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    Gernach

    Sternschnuppen der Hoffnung

    Für langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt: Edmund Weilhöfer (25 Jahre), Helena Scholl (25, für sie nimmt Hedwig Treutlein-Scholl die Urkunde und die Ehrennadel entgegen), Vorstandsmitglied Felix Eberlein, Annemarie Heck (25), Reinhard Berchtold (40), Heiko Berchtold (25), Vorstandsmitglied Alfred Glos, Ingrid Lukas (40) und Vorstandsmitglied Stefan Claassen. Foto: Hermann Laarz

    "Wir sagen euch an den lieben Advent" - mit diesem Lied, das die Gernacher Musikkapelle spielte und in das viele der Gäste einstimmten, begann die gemeinsame Weihnachtsfeier der Gernacher Vereine. Neun Vereine waren mit im Boot und das TSV-Sportheim war sehr gut gefüllt, so viele Gäste waren der Einladung von TSV, Frauenbund, Johannisverein, KAB, Eigenheimervereinigung, Komm-In, Sportangelverein, Feuerwehrverein und Musikkapelle gefolgt.

    Alfred Glos, der auch Dirigent der Musikkapelle ist, die mit weihnachtlichen Melodien die Feier bereicherte, führte durch das Programm. Er begrüßte die Gäste, insbesondere  Pfarrer Thomas Amrehn und 2. Bürgermeister Martin Mack, und teilte mit, dass der Christbaum von Familie Reinhard und Sigrid Seger gestiftet wurde. Das Tischgebäck spendete die Musikkapelle.

    Selina und Jonas Hoffart sowie Benjamin und Elias Berchtold zeigten im Adventslegespiel, was man braucht, um richtig Advent feiern zu können: zuerst die Zweige, dann die Kerzen, Tannenzapfen und Äpfel, und schließlich die Sterne.

    Pfarrer Amrehn stellte – was lag näher, da bald die neuen Glocken vom Gernacher Kirchturm läuten werden - das Gedicht von Friedrich Schiller in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Er nahm besonders Bezug darauf, an was uns die Glocken mit ihrem Schall erinnern wollen: "So lehre sie, dass nichts bestehet, dass alles Irdische verhallt." Und der Wunsch, den Schiller äußert, war auch sein Wunsch: "Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst` Geläut`" - Friede in der Welt, aber auch in der dörflichen Gemeinschaft.

    2. Bürgermeister Martin Mack überbrachte die Grüße der Gemeinde. Die Weihnachtsfeier der Vereine sei ein Beitrag zur Entschleunigung, denn die Terminflut in der Vorweihnachtszeit werde dadurch gemindert, das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Sein Dank galt den Vorstandschaften der Vereine, die diese Feier gemeinsam verantworten, aber auch den Mitgliedern, die häufig ohne großes Aufsehen ihren Einsatz erbringen. "Nicht die Plätze und Gebäude in der Gemeinde sind wichtig, sondern die Vereine mit ihren Mitgliedern geben Gernach ein eigenes Leben, sie bestimmen die Identität des Dorfes", betonte Mack. Angesichts der großen gesellschaftlichen Umbrüche stünden auch die Vereine vor der Herausforderung, diesen Veränderungen Rechnung zu tragen.

    Dieter Dietz, Vorsitzender der Eigenheimervereinigung, überreichte für die neuen Kirchenglocken eine Spende in Höhe von 1000 Euro an Pfarrer Thomas Amrehn und Kirchenpfleger Michael Werner. Der Seelsorger bedankte sich und sagte, dass die Glockenweihe am 12. Januar stattfinden werde, hierzu werde Bischof emeritus Friedhelm Hofmann kommen.

    Advent beschäftigt sich mit der "Hoffnung auf Zukunft" - diesen Gedanken stellte Erhard Scholl in seinem Beitrag in den Mittelpunkt. Der Blick auf die Geistesgeschichte des Abendlandes biete eine Fülle von Gedanken, die Hoffnung geben könnten. "Sternschnuppen der Hoffnung", so Scholl, gebe es im Christentum in Hülle und Fülle, aber auch in anderen Religionen und Weltanschauungen sei die Hoffnung ein großes Thema. Gemeinsam sei allen Weltanschauungen die Erfahrung, dass Hoffnung entstehen könne, wenn man selbst aktiv und sich bewusst werde, welche Wünsche, Begabungen und Fähigkeiten man habe, die man dann in der Gemeinschaft mit anderen verwirklichen könne.

    Stefan Claassen, Felix Eberlein und Alfred Glos, alle Mitglieder im Vorstandsteam des TSV, nahmen dann die Ehrungen langjähriger Mitglieder vor. Geehrt wurden für 25 Jahre: Daniela Baudisch, Heiko Berchtold, Anne-Marie Heck, Stefan Räth, Helena Scholl, Petra Walter und Edmund Weilhöfer; für 40 Jahre Reinhard Berchtold und Ingrid Lukas, für 65 Jahre Richard Hofstetter.

    Zum Schmunzeln und Lachen brachte Gaby Berchtold die Gäste mit der Geschichte "Das blinde Kind" von Wilhelm Wolpert. Wenn nach einigen Maß Bier vor der Theateraufführung der Weg zum Klo versperrt ist, verfällt man auf Notlösungen, die die Saugfähigkeit eines Kamelfells auf die Probe stellen. Und wenn dieses Tier sich dann nach dem Ende des Stückes auch noch schüttelt, wenn der Herr Pfarrer und der Herr Bürgermeister zum Gratulieren auf die Bühne kommen...

    Alfred Glos lud ein, einen Augenblick innezuhalten, eine entspannte Haltung einzunehmen, und sich der Beobachtung von Atem und Haltung zu überlassen. Wer mochte, konnte die Augen dabei schließen - ein neues Element bei einer Weihnachtsfeier.

    Viel Spaß hatten die Gäste dann noch beim Bingo-Spiel, dessen Regeln Felix Eberlein erklärte. Alle hatten großen Spaß – auch wenn man nicht unter den Gewinnern war. Die Verlierer trösteten sich: "Lieber Glück in der Liebe und Pech im Spiel als umgekehrt!"

    1000 Euro spendet die Eigenheimervereinigung Gernach für die neuen Glocken der St.-Aegidius-Kirche. Pfarrer Thomas Amrehn und Kirchenpfleger Michael Werner nahmen die Spende vom Vorsitzenden Dieter Dietz (rechts) entgegen. Foto: Hermann Laarz
    Elias und Benjamin Berchtold sowie Jonas Hoffart haben das Adventslegespiel zusammen mit Selina Hoffart (nicht im Bild) gestaltet und legen jetzt letzte Hand an. Foto: Hermann Laarz

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