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    Schweinfurt

    Steigerwaldbahn: Schweinfurts Grüne wollen die Stadt im Boot

    Wie steht die Stadt Schweinfurt zu einer möglichen Reaktivierung der Steigerwaldbahn? Die Grünen haben klare Vorstellungen und stellen in einem Antrag Forderungen.
    Kann die Steigerwaldbahn reaktiviert werden? Die Grünen in Schweinfurt fordern, dass die Stadt sich ebenfalls dafür engagieren soll. Foto: Klaus Vogt

    Seit Monaten gibt es nicht nur im Kommunalwahlkampf keine Diskussion in der Region zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr, in der man nicht sofort auf das Thema Steigerwaldbahn kommt. Grünen-OB-Kandidat Holger Laschka fordert in seinem Wahlprogramm die Reaktivierung der Strecke von Gerolzhofen bis Schweinfurt sowie die Weiterführung der Bahn in der Stadt durch eine Art Citybahn. Auch SPD-OB-Kandidatin Marietta Eder ist pro Reaktivierung der Steigerwaldbahn. Bei einer Podiumsdiskussion dieser Redaktion zur Kommunalwahl hatte sich auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) als Befürworter der Bahnstrecke positioniert.

    Bis tatsächlich in der Zukunft wieder Züge auf der Strecke verkehren könnten, ist es noch ein sehr langer Weg. Die Grünen-Fraktion im Stadtrat fordert in einem Dringlichkeitsantrag an die Stadtverwaltung eine Diskussion im Stadtrat noch vor der Kommunalwahl. Ayfer Rethschulte, Reginhard von Hirschhausen und Thomas Schmitt stellen vier Forderungen.

    Die Stadt solle zum einen die vier Kriterien des Freistaates Bayern für die Reaktivierung von Bahnstrecken anerkennen. Diese Anerkennung der Vorgaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), unter welchen Umständen eine Reaktivierung möglich ist, beinhalte keine keine Verpflichtung der Stadt hinsichtlich der Finanzierung der verkehrsfähigen Ertüchtigung der Schieneninfrastruktur der Unteren Steigerwaldbahn, so die Grünen.

    Der Verlauf der Steigerwaldbahn von Kitzingen-Etwashausen nach Schweinfurt. Foto: Grafik Jutta Glöckner

    Darüber hinaus solle die Stadt zusichern, "im Falle der Reaktivierung ein mit dem Freistaat Bayern abgestimmtes Buskonzept im Bereich der Reaktivierungsstrecke umzusetzen." Die Verwaltung solle sich bei der BEG einsetzen, dass die notwendige Potentialanalyse für die Untere Steigerwaldbahn erstellt wird, "und zwar sowohl für die Gesamtstrecke als auch separat für den Nordabschnitt Gerolzhofen- Schweinfurt". Außerdem solle die Verwaltung das Einleiten des Verfahrens zur Prüfung der Reaktivierung unter vorbehaltloser Anerkennung der vier Reaktivierungskriterien des Freistaats Bayern unverzüglich beantragen.

    Dass die BEG eine Potentialanalyse erstellt, ist eine Bedingung der Regierung von Mittelfranken, die über die Entwidmung der Strecke entscheidet, wie sie von allen Anrainergemeinden außer Gerolzhofen gefordert wird. Die Kreistage in Schweinfurt und Kitzingen unterstützen diese Forderung, die Stadt bisher nicht. "Das weitere Vorgehen bezüglich Steigerwaldbahn, insbesondere auch der Auftrag an die BEG, eine Potentialprognose zu erstellen, wird aufgehalten durch den fehlenden Stadtratsbeschluss", so Grünen-Fraktionssprecher Reginhard von Hirschhausen.

    So könnte eine City-Bahn durch Schweinfurt verlaufen. Foto: Robert Wittek-Brix

    Die Grünen beschreiben in ihrem Antrag einen Schriftverkehr nach einer privaten Anfrage beim bayerischen Verkehrsministerium, aus dem wie folgt zitiert wird: "Auf den Gremienbeschluss der kreisfreien Stadt Stadt Schweinfurt kann ebenfalls nicht verzichtet werden. Da die Strecke Schweinfurt Hbf - Kitzingen-Etwashausen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) nicht mehr betrieben wird, geht es hier um eine Reaktivierung für den SPNV. Daher ist der Beschluss der Stadt Schweinfurt mit vorbehaltloser Anerkennung der vier Reaktivierungskriterien zwingend erforderlich. Sobald uns dieser vorliegt, werden wir die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH beauftragen, die Potentialprognose zu erstellen."

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