter anderem auf das Solarkataster oder die zahlreichen städtischen Fördermöglichkeiten hinwiesen, oder bei Ständen wie bei der ufra.

    Das Carsharing, das das DB Autohaus Schweinfurt, seit Mitte 2018 in Schweinfurt anbietet, ist ein Erfolgsmodell. Auf dem Bild der Leiter des DB Autohaus, Ralf Bützow, mit einer Mitarbeiterin am Standort Hauptbahnhof. Foto: Stefan Pfister

    Köhler hatte viele Zahlen parat, um zu zeigen, dass insbesondere die Verwaltung "ihre Vorbildfunktion" wahrnimmt. So habe die Stadt fünf Elektro-Fahrzeuge und drei Hybrid-Autos sowie fünf E-Bikes in Betrieb. Auch die Ladevorgänge an den städtischen E-Ladesäulen für Autos sind gestiegen auf 805, wenngleich das immer noch ein Bruchteil ist im Vergleich zum gesamten Schweinfurter Autoverkehr.

    Ein Erfolgskonzept scheint das Carsharing zu sein, das im Juli 2018 begonnen wurde. "Das Autohaus ist bisher sehr zufrieden, vor allem der Platz am Hauptbahnhof ist sehr gut ausgelastet", berichtete Köhler. Insgesamt wurden in gut einem halben Jahr die Fahrzeuge an drei Standorten in der Stadt 116 Mal gebucht, am meisten am Hauptbahnhof. Gefahren wurden etwas mehr als 6500 Kilometer. 

    Im Rathaus ist die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt

    Ein wichtiger Punkt, dass die Verwaltung ihre selbst gesteckten CO2-Einsparungsziele erreicht, ist die Umstellung auf LED-Beleuchtung, die ein großes Stromeinsparpotenzial bietet. Sowohl im Rathaus als auch weitgehend im Bereich der Straßenlaternen wurde auf neue LED-Technik umgestellt, was alleine im Rathaus eine CO2-Einsparung von 80 338 Kilogramm pro Jahr brachte. Köhler erklärte, auch wenn der Umbau der Büros im Rathaus Belastungen für die Mitarbeiter gebracht habe, "war es trotzdem notwendig und gut, dass wir es gemacht haben."

    In der Diskussion im Gremium gab es Kritik durch Ulrike Schneider (Schweinfurter Liste/Feie Wähler). Sie lobte Astrid Köhler für ihr Engagement, forderte aber schnelleres und entschlosseneres Handeln der Stadt in Sachen Klimaschutz. "Es fehlt der politische Wille, größere Ansätze zu verfolgen", so Schneider. Klimaschutz sei vor allem ein kommunales Thema, angefangen bei der Photovoltaik auf den Dächern bis zu Festlegungen pro Klimaschutz in Bebauungsplänen. "Wir könnten so vieles tun und tun so wenig", erklärte Schneider.

    Ihre Kritik konnte Umweltreferent Jan von Lackum nicht nachvollziehen, der sich dagegen wehrte, dass "alles schlecht geredet wird." Die Stadt sei sich ihres Vorbildcharakters bewusst und komme dem auch nach, tue sehr viel, zum Beispiel würden Sanierungen städtischer Liegenschaften immer unter dem Aspekt des Klimaschutzes durchgeführt. Von Lackum gestand zu, dass die Stadt in Sachen Öffentlichkeitsarbeit noch mehr tun müsse, um alle Programme bekannt zu machen. Verstehen könne er es aber nicht, denn bei der ufra habe es zum Beispiel lange und gute Gespräch am städtischen Infostand gegeben. Es liege aber am Ende am Bürger, sich auch aktiv zu beteiligen.

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