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    GEROLZHOFEN

    Standpunkt: Zu brachial waren die vom Forstbetrieb gewählten Mittel

    Der Spagat zwischen den Wald nützen und ihn schützen wird im von ökonomischen Interessen dominierten Wald bei allem Bemühen um ökologischen Ausgleich immer ein Spagat und eine Gratwanderung bleiben – egal ob nun der Bogen tatsächlich oder nur gefühlt überspannt worden ist. Umso verheerender ist es, wenn es mit dem Waldnaturschutz noch nicht einmal mehr in einem im Staatswald gelegenen Naturschutzgebiet funktioniert und er in der Praxis an seine Grenzen stößt.

    Bei der Windwurfaufarbeitung im Naturschutzgebiet Weilersbachtal war jetzt für die Naturschutzbehörden die rote Linie vom Forstbetrieb Ebrach eindeutig überschritten worden. Anders ist der deutliche Rüffel, sagen wir ruhig die scharfe Zurechtweisung, nicht zu deuten.

    Wozu sonst auch war das Gebiet einst unter Schutz gestellt und eine Schutzgebietsverordnung erlassen worden, die genau definiert, was dort zulässig ist und was nicht und was im Zweifelsfall mit den Behörden abzustimmen ist.

    Zu brachial waren die hierzu vom Forstbetrieb gewählten Mittel. Da hilft es dann in so sensiblen Bereichen wie dem Weilersbachtal auch nicht mehr viel, den großen Maschinen zur Abmilderung des Schadens breite Moorbänder aufzuziehen oder sich für die beim Zerfahren des Baches oder der zum Holztransport angelegten Rückegasse entstandenen Wasserlöcher feiern zu lassen, weil die wiederum der Gelbbauchunke nützen könnten.

    Schwere Maschinen, wie sie im Weilersbachtal eingesetzt wurden, sind und bleiben auf jeden Fall Bodenverdichter. Wird gar eine durch einen Bach führende Rückegasse benutzt, weiß man um die nachteiligen Folgen für Bach und Boden.

    Nun gilt es die Scherben zusammenzukehren, Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen und erste Wiedergutmachung zu leisten.

    Im Zeitalter der zum größten Teil vom Menschen selbst hervorgerufenen Erwärmung der Erdatmosphäre wird deshalb nur ein wie auch immer geartetes größeres Waldschutzgebiet im Nördlichen Steigerwald nachfolgenden Förstergenerationen die Chance geben, eines Tages frei von Ideologie und Indoktrination ein wissenschaftlich fundiertes Urteil abgeben zu können, was dem Wald und seinen Pflanzen-, Tier- und Pilzarten beim täglichen Überlebenskampf unter dem Strich mehr und was weniger geholfen hat.

    Diese Vergleichsmöglichkeit sollte man beiden Seiten einräumen, denjenigen, die für mehr klaren Waldschutz sind und denjenigen, die auf den Mittelweg zwischen Ökonomie und Ökologie setzen.

    Noch wäre der allen Bürgern gehörende Staatswald groß genug dafür. Schließlich geht es um ein besonderes Kapital: das Kapital Natur.

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