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    SCHWEINFURT

    Toinette ist die Seele des Ganzen

    Toinette (Carolin Ain) überlässt nichts dem Zufall. Deswegen schlendert sie kurz bevor die Vorstellung von „Le malade imaginaire“ (in Orginalsprache) beginnt, durch die Reihen im Theater. Sie ist auch einem Plausch nicht abgeneigt – auf französisch, natürlich. Gute Gelegenheit, sich schon mal in die Sprache einzufinden. Toinette wundert sich ein bisschen, warum es offenbar nicht so einfach ist, seinen Platz zu finden. Erst hier im Theater und dann später, auf der Bühne, im Leben.

    Eine sehr witzige, flotte Inszenierung von Molieres Klassiker zeigt die Compagnie Théâtre Tour de Force. Macht Spaß, der Truppe zuzuschauen. Das fängt mit dem Bühnenbild an, einem Multifunktionskubus, der sich blitzschnell verwandelt – von der Bibliothek zum Schlafzimmer zum Beispiel. Und allein den Kubus zu verschieben und zu verwandeln, kann sehr amüsant sein.

    Im Gegensatz zu seinem Helden Argan, den Remy Creissels sehr gesund und würdevoll spielt, hält Moliere wohl wenig von Ärzten: keine Ahnung, aber gut davon leben. Und bewundert werden, wie von Argan, dem nichts fehlt. Und das ist sein Problem.

    Jules Dousset und Kaspar Klop sind in mehreren Rollen zu sehen, als staksendes, skurriles Vater-Sohn-Arzt-Duo Diafoirus aber ein besonderes Erlebnis. Morwenna Spagnol gibt Tochter Angélique und die raffgierige Ehefrau und Stiefmutter Béline überzeugend. Die Seele des Ganzen ist aber Caroline Ain als Toinette und Fleurant – einfach umwerfend!

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