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    Schweinfurt

    Stattbahnhof: Fall Core Fest zog die Hardcore-Fans an

    Im sehr gut gefüllten Stattbahnhof fand das Fall Core Fest statt. Fünf Bands heizten den Fans der harten Musik so richtig ein.
    Der volle Saal posierte gerne mit der Band Turn the Course nach deren Auftritt. Foto: Bastian Reusch

    Zur fünften Auflage der Hardcore-Feierstunde, waren traditionell fünf Bands geladen. Die weiteste Anreise hatten die vier Jungs von Heruin, die extra aus München in die Kugellagerstadt gekommen waren.

    Stolz war Dieter Simon von der gastgebenden Band Turn the Course schon vor Beginn: "Wir haben zum ersten Mal einen limitierten Vorverkauf gemacht und alle Karten an den Mann gebracht." In der Tat war der große Saal im Stattbahnhof am letzten Freitag gut gefüllt.

    Los ging´s mit Falestrip aus Ebern. 2018 veröffentlichte die noch junge Fünfercombo mit Burn your Flag ihr Debütalbum, hatte jedoch auch ein paar neue Stücke im Gepäck und heizte den Anwesenden vor der Bühne schon einmal gehörig ein. Besonderer Hingucker war Frontmann Jackson, der stehend, sitzend, liegend, oder sogar von einem Fan über die Schulter geworfen, seine kratzig geshouteten Vocals in die Menge ballerte. Schon zu Beginn fühlten sich einige vor der Bühne zum Tanzen berufen und kündeten so bereits von der guten Stimmung über den kompletten Abend im großen Saal.

    Brachiale Technobeats von Slamister

    Richtig eins in die schon verschwitzten Gesichter des Publikums gab es allerdings im Anschluss. Slamister aus Bad Mergentheim kamen mit brachialen Technobeats auf die Stage, stellten allerdings mit viel Tempo und Blast Beats sofort klar, was Sache ist. Sänger Nico wechselte dabei von Screams bis hin zum tiefsten Grunt á la Grindcore.

    Die Vierercombo zeigte, dass sie in keine Schublade passen will, vereinigte in ihrem brachialen Sound Elemente aus Slam, Beatdown, Reggae und sogar Jazz miteinander. Schöne Randnotiz waren die wiederholten Statements des Frontmanns, der gegen Rassismus und radikal-politische Einstellungen eine klare Kante zeigte, inklusive Beispielen aus der aktuellen deutschen Parteienlandschaft.

    Die Fans kamen beim Fall Core Fest im Stattbahnhof auf ihre Kosten. Foto: Bastian Reusch

    Wikinger-Ruderboot im kreisrunden Moshpit

    Hernach gaben sich die Gastgeber die Ehre. Turn the Course legten nach ihrem Einmarsch ebenfalls los wie die Feuerwehr. Der Moshpit war nun endgültig in die Kreisbewegung gekommen, allerdings zeigte das Publikum, dass es durchaus möglich ist, zu Post Metalcore das Wikinger-Ruderboot zu machen. Auch die Schweinfurter Band hatte neue Songs von einem neuen Album im Gepäck, das in absehbarer Zeit erscheinen wird.

    Frontmann Felix Schneider zeigte sich gewohnt charismatisch und riss das Publikum mit, immer unterstützt durch seine handwerklich einwandfrei abliefernden Mitmusiker. Der Saal war voll, die Stimmung auf dem Siedepunkt und so war es klar, dass die Lokalmatadoren eine Zugabe spielen mussten. Bassist Simon war die Bühne mal wieder zu klein, er tingelte durch das Publikum, bis dieses ihn und seine Jungs mit großem Applaus verabschiedete. Insbesondere Drummer Noah Ries genoss den Gig, war es doch sein letzter für Turn the Course.

    Einen deutlichen musikalischen Farbtupfer gaben Heruin ab. Viele Elemente aus den Nu Metalcore unterschieden die Münchner von ihren härteren Kollegen. Darius Asgarian jedenfalls zeigte immer wieder, dass er sowohl clean als auch mit viel Metall auf der Stimme sein sängerisches Handwerk versteht. Trotz dessen, dass kaum jemand aus dem Publikum die Band kannte, erntete sie viel Applaus.

    Den Headlinerpart übernahmen Spacewalker, die ebenfalls aus der Kugellagerstadt kommen. Auch sie hatten etwas nicht Alltägliches, nämlich mit Fabian Breitenbach (Screams) und Tim Ruppert (Clean Vocals) zwei Sänger, die sich allerdings sehr gut ergänzten. Seit 2016 spielen die fünf Jungs nun schon in der aktuellen Konstellation zusammen, im April 2017 folgte das Live-Debüt. Natürlich gab es neuen Stoff von der aktuellen Scheibe The Legacy, die kurz vor Weihnachten letzten Jahres herauskam.

    Als würdigen Abschluss präsentierten sich Spacewalker, gaben, stets angetrieben durch den emsigen Alex Neeb an den Drums, den Zuhörenden noch ein Klingeln ins Ohr mit auf den Weg. Nur optisch bemerkbar war das Fehlen eines Basses, doch zauberten die Gitarristen Michael Schurtz und Yannick May eine mehr als ausreichende Soundfülle in den Raum.

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