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    Bergrheinfeld

    Thema Glyphosat: Bürgerantrag und Antrag der CSU

    Trotz Hitze – im Blühstreifen gibt es noch immer buntes Leben. Foto: Horst Fröhling

    Zwei Anträge mit den gemeinsamen Zielen nachhaltiger Pflanzen- und Insektenschutz ohne Glyphosat lagen dem Gemeinderat zur Diskussion und Abstimmung vor. Die Rechtsmäßigkeit des Bürgerantrags "Wir haben´s glyphosatt" war bereits festgestellt worden. Jetzt kam ein Antrag der CSU-Fraktion mit dem Titel "Nachhaltiger Pflanzenschutz in der Gemeinde Bergrheinfeld" dazu.

    Der Bürgerantrag, den Bürgermeister Ulrich Werner im Gremium vorlas, lautet: "Anwendungsverbot von glyphosathaltigen Mitteln auf allen von der Gemeinde neu verpachteten Liegenschaften (landwirtschaftliche Flächen, Gärten). Das Anwendungsverbot wird auch bei der Verlängerung von Pachtverträgen durchgesetzt. Diese Vorgabe wird ebenso bei Verträgen umgesetzt, die eine automatische Verlängerung für den Fall vorsehen, dass keine Kündigung erfolgt."

    Den CSU-Antrag las Werner ebenfalls vor: "Der Gemeinderat von Bergrheinfeld setzt sich für einen nachhaltigen Pflanzenschutz auf den gesamten Flächen in Bergrheinfeld und Garstadt ein. Der von den landwirtschaftlichen Vertretern zugesagte freiwillige Verzicht auf Einsatz von Glyphosat auf den von der Gemeinde gepachteten Flächen und Gärten wird vertraglich bei einer erneuten Verpachtung beziehungsweise Verlängerung der Pacht verbindlich festgeschrieben.

    Bürger sollen Blühflächen schaffen

    Der Gemeinderat bittet alle Bürger, weitere bienen- und insektenfreundliche Blühflächen und grüne Oasen zum Schutz von Insekten und Vögeln im privaten Raum zu schaffen. Der Gemeinderat wirkt in seiner Öffentlichkeitsarbeit darauf hin, alle Grundbesitzer zum sorgsamen Umgang mit Pflanzenschutzmittel zu sensibilisieren.

    Der Gemeinderat fordert deshalb von allen politischen Ebenen, sich einzusetzen für ´ein neues System der europäischen Agrarförderung´, um die Vielfalt in der Landschaft zu fördern. Dazu solle ein ´Naturschutzfonds auf europäischer Ebene´ gegründet werden. Für Bauern muss es sich auszahlen, wenn sie auf Vielfalt und Regionalität statt auf Monokulturen setzen."

    Vorab hatte ein Gespräch mit den betroffenen Landwirten über das Glyphosatverbot stattgefunden. Armin Wahler, Vorsitzender des örtlichen Bauernverbandes, hatte dazu der Gemeinde einen Brief geschrieben, den der Bürgermeister dem Gemeinderat zur Kenntnis gab. Darin heißt es, Glyphosat werde in Bergrheinfeld auf Ackerflächen nicht großflächig ausgebracht. Der Einsatz beschränke sich auf ein Minimum und dort nur auf Teilflächen oder Inselzonen.

    In Zahlen sehe das in Bergrheinfeld so aus: Der Einsatz erfolge auf Teilflächen, das seien Inseln in der Größe von rund 400 Quadratmetern. Bei einer Fläche von sieben Hektar seien drei Teilflächen in der Gesamtgröße von etwa 1200 Quadratmetern betroffen, was etwa 1,3 Prozent der Gesamtfläche seien. Hier müsse weiter berücksichtigt werden, dass dann der Einsatz von Glyphosat im Rahmen der Fruchtfolge nur alle vier bis fünf Jahre stattfinde.

    "Populismus nicht zielführend"

    Der Populismus über die Diskussion um Glyphosat sei nicht zielführend, so der Landwirt. Aus diesem Grund verzichteten die 15 unterzeichnenden Landwirte freiwillig auf den Einsatz von Glyphosat auf den Ackerflächen der Gemeinde Bergrheinfeld. 

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