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    Schweinfurt

    Stadtrat in Schweinfurt: Thomas End legt sein Mandat nieder

    SPD-Stadtrat Thomas End (links) legt sein Mandat zum 31. August nieder. SPD-Fraktionschef Ralf Hofmann respektiert den Schritt, bedauert ihn aber wie seine Fraktionskollegen. Hofmann folgte End als Aufsichtsratsvorsitzender des Bauvereins nach, wo dieses Bild entstand. Foto: Peter Leutsch

    Es war ein Endpunkt, diesmal im wahrsten Sinne des Wortes: Am Ende der Ferienausschusssitzung gab SPD-Stadtrat Thomas End bekannt, dass er zum 31. August sein Mandat als Stadtrat niederlegt. Seine Nachfolgerin in der zehnköpfigen SPD-Fraktion wird Marietta Eder.

    Ohne große Wehmut, aber mit dem bekannten Schalk und auch Ernsthaftigkeit blickte Thomas End in seinem kurzen Statement auf 31 Jahre im Dienst der Stadt Schweinfurt zurück. Der 73 Jahre alte promovierte Jurist wurde am 1. September 1988 vom damaligen SPD-Oberbürgermeister Kurt Petzold zum berufsmäßigen Stadtrat und Ordnungsreferenten berufen, was er bis Sommer 2000 war, als die damalige CSU-Mehrheit im Stadtrat einen neuen Zuschnitt der Referate und eine Verkleinerung von sechs auf vier Referenten durchsetzte. Danach arbeitete er als Jurist.

    Immer im Einsatz für seine SPD: Thomas End (2.v.r.) mit Kollegen bei einer Straßenbefragung der Sozialdemokraten in Schweinfurt. Mit auf dem Bild unter anderem Stadtratskollege Peter Hofmann (links) und die Schweinfurter SPD-Vorsitzende Julia Stürmer-Hawlitschek. Foto: Susanne Wiedemann

    Auf die zwölf Jahre in leitenden Positionen in der Stadtverwaltung als berufsmäßiger Stadtrat als Ordnungsreferent, Leiter des Leopoldina-Krankenhauses und Baujurist blickte er im Ferienausschuss mit Dankbarkeit und Zufriedenheit zurück. Sein Dank galt zuvorderst natürlich seinen Mitstreitern in der Schweinfurter Sozialdemokratie, aber auch den Mitarbeitern in der Verwaltung, mit denen er drei Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen zusammenarbeitete. "Die Verwaltung", so End, "hat immer versucht, ihren Job gut zu machen und hilfreich zu sein."

    "Sorgen wir bitte alle dafür, dass Rechtspopulismus vom Rathaus weggehalten wird."
    Appell des SPD-Stadtrats Thomas End, der zum 31. August sein Mandat niederlegt, an seine Stadtratskollegen.

    Er habe mit drei "gänzlich verschiedenen Oberbürgermeistern"gearbeitet, bilanzierte er schmunzelnd, aber zufrieden. Als Referent arbeitete er für die Oberbürgermeister Kurt Petzold (SPD) und Gudrun Grieser (CSU), als Stadtrat seit 2010 mit dem Amtsinhaber Sebastian Remelé (CSU). End wünschte den Räten "Glück und Gelassenheit" und hatte überdies einen Herzenswunsch, der auch sein politisches Wirken widerspiegelt: "Sorgen wir bitte alle dafür, dass Rechtspopulismus vom Rathaus weggehalten wird."

    Ends ehrenamtliches Engagement erstreckte sich nicht nur auf die Kommunalpolitik. Der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder und begeisterte Tennisspieler ist Vorsitzender des TC Schweinfurt, war Notvorstand des FC 05 Schweinfurt nach der Insolvenz des Vereins 2005 und sorgte dafür, dass der Verein am Leben gehalten wurde. Außerdem fungierte End 16 Jahre als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Bauvereins. Sein Nachfolger wurde im Juli 2018 Ralf Hofmann.

    Die Schweinfurter Gewerkschaftssekretärin und stellvertretende Landesvositzende der Bayern-SPD, Marietta Eder, wird Nachfolgerin von Thomas als SPD-Stadträtin. Foto: Anand Anders

    SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Hofmann lobte End für sein überdurchschnittliches Engagement. Er sei "ein herausragender Kommunalpolitiker mit enormen Fachkenntnissen." Für die Fraktion sei der Rücktritt "ein Verlust". End habe immer auch die Sicht der Verwaltung im Blick gehabt, seine "Spitzfindigkeit und Intelligenz war erfrischend, wir werden das vermissen", so Hofmann.

    End habe immer ausgezeichnet, dass er bei allen Ehrenämtern, die er ausübte, auch die Verantwortung übernahm, jüngeren Mitstreitern zum richtigen Zeitpunkt die Verantwortung zu übertragen. Mit der 41 Jahre alten Schweinfurter Gewerkschaftssekretärin Marietta Eder, die auch stellvertretende Landesvorsitzende der bayerischen SPD ist, steht die Nachfolgerin Ends schon fest.

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